aero.de-Interview mit Peter Oncken
Älter als 7 Tage

"Ich sehe die Corsair ein stückweit wie die LTU"

NÜRNBERG - Der Airlinespezialist INTRO AVIATION greift nach der TUI-Tochter Corsair. Die französische Gesellschaft ruft bei den Nürnbergern Erinnerungen an LTU wach. In Südkorea wird 2019 ein weiteres Airlineprojekt von INTRO abheben, sagte Geschäftsführer Peter Oncken im Interview mit aero.de.

aero.de: Das Langstreckengeschäft ist in den vergangenen Jahren rauer geworden, besonders wegen des Vorstoßes von Billigfliegern in dieses Segment. Welche Chancen sehen Sie hier für die Positionierung von Corsair?

Peter Oncken: Es ist zutreffend, dass das Langstrecken-Geschäft insgesamt nicht einfacher geworden ist. Es ist aber, verglichen zu den Auswüchsen im Mittelstreckenbereich noch deutlich übersichtlicher. Natürlich gibt es Wettbewerb und die großen Netzwerk-Carrier decken vieles ausreichend ab.

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Intro Aviation greift nach Corsair, © Corsair

Ein allein stehender Carrier kann letztendlich nur Erfolg haben, wenn er zumindest einen gewissen USP hat. Bei Corsair ist dies ORY und dort hat die Airline einen beachtlichen Marktanteil (auch was die verfügbaren Slots anbetrifft). An dieser Positionierung würden wir nicht viel verändern, sondern sie deutlich ausbauen.

aero.de:
Werden Sie den geographischen Fokus von Corsair beibehalten - Karibik, Westafrika und Kanada?

Peter Oncken: Der indische Ozean spielt ebenfalls eine gewichtige Rolle für Corsair. Wir würden diese Märkte ausbauen und im Zuge des Flottenwachstums USA und Asien mit einbinden.

aero.de: Derzeit hat Corsair vier Airbus A330 und drei Boeing 747-400. Es heißt, dass Sie eine Verdoppelung und Vereinheitlichung der Corsair-Flotte auf 14 Airbus A330neo planen...

Peter Oncken: Der Medienbericht, dass die gesamte Flottenerneuerung ausschließlich auf A330neo erfolgen wird, stammt nicht von uns und entspricht auch nicht dem Plan. Wir gehen von einen A330-Mix aus, der sich an den Netzwerkanforderungen orientiert und natürlich wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen muss.

aero.de:
Welches Geschäftsmodell avisieren Sie?

Peter Oncken: Ich sehe die Corsair ein stückweit wie seinerzeit die LTU - eine gesunde Mischung aus Leisure- und Premium-Carrier, der allerdings vornehmlich Leisure-Destinationen bedient.

aero.de: Sie möchten das Investment in Corsair gemeinsam mit dem US-Investmentunternehmen Crestline tätigen. Wie teilen Sie sich Arbeit und Anteile?

Peter Oncken:
INTRO wird die Mehrheit der Anteile halten und die Arbeit wird ausschließlich vom INTRO-Team gemacht.

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Corsair Airbus A330-300, © Airbus S.A.S.

aero.de: INTRO hat angekündigt, mit "Aero_k" 2019 einen Günstigflieger in Südkorea zu gründen. Liegen Sie bei der Sicherung des AOC und der Netzplanung im Zeitplan?

Peter Oncken: Aero_k ist gegründet und mit rund 57 Millionen US-Dollar voll durchfinanziert. Wir gehen von der Lizenzerteilung zum Jahresende aus und erwarten dann das AOC zum Ende des ersten Quartals 2019. Dann wird die Airline auch endlich abheben, nachdem wir rund 12 Monate Verzögerung erfahren mussten.

Wir waren in die Mühlen des politischen Umbruchs gekommen, in deren Zeit alle Neuanträge zurückgewiesen wurden. Die restliche Planung beibt im Plan.

aero.de: Mit welcher A320-Flottenstärke wird Aero_K starten?

Peter Oncken: Aero_K startet mit drei A320 und soll innerhalb der ersten fünf Jahre auf 12 Maschinen wachsen.
© aero.de | Abb.: Corsair, Airbus | 08.12.2018 09:04


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