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Jet Airways sinkt tiefer in rote Zahlen

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Jet Airways Boeing 777-300ER, © Ingo Lang

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DELHI - Die Situation der ohnehin darbenden Jet Airways hat sich im dritten Geschäftsquartal dramatisch zugespitzt. Nach einem kleinen Plus im Vorjahr meldete die indische Branchengröße für den Zeitraum Juli bis September 180 Millionen US-Dollar Minus - und damit das dritte Verlustquartal in Serie.

58 Prozent - soviel mehr musste Jet Airways im dritten Bilanzquartal 2018 für Kerosin aufwenden. Der teure Sprit und ein ruinöser Preiswettbewerb mit den Konkurrenten aus der Günstigecke IndiGo, Go Air und Spicejet sind ein toxischer Mix.

Die Kassenlage ist seit Monaten angespannt: Leasingfirmen mahnen fällige Raten für Flugzeuge bei Jet Airways an, einige Mitarbeiter müssen länger auf die Auszahlung ihrer Gehälter warten. An der Börse hat Jet Airways in diesem 71 Prozent Unternehmenswert verloren und wird nur noch mit 377,5 Millionen US-Dollar gehandelt.

"Wir konzentrieren uns darauf, wieder Gewinn zu machen und sind auf halbem Weg, das Blatt zu wenden", sagte Airlinechef Vinay Dube am Montag.

Eine Abgabe des Bonusprogramms an den Großaktionär Etihad Airways soll Jet Airways etwas Zeit kaufen. Von neuen Codeshareflügen mit Delta, Etiihad Airways, Malaysian Airlines, Korean Air und Bangkok Airways verspricht sich Dube Wachstumsimpulse. Langfristig führt an einem einen neuen Investor aber kein Weg vorbei.

Der könnte mit der Tata Group aus dem Inland kommen - oder aus den USA. Ein aktueller Medienbericht sagt Delta Interesse an einem Einstieg bei Jet Airways nach. Delta und Jet Airways schlossen in der Vergangenheit kommerzielle Allianzen. Auf Nachfrage hält sich Delta zu etwaigen Indienplänen bedeckt.

Billigtickets zehren an Airlinesubstanz

Der Preisschock beim Kerosin trifft nicht nur Jet Airways hart. Der Preisbrecher IndiGo - die größte Airline Indiens - flog im dritten Quartal zum ersten Mal seit seinem Börsengang rote Zahlen ein. Spicejet bat Leasingfirmen gerade erst um etwas mehr Zeit, um fällige Flugzeugraten zu überweisen.

Die Ratingagentur S&P hat ausgerechnet, dass indische Airlines Ticketpreise im Schnitt um zwölf Prozent anheben müssten, um steigenden Kerosinpreisen und einem Währungsverfall zu begegnen. Solche Preissprünge lässt die Konkurrenzsituation auf dem indischen Flugmarkt zumindest derzeit aber nicht zu.
© aero.de, Bloomberg News | Abb.: Ingo Lang, Jet Airways | 13.11.2018 06:09

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Beitrag vom 13.11.2018 - 14:39 Uhr
Solche Preissprünge lässt die Konkurrenzsituation auf dem indischen Flugmarkt zu.

Die Preise werden gut hüpfen, wenn ein Konkurrent weg fällt. Mal sehen, ob IndiGo dann auch ein paar 737 least...

Steht das denn zur Debatte?

Die Frage ist doch, wen es neben Air India noch zerlegt. Jet? Indigo? Spice?
Air India wird künstlich vom Staat am Leben gehalten, dabei ist das Ding seit Jahren defizitär.
Nimmt man Air India und Jet aus dem Markt, haben IndiGo, Air Asia und Spice deutlich bessere yields.
Vermutlich könnte sogar einer der beiden überleben, wären sie dann der einzige Full Service Carrier auf Langstrecke in Indien.

Jet wäre bei einer Pleite auch ein Rückschlag für Boeing, 75 Bestellte Max und 10 B789 stehen im Orderbuch.
Ich glaube nicht das Etihad einspringen kann und will, denen steht selbst das wasser bis zum Hals. Ein Verkauf an Emirates stand mal im Gespräch.
Beitrag vom 13.11.2018 - 13:08 Uhr
Solche Preissprünge lässt die Konkurrenzsituation auf dem indischen Flugmarkt zu.

Die Preise werden gut hüpfen, wenn ein Konkurrent weg fällt. Mal sehen, ob IndiGo dann auch ein paar 737 least...
Beitrag vom 13.11.2018 - 09:27 Uhr
Wenn Etihad mal wieder ein Meilenprogramm kaufen muss und Leasingraten nicht rechtzeitig gezahlt werden können und Boeing sogar die Anzahlung für Flugzeuge zurück zahlt, glaubt da noch irgendjemand, dass diese Airline noch lange überlebt?
In der jetzigen Situation in Indien wird da wohl niemand ernsthaft in eine unwirtschaftliche Airline investieren wollen.


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