Schwacher Peso
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16 Euro hin und zurück: Norwegian Air startet in Argentinien

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Norwegian Air Shuttle Boeing 737 Max, © The Boeing Company

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BUENOS AIRES - Seit Anfang September sind Norwegian Air-Tickets für argentinische Inlandsflüge buchbar. Am 16. Oktober soll der erste Flug starten. Argentinien gilt als Zukunftsmarkt – doch nicht ohne Risiko. Die Wirtschaft des Landes strauchelt und die Währung schwächelt. Genau das will Norwegian nutzen.

Knapp 16 Euro (699 Argentinische Pesos, Stand: 5. September) soll ein Flug Buenos Aires-Córdoba-Buenos Aires zunächst kosten. Die Airline setzt darauf, dass ein schwacher Peso ausländische Touristen anziehen wird. 

Auch für argentinische Reisende will die Airline sich als günstige Alternative hervortun – zumindest für diejenigen, die ohnehin reisen müssen. Zum Vergleich: Ein Hin- und Rückflug mit Latam kostet auf der gleichen Strecke zu den gleichen Daten und mit nur einem Handgepäckstück im günstigsten Tarif 46 Euro (2045 Argentinische Pesos, Stand: 5. September).

Dennoch ist dies nicht die beste Reisezeit für Argentinier. Die Inflation liegt im zweistelligen Bereich. Gerade erst sind Verhandlungen der Regierung mit dem Weltwährungsfonds gescheitert. Er sollte dem Land etwas Luft verschaffen. Analysten erwarten dadurch eine weitere Abwertung des Peso. 

Ein schwieriger Faktor für Full-Service-Airlines, die Tickets in der Landeswährung verkaufen und Kerosin in US-Dollar einkaufen. Ein noch schwierigerer Faktor für Billigairlines, die Tickets für einen Bruchteil in der Landeswährung verkaufen und Kerosin ebenfalls in US-Dollar einkaufen.

Eben deswegen kann es laut Norwegian Air Argentina-Chef Ole Christian Melhus auf dem argentinischen Markt für seine Airline funktionieren: er erwartet mehr ausländische Touristen und mehr Argentinier, die statt ins Ausland zu reisen ihr eigenes Land per Luft erkunden. 

Rückendeckung aus der Politik

Dazu deutet er eine geheime Strategie an, mit der die Airline die Effekte der Inflation und der Währungsschwankungen mindern kann. Details dazu nennt er nicht. "Die wirtschaftliche Situation in Argentinien bereitet allen Sorge", sagte er in einem Interview. "Aber wir sind hier, um zu bleiben."

Politische Rückendeckung dafür hat Norwegian. Die Regierung Mauricio Macris fördert die Liberalisierung des Luftfahrtmarktes und hat nach Jahrzehnte währendem Protektionismus den Markt für Billiganbieter geöffnet. Im Juli fiel dafür die letzte Schranke: Airlines dürfen seitdem die Hausdame Aerolíneas Argentinas mit ihren Tarifen unterbieten.

Die Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds werden die Liberalisierung des argentinischen Marktes weiter befeuern.

Und die Reiselust der Argentinier ist groß: im August flogen 1,3 Millionen Menschen auf Inlandsrouten – ein Rekord. 
© aero.de (boa), Bloomberg | Abb.: Norwegian Air | 06.09.2018 09:31


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