Verlustjahr 2018
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Norwegian sieht rot

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Norwegian Air Argentina, © Norwegian Air Argentina

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FORNEBU - "Das Gute an 2017 ist, das jetzt 2018 ist", sagte Norwegian Air-CEO Björn Kjos Anfang letzten Jahres. Den großen Befreiungsschlag brachte das nun vergangene Jahr nicht - im Gegenteil: der norwegische Preisbrecher zahlte 2018 einen hohen Preis für mehr Umsatz und Passagiere.

Der Umsatz der Airline lag 2018 eigenen Angaben zufolge bei 4,1 Milliarden Euro - ein Plus von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 25 neue Flugzeuge haben dem Management zufolge die Kapazität der Airline um 37 Prozent gesteigert und mit 37 Millionen Menschen transportierte Norwegian 13 Prozent mehr Passagiere als 2017.

Dennoch schlägt der operative Verlust von umgerechnet 264 Millionen Euro eine tiefe Delle in die Bilanz, die Airline trägt zudem eine hohe Schuldenlast. "Wir haben eine Reihe von Initiativen ergriffen, um unsere Profitabilität zu verbessern, wie reduzieren weiter Kosten und steigern den Umsatz", sagte Bjorn Kjos bei der Vorstellung der Bilanz.

Die Optimierung des Streckennetzes, der Verkauf von Flugzeugen und der Aufschub von Lieferungen neuer Flugzeuge sind Beispiele dieser Strategie. Norwegian Air hat im vergangenen Jahr ihre Langstreckenbasis im schottischen Edinburgh geschlossen, ihre Route Gatwick-Singapur eingestellt und im September 2018 60 A320neo zum Verkauf gestellt, die sie bei Airbus geordert hat.

Derzeit konzentriert die Airline ihre Langstreckenkompetenz in London und baut dort ein Team auf, dass den zentralen Geschäftsbereich zentral koordinieren und planen soll.

Norwegian gibt neue Aktien aus

Anfang April will die Airline die Crews an einzelnen Basen wie Palma und Rom ausdünnen. Ende 2019 will Kjos keine Piloten mehr an den US-Nordostzielen Providence und Stewart stationieren.

##chaviation[dy]## Bis zum 8. Mai sollen die Aktionäre über eine Kapitalerhöhung durch eine 309 Millionen Euro schwere Investition eines Konsortiums um den norwegischen Reeder John Fredriksen abstimmen.

Zwei Übernahmeangebote der mehrheitlich britischen International Airlines Group (IAG) lehnte das Norwegian Air-Management 2018 ab. Im Januar 2019 nahm die IAG offiziell Abstand von ihrer Kaufabsicht.

Interessant bleibt Norwegian Air trotzdem, nicht zuletzt wegen einer überdurchschnittlich jungen Flotte und interessanten Streckenrechten etwa im luftfahrttechnisch vergleichsweise unerschlossenen Argentinien.
© aero.de (boa) | Abb.: Norwegian Air | 07.02.2019 11:38

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Beitrag vom 07.02.2019 - 18:53 Uhr
Ich glaube nicht, dass man das so pauschal sagen kann und gegeneinander aufrechnen darf. Bei einer Auslastung von 90% wäre nach meiner Rechnung diese auf 74% zurückgegangen

Trotzdem sehe auch ich für die Zukunft von Norwegian aktuell nicht allzu viel Positives
Beitrag vom 07.02.2019 - 16:43 Uhr
"25 neue Flugzeuge haben dem Management zufolge die Kapazität der Airline um 37 Prozent gesteigert und mit 37 Millionen Menschen transportierte Norwegian 13 Prozent mehr Passagiere als 2017"

Wir wohl bald Germania folgen. Wenn man die Kapazität um 37 Prozent steigert aber nur 13 Prozent mehr Passagiere befördert ist also die Auslastung der Maschinen um mehr als 20% gesunken.


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