Pilotenausbildung
Älter als 7 Tage

Kühler Kopf trotz großen Drucks

GOODYEAR - Gute Nerven und Belastbarkeit auch in Extremsituationen: die Anforderungen an Piloten sind so hoch wie die Verantwortung groß ist, die sie tragen. Bevor sie im Cockpit eines Linienfliegers landen durchlaufen Anwärter ein intensives Training, bei dem ihnen schon einmal das Blut in den Kopf schießt.

Einige Airlines haben in den vergangenen Jahren die Pilotenausbildung selbst in die Hand genommen, um ihren rasant wachsenden Bedarf an Nachwuchs zu decken.

Lufthansa Aviation Training in Goodyear, © planestream
 
Kleinere Fluggesellschaften wie Air Baltic grasen den Markt ebenso um Talente wie ungleich größere Mitbewerber wie Emirates oder die Lufthansa. Emirates bildet seit 2017 in ihrer neu gegründeten Flugschule in Dubai aus. Erklärtes Ziel: sechshundert Flugschüler und Absolventen pro Jahr.

Fünfhundert neue Piloten pro Jahr will die Lufthansa Group für ihre Airlines an der European Flight Academy trainieren - das Unternehmen hat die Ausbildung nach drei Jahren Pause 2018 gebündelt wieder aufgenommen.

Trotz des enormen Bedarfs an Piloten bleiben die Auswahlkriterien für Bewerber hoch - und die Ausbildung hat es in sich: In Vollzeit büffeln die Absolventen in den ersten Monaten Theorie - operationelle Verfahren, Meteorologie und Navigation stehen dann zum Beispiel auf dem Programm.

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Lufthansa Aviation Training - Pilotenausbildung in Goodyear, © planestream

 "Der Druck ist da, das braucht man nicht schön reden", sagt Jan-Philipp Schmiedeknecht, der bei der European Flight Academy (EFA) auf seine Multi-Crew Pilot License hinarbeitet, gegenüber planestream.

"Das ist meiner Meinung nach aber auch notwendig, denn mit der Verantwortung, die man später als Airline-Pilot hat, muss man einem gewissen Druck standhalten können."

Das Wort "Druck" bekommt im späteren Verlauf der Ausbildung noch eine andere, sehr konkrete Bedeutung: wer es wie Schmiedeknecht bis zum praktischen Block der EFA-MPL-Ausbildung geschafft hat, darf ins Cockpit. Dort lernen die Flugschüler nicht nur das Fliegen von Grund auf.

Im amerikanischen Goodyear trainieren sie auch für Extremsituationen. Bis zu vier G - das Vierfache des eigenen Körpergewichts - wirken beim "Upset Prevention und Recovery Training" auf Fluglehrer und -Schüler. Etwa dann, wenn sie die zweisitzige Grob G120A um 180 Grad drehen.

Mit kühlem Kopf müssen sie gegen ihre Intuition arbeiten und das Steuerhorn nach vorne drücken statt es heranzuziehen, um die Maschine schnell und sicher wieder in eine stabile Lage zu bringen.

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Lufthansa Aviation Training - Pilotenausbildung in Goodyear, © planestream

Flugschüler und Airlines investieren einiges in die Ausbildung - rund 80.000 Euro kostet sie den Schüler im Schnitt. Wer die Ausbildung an der EFA absolviert, kann die Summe in einem Stundungsmodell zurückbezahlen, sobald er eine Anstellung in einem der Cockpits der Airlines der Gruppe gefunden hat.

Die Chancen dafür stehen gut. Wegen der strengen Vorauswahl der Bewerber, bei der sie laut Lufthansa Aviation Training"auf ihre generelle Eignung für den Pilotenberuf, psychologische Eignung und medizinische Tauglichkeit geprüft" werden und wegen der umfangreichen Vorbereitungsmöglichkeiten schließen rund 99 Prozent der Absolventen die Ausbildung erfolgreich ab.

60.000 Piloten werden Prognosen zufolge weltweit bis 2036 benötigt. Die Lufthansa Group braucht ihre jährlich fünfhundert angepeilten Nachwuchsflieger eigenen Angaben zufolge selbst.

"Alle Absolventen der European Flight Academy haben exklusiven Zugang zum internen Stellenmarkt der Lufthansa Group-Airlines", sagte ein Sprecher des Unternehmens gegenüber aero.de. "Sie können sich ihren zukünftigen Arbeitgeber innerhalb der Lufthansa Group nach Bedarf und persönlicher Präferenz aussuchen."

Haben Ihnen der Beitrag und der Vorschaufilm gefallen? Näheres über die Pilotenauswahl bei Lufthansa und Co. erfahren Sie im Buch "SkyTest Piloten-Assessment 2019".

Die vollständige Reportage "Rookies heben ab (Teil 1 und 2)" können Sie in einem kostenfreien Monat auf planestream.de ansehen. In unserem neuen planestream Video-Blog zeigt der Streaming-Dienst für Luftfahrt-Begeisterte in Kooperation mit aero.de weitere spannende Ausschnitte seiner Produktionen. Zum Abheben gut!
© aero.de (boa) | Abb.: planestream | 10.02.2019 09:14

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Beitrag vom 11.02.2019 - 15:30 Uhr
@ A340 Skipper
Mir ist es ehrlicherweise egal, was Sie in Ihrer Karriere gemacht haben. Trotzdem klingt immer eine starke Verbitterung bei Ihnen durch, wenn es um den KTV geht.
Tatsächlich habe ich mich auch mal mit der Psychoanalyse beschäftigt, und obwohl ich nur ab und zu mal in gewissen Foren wie hier lese, muss ich @ Pilot Response zustimmen.
Ihr Schreibstil ähnelt doch sehr stark den von Ihm genannten Nicks, auch sehr viele Ähnlichkeiten bezüglich Ausbildung und Karriere gibt es.
Jetzt zu den von ihnen geposteten Links:
Wenn Sie selbst den von Studis-online mal nachlesen, der ist ja auch schon 7! Jahre alt,
dann haben sich viele der dort von Ihnen(oder anderen) geschriebenen Prognosen schon als Falsch herausgestellt!
Und wenn man nur mal die zwei Dienstpläne nimmt, bei dem einen sind es 89 Blockstunden, beim zweiten fast so viele, das ist wohl möglich, aber auch eher eine Ausnahme, früher wie auch heute! Fast alle Kollegen bzw Ex-Kollegen, die Langstrecke fliegen machen weniger als 750h im Jahr, wenn sie Vollzeit machen!
Wenn man mehr zu Hause sein will, macht man halt Teilzeit, im Konzern gibt es viele verschiedene Modelle dafür. Dann kann man seine Pläne requesten, Urlaub verschieben wie man möchte, alle 2 Jahre dazu noch eine 3 wöchige Kur usw usw
Ich könnte jetzt noch seitenweise schreiben, will aber nicht!
Tatsache ist, den KTV gibt es immer noch entgegen den Behauptungen auf Studis-online
Und gerade wenn man den job mit Akademikern vergleicht, würde ich nicht tauschen wollen, obwohl es da auf lange Sicht evt bessere Karrieremöglichkeiten gibt.
Noch eine Sache: Sie schrieben, Ihre Söhne haben den DLR Test gemacht , bestanden und dann doch etwas anderes gemacht bzw studiert!?
Das kann ich kaum glauben.
Noch ein Wort zu Ihren 1 Mann Cockpits:
Ich nehme jede Wette an, dass es in den nächsten 10 Jahren keine 1 Mann Cockpits bei Verkehrsflugzeugen geben wird, egal ob Pax oder Fracht!
Das ist nur ein Traum mancher Manager, da müssen wir wohl noch etwas länger drauf warten!
Beitrag vom 11.02.2019 - 13:34 Uhr
@ pilot response, ich glaube da muß ich Sie nun enttäuschen, ich bin in keinerlei Piloten-Foren je als Sandpits oder Cyberbird aktiv gewesen;

keine Anhnung, wie Sie darauf kommen, aber das ist schlicht unzutreffend!
Beitrag vom 11.02.2019 - 12:51 Uhr
A340Skipper auch bekannt als "Sandpitts" / "Cyberbird" aus einem anderen Forum hat den Weg hierher gefunden.

Herrlisch... Jetzt wirds unterhaltsam!


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