Wet-Leasing
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Eurowings reicht LGW an Zeitfracht weiter

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Eurowings Bombardier Q400, © Eurowings

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FRANKFURT - Die Lufthansa-Tochter Eurowings trennt sich schon wieder von der früheren Air-Berlin-Tochter LGW. Das Unternehmen wechselt zum 1. April in das Eigentum der Berliner Zeitfracht-Gruppe, wie beide Seiten am Mittwoch mitteilten. Bei den Piloten werden Erinnerungen an Augsburg Airways wach.

Lufthansa hatte die LGW im Dezember 2017 mit Personal und Flugrechten für 18 Millionen Euro aus der Insolvenzmasse der Air Berlin übernommen. Über den aktuellen Kaufpreis vereinbarten Lufthansa und Zeitfracht Stillschweigen.

Alle 17 "Dash"-Propeller-Flugzeuge sollen weiterhin für Eurowings mit denselben Crews unterwegs sein, weil gleichzeitig ein langfristiger Leasingvertrag abgeschlossen wurde.

Für die rund 450 Beschäftigten ändere sich nichts, da es sich um einen "geregelten Betriebsübergang" handele. Gewerkschaften hatten Eurowings im Herbst 2018 vorgeworfen, sich Verhandlungen über eine Angleichung der Tarifstrukturen für die LGW-Mitarbeiter zu versperren.

Zeitfracht ist bereits im Charterfluggeschäft aktiv und vermietet Maschinen samt Personal an andere Airlines. Aus der Insolvenzmasse der Air Berlin hatte sich Zeitfracht den Frachtplatzvermittler Leisure Cargo gesichert, außerdem zusammen mit dem Käufer Nayak die Air-Berlin-Technik. Geschäftsführer Wolfram Simon-Schröter kündigte an, die LGW-Flotte mittelfristig auszubauen.

Erste Hinweise auf einen bevorstehenden Verkauf der LGW gab Ende Januar eine Stellenanzeige der Zeitfracht-Tochter WDL, die Piloten für eine neue Q400-Flotte suchte (aero.de berichtete). Lufthansa und Zeitfracht hatten Stellungnahmen zu den Plänen für die LGW zu diesem Zeitpunkt abgelehnt.

Lufthansa hatte zwischenzeitlich noch dreizehn weitere Airbus A319 und A320 von Air Berlin unter dem AOC der Plattform betrieben.

Die Airbus-Flotte löste Lufthansa wieder aus der Plattform heraus. Den LGW-Jet-Piloten hatte der Konzern im Herbst 2018 einen befristeten Wechsel als First Officer zu Germanwings, in die Cockpits der A330/A340 von Brussels Airlines oder eine Einmalabfindung in Höhe von 25.000 Euro angeboten.

Cockpit fordert Wechselrecht für alle Piloten

Die Piloten sehen sich über die Absichten des Managements in die Irre geführt. "In dem nur ein Jahr währenden Gastspiel wurde die LGW allem Anschein nach gebraucht, um wichtige Slots und Streckenrechte für die Lufthansa zu sichern", kommentierte die Vereinigung Cockpit den Verkauf an Zeitfracht. "Ein langfristiges Engagement war augenscheinlich von Anfang an nicht geplant."

Der vereinbarte Wet Lease erinnere an das "Regionalsegment der Lufthansa, in der unter anderem Augsburg Airways und Contact Air im Auftrag der Lufthansa Passagiere beförderten. Als das DAX-Unternehmen sich von diesen Partnern wieder trennte, entzog es ihnen de facto die Existenzgrundlage."

Die VC fordert ein Wechselrecht für alle LGW-Piloten in die Lufthansa-Gruppe - und will mit Zeitfracht "für alle Eventualitäten" zeitnah über "arbeitsplatzsichernde Tarifverträge" verhandeln.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Eurowings | 20.02.2019 15:51

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Beitrag vom 20.02.2019 - 20:52 Uhr
Ich würde wahrscheinlich auch anfangen was neues zu suchen. Lufthansa kann man nicht trauen
Beitrag vom 20.02.2019 - 20:10 Uhr
Ist nicht Thomas Winckelmann (ex LUfthansa/Germanwings/Eurowings und dann Air Berlin) auch zu Zeitfracht gewechselt ?
Beitrag vom 20.02.2019 - 17:01 Uhr
Sieht schon so aus als würde Lufthansa die Regionalfluggesellschaft aus dem Eurowings Tarifvertrag heraushalten wollen. Wenn LGW später mehr zahlen will, kann Lufthansa auch einfach den Leasingvertrag auslaufen lassen.


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