Brexit-Sorgen
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Ryanair fliegt in die roten Zahlen

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Ryanair Boeing 737-800, © Ryanair

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DUBLIN - Ryanair kommt auch im dritten Quartal nicht auf Kurs. Aufgrund niedriger Ticketpreise wies das Unternehmen einen Verlust aus. Zudem warnte Ryanair am Montag davor, dass die Fluggesellschaft bei einem weiteren Rückgang der Preise auch die erst jüngst reduzierten Jahresziele möglicherweise nicht erreichen wird.

Dies gelte besonders im Falle eines ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU, erklärte Ryanair am Montag.

Am Montag teilte das Unternehmen zudem mit, dass sich Ryanair-Chef Michael O'Leary aus dem Tagesgeschäft zurückziehen will. Er werde stattdessen Chef der neuen Ryanair-Gruppe. Unter deren Dach einer Holding sollen die vier Fluggesellschaften Ryanair DAC, Laudamotion, Ryanair Sun und Ryanair UK jeweils mit eigenen Chefs und Managementteams zusammengeführt werden.

O'Leary soll sich nun als Chef der Holding unter anderem um die Entwicklung der Gruppe, Kostenreduktion, Flugzeugbestellungen und mögliche Übernahmen kümmern. Der Vertrag läuft über fünf Jahre. Ein Nachfolger für die Führung von Ryanair DAC soll im Laufe des Jahres bestimmt werden.

Auch der bisherige Verwaltungsratsvorsitzende David Bonderman soll seinen Posten im nächsten Jahr räumen, hieß es weiter. Investoren hatten eine Veränderung im Management seit längerem gefordert.

An der Börse ging es für die Ryanair-Aktie zunächst rasant bergab. Anschließend machte der Wert einen Teil seiner Verluste wieder wett und liegt jetzt noch 2,8 Prozent tiefer.

Im dritten Quartal belasteten neben sinkenden Ticketpreisen zudem höhere Personalkosten und Kerosinpreise sowie Ersatzzahlungen wegen der EU-Fluggastrechte das Ergebnis. Ein höheres Passagieraufkommen sowie Kostensenkungen konnten dieses Minus nicht ausgleichen.

So stand ein Verlust von 19,6 Millionen Euro zu Buche, wie der Easyjet-Konkurrent in Dublin mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von knapp 106 Millionen Euro ausgewiesen.

Mitte Januar hatte der irische Billigflieger erneut die Prognose für das Gesamtjahr gesenkt. Wegen des Preisdrucks der Branche dürfte der Gewinn bei noch 1 bis 1,1 Milliarden Euro liegen, hieß es. Es war die zweite Gewinnwarnung innerhalb kurzer Zeit, bereits im Oktober hatte Ryanair wegen Streiks und teurerem Kerosin zurückrudern müssen.

Nach der Gewinnwarnung Mitte Januar habe der Billigflieger mit den Resultaten nicht mehr überrascht, schrieb Analyst David Perry von der US-Bank JPMorgan in einer ersten Reaktion am Montag. Der Experte sieht die Signale der Europäischen Union positiv, wonach die Iren im Falle eines ungeregelten Brexit die Anforderungen an die Gesellschaftsstruktur durch bloße Aufgabe von Stimmrechten erfüllen könnten.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Boeing | 04.02.2019 09:09

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Beitrag vom 05.02.2019 - 09:31 Uhr
Von mir aus, könnten alle LCC vor die Wand fahren! Fliegen sollte zwar für alle erschwinglich sein, aber muss man 5-6 mal im Jahr manchmal nur für 3 Tage nach Malle fliegen?!

Ja, muss man! Ich fliege durchschnittlich 10 mal nach Malle, aber nie mit Ryanair!
Lieber zahle ich etwas mehr als mit so einer unsozialen Airline für 9,99Euro
Beitrag vom 04.02.2019 - 17:08 Uhr
Mit nur billig baut man halt auch keine Kundenloyalität auf.
Sobald also jemend anderes bessere Preise hat und sei der Unterschied nur 50 cent, sind die Kunden weg.
Dass ausgerechnet RYanAir unter einem Preisverfall leidet, ist schon sehr witzig.
Wie definieren Sie denn Loyalität? Im Wortsinne gemeinte innere Verbundenheit und Treue ohne materiellen Gegenwert? Von diesen vielleicht 1% können Sie nicht leben. Alles andere ist ein über Produkt/Preis/Leistung definiertetes und konditioniertes Kaufverhalten. Ändert sich diese Balance wird neu bewertet und man wandert evtl. ab.
Ryanair hat nie eine Loyalität als Ziel gehabt, sondern ein Image als Branchenprimus für den billigsten Deal. Hier schaut man zuerst nach wenn man billig reisen will und meistens war das Angebot so gut, dass man nicht mehr weiter geschaut hat. Durch die Öffnung auf andere Buchungssysteme wurde man über Reiseportale vergleichbar und jetzt ziehen andere mit besserem Produkt vorbei.
Man kann eine Operation nur bis zu enem Limit optimieren, danach ist Schluss. Ryan ist nahe am Limit, andere ziehen nach und sind ebenfalls nah dran. Wenn der Preis gleich ist entscheidet das Produkt. So hat sich Ryanair eine enge Nische erarbeitet, diese optimal ausgenutzt, ist aber unflexibel. Easy ist da flexibler und kann einen höherpreisigen Markt anzapfen. Bei gleichen Routen wird der Geschäftsmann Easy jedoch Ryan vorziehen, mit Worldconnect hat man dort auch andere Bereiche geöffnet.
Das Ryanair unter dem Preisverfall leidet ist in der Tat Ironie des Schicksals.

Dieser Beitrag wurde am 04.02.2019 17:11 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 04.02.2019 - 16:30 Uhr
Von mir aus, könnten alle LCC vor die Wand fahren! Fliegen sollte zwar für alle erschwinglich sein, aber muss man 5-6 mal im Jahr manchmal nur für 3 Tage nach Malle fliegen?!


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