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Brussels Airlines rückt 2019 enger an Eurowings

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Brussels Airlines Airbus A320, © Brussels Airlines

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BRÜSSEL - Lufthansa geht bei Brussels Airlines in Vorleistung. Die Verjüngung der Langstreckenflotte setzt sich im Februar fort. Zeitgleich rückt Lufthansa die belgische Tochterfirma enger an Eurowings. Zumindest im Europaverkehr sind die Tage der Marke "Brussels Airlines" wohl bald gezählt.

Nach einem verlorenen Richtungsstreit mit der Lufthansa-Zentrale mussten Brussels-Airlines-Chef Bernard Gustin und sein Finanzvorstand Jan De Raeymaeker vor einem Jahr ihre Schreibtische räumen. Konzernchef Carsten Spohr übertrug die Verantwortung für Brussels Airlines an Christina Förster.

Die Managerin soll in Brüssel die Lufthansa-Konzernstrategie durchfechten und den Abstand zu den Renditen der Schwesterfirmen verringern. Als Richtschnur gelten bei Lufthansa 14,3 Prozent Marge auf Basis der operativen Ergebnisse - mit dieser Fabelrendite setzte sich Swiss zuletzt von den anderen Lufthansa-Airlines ab.

"Wir sind nicht mehr in unmittelbarer Gefahr, aber auch noch nicht in ruhigem Fahrwasser wie andere Airlines der Gruppe, etwa Lufthansa und Swiss", sagte Förster kürzlich in einem Interview mit der Zeitung "La Libre". Daher müsse Brussels Airlines auch 2019 weiter an ihrer Profitabilität arbeiten.

Im Europaverkehr wird sich Brussels Airlines dafür deutlicher als Eurowings-Pfeiler zu erkennen geben. "Es ist klar, dass wir ein pan-europäisches Netzwerk anstreben und dabei nicht jede einzelne Marke erhalten können", sagte Förster. "Vor diesem Hintergrund könnte sich der Name für die Mittelstrecke ändern."

##chaviation[sn]## Die Verkehrsleistung von Brussels Airlines hat Lufthansa 2018 bereits in die Zahlen von Eurowings verpackt. Die belgische Tochter soll im vergangenen Jahr systemweit um gut zehn Prozent auf über 10,5 Millionen Passagiere zugelegt und dabei die Auslastung verbessert haben.

Zwei von der aufgelösten Thomas Cook Belgium übernommene A320 wirkten sich positiv auf den Europaverkehr und das Veranstaltergeschäft aus, erfuhr aero.de vom einem Insider. "Und auch die Flüge nach Afrika und Nordamerika haben die Erwartungen übertroffen."

Die Langstrecke ist für Förster der Schlüssel zu mehr Gewinn, denn hier kann die Airline auf neuere Flugzeuge zurückgreifen. Lufthansa hat Brussels Airlines 2018 ein Flotten-Update bewilligt: die ältesten sieben von zehn Airbus A330 werden schrittweise durch jüngere Flugzeuge gleichen Typs ersetzt.

In diesem Zuge vereinheitlicht Brussels Airlines die Teilflotte auf Triebwerke von Rolls-Royce, wodurch sich der Wartungsaufwand verringert. Zeitgleich wertet Brussels Airlines die Kabinen auf und führt eine vollwertige Premium Economy Class auf der Langstrecke ein.

A330-Austausch beansprucht mehr Zeit

"Bislang haben zwei A330 unsere Flotte verlassen und eine dritte wird im Februar folgen", sagte eine Brussels-Airlines-Sprecherin aero.de. "Da Flottenaustausch und Retrofit parallel zueinander stattfinden, kann es beim Phase-in und Phase-out noch zu terminlichen Veränderungen kommen."

Inzwischen rechnet Brussels Airlines mit Abschluss der Flottenmodernisierung nicht mehr bis Anfang 2020 sondern erst "im Sommer nächsten Jahres".

Brussels Airlines werde 2019 keine neuen Langstrecken öffnen, nannte Förster eine weitere Sparmaßnahme. Die Airline vermeidet so teure Anlaufverluste. Eine defizitäre Linie nach Mumbai - die einzige Indien-Strecke im Langstreckensystem - hat Brussels Airlines in diesem Monat geschlossen.

Stattdessen laufen bei Brussels Airlines jetzt die Fäden der Afrika-Strategie des Lufthansa-Konzerns und der Eurowings-Langstrecke zusammen.
© aero.de | Abb.: Brussels Airlines | 30.01.2019 08:04

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Beitrag vom 05.02.2019 - 07:47 Uhr
Unbestritten, der Kunde will billig. Wenn ich als Unternehmen oder Marke das nicht mitmachen möchte, so muss ich dem Kunden halt durch meine angebotene Leistung klar machen, warum ich teurer bin und warum der Kunde einen Vorteil davon hat. Auch so einfach ist es. Zumindest ich erkenne diesen Mehrwert bei LH nicht, wenn ich Kurzstrecke in Europa fliegen möchte und die Angebote vergleiche.
Beitrag vom 05.02.2019 - 06:47 Uhr
Leider kommt mal wieder... nichts. Schade.
Aber nach dem Ende von Germania sollte auch der letzte Romantiker kapiert haben, dass Es nur einen Weg in die Zukunft gibt, man muss Geld verdienen. Und Brussels hat alleine kein Geld verdient. So brutal einfach ist das Gesetz. Tut mir für die Kollegen leid.
Beitrag vom 02.02.2019 - 21:48 Uhr
Danke @ jasonbourne
An all die anderen Manager... Kunde will billig, Tradition egal, Mitarbeiter streiken für mehr Geld. Was wäre ihre Lösung? Bin gespannt


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