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Springt Indigo Partners bei WOW Air ab?

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WOW air Airbus A320neo, © Airbus

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REYKJAVIK - Hinter der Zukunft des isländischen Atlantikdiscounters WOW Air steht wieder ein Fragezeichen. Tag X zum Einstieg des US-Airlineinvestors Indigo Partners ist am 28. Februar verstrichen. Eine Leasingfirma fordert nach Medienberichten hohe Schadensersatzleistungen für einen geplatzten A330neo-Deal.

"Keine Einigung": die Rettung von WOW Air durch Indigo Partners stockt. Eigentlich sollte der Deal bis 28. Februar unter Dach und Fach sein. Ein zweiter Anlauf werde bis 29. März erfolgen, informierte WOW Air ihre Gläubiger am Donnerstag in einer wortkargen Mitteilung. Mehr will die Airline "zum jetzigen Zeitpunkt" dazu nicht sagen.

WOW Air hat 2018 einen harten Abstieg vom Börsen- zum Pleitekandidaten durchlebt. Eine zunächst angestrebte Eilübernahme durch den Konkurrenten Icelandair verlief im Sande. Schließlich sagte der US-Airlineinvestor Indigo Partners, der unter anderem bei Wizzair und Frontier Airlines die Fäden zieht, 75 Millionen US-Dollar für einen Neuanfang zu.

Der Deal sieht eine Direktbeteiligung von 49 Prozent und eine Wandelanleihe vor. In der Aussicht auf den finanzstarken Partner zog WOW Air eine Sanierung mit der Brechstange durch: die Flotte wurde von 20 auf elf Flugzeuge verkleinert, 111 Mitarbeiter mussten gehen, Flugplan und Streckennetz hat WOW Air drastisch ausgedünnt.

Nach 3,5 Millionen Passagieren im Vorjahr rechnet WOW Air für 2019 nur noch mit 2,1 Millionen Fluggästen.

Teurer Fehler beim A330-Leasing

Die größte Hürde der Übernahme sind laut isländischen Medien Leasingverträge über je zwei Airbus A330-300 und A330-900, die WOW Air 2017 mit Avolon über zwölf Jahre Laufzeit abgeschlossen hatte.

WOW Air hatte im November 2018 die A330-300 TF-LUV und TF-WOW vorzeitig an den irischen Flottenfinanzierer zurückgegeben und beide A330neo noch vor Auslieferung storniert. Großraumgerät ist derzeit nicht mehr Teil der Flottenplanung. Avolon dürften für den geplatzen Deal hohe Vertragsstrafen zustehen.
© aero.de | Abb.: Airbus | 02.03.2019 17:25


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