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Boeing verhandelt mit China über 100 Dreamliner

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Klapp-Flügelspitzen werden ein Markenzeichen der 777X, © Boeing

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NEW YORK - Der US-Flugzeugbauer Boeing verhandelt einem Medienbericht nach über eine große Bestellung für Langstreckenflugzeuge aus China - trotz des Handelsstreits zwischen Washington und Peking.

Bei den Gesprächen gehe es um insgesamt rund 100 Maschinen vom Typ 787 "Dreamliner" und von Boeings neuestem Langstreckenjet 777X, schrieb der Finanzdienst Bloomberg am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf einen Insider.

Das Auftragsvolumen dürfte sich ohne branchenüblicher Rabatte auf über 30 Milliarden Dollar (27 Mrd Euro) belaufen. Boeing lehnte einen Kommentar ab, eine Stellungnahme aus China lag zunächst nicht vor.

Für Boeing käme ein solcher Mega-Deal im scharfen Wettbewerb mit dem europäischen Erzrivalen Airbus sehr gelegen. Das Vertrauen in den US-Hersteller hat nach zwei verheerenden Abstürzen von Maschinen der meistverkauften Baureihe 737 Max und weltweiten Flugverboten schwer gelitten.

Den von Bloomberg zitierten Quellen nach steht ein Abschluss der Verhandlungen aber noch nicht unmittelbar bevor - der Handelsstreit zwischen den USA und China sorge für Komplikationen. Die chinesische Seite warte auf Anweisungen der Regierung in Peking, bevor die Gespräche mit Boeing vorangetrieben werden könnten.
© dpa-AFX | 06.06.2019 06:10

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Beitrag vom 10.06.2019 - 20:41 Uhr
Für Trump würde solch ein Deal ja gerade eine weitere Einladung bedeuten, dieses Spiel später weiter zu spielen.

Das ist mMn der wichtigste Punkt. Ein paar Dutzend Flugzeuge im Wert von einigen Milliarden (noch dazu über viele Jahre verteilt) sind bei den Handelsvolumen zwischen den USA und China ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber für Trump wäre es erstens ein innenpolitisch wichtiger Erfolg und zweitens der Beweis, dass seine Erpressungstaktik funktioniert. Beides wird die chinesische Führung vermeiden wollen.
Beitrag vom 10.06.2019 - 20:15 Uhr
Den Gedanken kann ich schon nachvollziehen. Beim Versuch die Handelsstreitigkeiten zu beruhigen könnte China das Handelsdefizit mit den USA dadurch verringern, indem sie verstärkt bei Boeing kaufen. Da ist man dann schnell im Milliardenbereich. Das ginge dann zu Lasten von Airbus.

Das hatte ich für deswegen realitätsfern, da dies dem in der Vergangenheit gezeigten grundsätzlichen Verhalten und Entscheidungspraktiken der chinesischen Regierung absolut widersprechen würde.

Am ehesten wäre noch denkbar, das China die Eskalation begrenzt, indem denkbare eigene Sanktionen gegen US-Unternehmen ausbleiben, was im Falle von Apple anscheinend der Fall ist.

Für Trump würde solch ein Deal ja gerade eine weitere Einladung bedeuten, dieses Spiel später weiter zu spielen. Und das ist durchaus denkbar, da Trump nicht als verlässlicher, sprich vertragstreuer Verhandlungspartner bekannt ist (siehe Abkommen Paris/Klima und Iran/Nuklear). Dies würde die eh schon große chinesische Abhängigkeit von der US-Wirtschaft noch aktiv befeuern mit für China in Zukunft umkalkulierbaren Risiken. Dieser Nachteil wiegt schwerer als die jetzige theoretische Möglichkeit, sich die Vermeidung höherer Zölle durch Flugzeugbestellungen im 2-stelligen Mrd.-Bereich zu "erkaufen".

Ferner ist die Fertigungstiefe, Umfang des Technologietransfers und der Footprint von Airbus in China deutlich größer als der von Boeing, was zusätzlich dagegen spricht, dass China irgendetwas in diesem Zusammenhang unternimmt, was Airbus als Nichtbeteiligter an dieser Auseinandersetzung schaden könnte. Im Flugzeugbau ist China von externen Knowhow-Zufluss immer noch abhängig und braucht das für die Durchführung ihrer eigenen Programme (C919, C929).

Dieser Beitrag wurde am 10.06.2019 20:30 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 09.06.2019 - 09:00 Uhr
Den Gedanken kann ich schon nachvollziehen. Beim Versuch die Handelsstreitigkeiten zu beruhigen könnte China das Handelsdefizit mit den USA dadurch verringern, indem sie verstärkt bei Boeing kaufen. Da ist man dann schnell im Milliardenbereich. Das ginge dann zu Lasten von Airbus.

Bingo !


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