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Dornier Seastar geht in Serie

OBERPFAFFENHOFEN - Dornier Seawings hat mit der Serienfertigung ihres Amphibien-Fliegers "Seastar" begonnen. Dies verlautete das Unternehmen am Donnerstag auf der Singapore Airshow. Das Flugzeug kann bis zu zwölf Passagiere befördern und sowohl an Land als auch von Wasser aus starten und landen.

Gegenüber Helikoptern als auch konventionellen Wasserflugzeugen verfügt der Seastar über deutlich erweiterte Einsatzmöglichkeiten. Dornier Seawings plant seine Musterzulassung gemäß CS-23 (FAR 23) durch die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) bereits für das zweite Quartal 2018 und will noch 2018 die ersten Flugzeuge ausliefern. Als Listenpreis nennt Dornier 7,2 Millionen US-Dollar.

Das ursprünglich von Claudius Dornier entwickelte Flugzeug basiert auf Konstruktionsprinzipien des Flugpioniers und Gründers der Dornier Flugzeugwerke, Claude Dornier.

Dornier Seastar
Dornier Seastar - Modellansicht (© Dornier Seawings GmbH)
Dornier Seastar
Mehrzweck-Amphibium Dornier Seastar (© Dornier Seawings GmbH)
Dornier Seastar
Dornier Seastar Amphibien-Flieger (© Dornier Seawings GmbH)
Dornier Seastar
Dornier Seastar VIP-Kabine (© Dornier Seawings GmbH)
Dornier Seastar VIP-Cabin
Dornier Seastar Commuter Kabine (© Dornier Seawings GmbH)
Dornier Seastar
Dornier Seastar Cockpit (© Dornier Seawings GmbH)
Dornier Seastar Cockpit
Dornier Seastar Offshore-Mission (© Dornier Seawings GmbH)
Dornier Seastar

Der Seastar ist für Kurzstrecken bis 1.700 Kilometer (900 nm) ausgelegt. Mit einer maximalen Reisegeschwindigkeit von 180 KTAS (335 Km/h) ist das Amphibienflugzeug um 40 KTAS schneller als der nächstbeste Mitbewerber. Dazu verfügt die Maschine über zwei zentral, oberhalb des Flügels angebrachte Turboprop-Triebwerke von Pratt & Whitney mit Fünfblattpropellern.

Dornier bewirbt den Seastar als das wirtschaftlichste Flugzeug seiner Klasse. Der korrosionsfreie, vollständig aus Verbundwerkstoffen gefertigte Rumpf soll bedeutend geringere Wartungskosten als Metallzellen veursachen. Dazu sei der Seastar auch für den Betrieb auf rauer See geeignet.

Das Interieur ist für ein breites Einsatzspektrum ausgelegt. So kann die Kabine für unterschiedlichste Einsätze mit bis zu zwölf Sitzen ausgestattet werden, von VIP-Flügen bis hin zur Versorgung kleiner Inseln oder  Ölplattformen.

Das Cockpit ist mit dem Primus Epic 2.0 System von Honeywell mit vier 10 Zoll LCD-Displays und modernsten Flightmanagement-Systemen ausgestattet und auch für Single-Pilot Betrieb geeignet.

Endmontage in Oberpfaffenhofen

Für die Produktion arbeitet Dornier Seawings mit Pratt & Whitney Canada, SPP Canada Aircraft Inc. und der Kanada-Tochter der österreichischen Diamond Aircraft Industries zusammen sowie mit MT Propellers aus Deutschland und Honeywell aus den USA.

Diamond Aircraft hat bereits mit der Fertigung der Flugzeugzelle begonnen, einschließlich Rumpf, Tragflächen und Steuerwerk. Die erste Zelle soll bereits im Juni 2016 an die Endmontagelinie von Dornier Seawings geliefert werden.

Die Dornier Seawings GmbH ist ein Joint Venture zwischen der Wuxi Industrial Development Group (WXIDG), der Wuxi Communications Industry Group und der Familie Dornier. Der Hauptsitz des Joint Ventures befindet sich in Wuxi in der chinesischen Provinz Jiangsu, die technischen Kernbereiche im deutschen Oberpfaffenhofen. Gefertigt und ausgerüstet wird der Seastar zunächst in Oberpfaffenhofen und später auch in Wuxi.

Keine Angaben macht Dornier zu seinen Erstkunden. Albert Halder, CEO von Dornier Seawings, verwies aber auf "sehr positive Reaktionen" von Kunden aus der ganzen Welt. "Wir sind zuversichtlich, dass der Seastar ein kommerzieller Erfolg wird", so Halder in Singapur.

Mitbewerber Viking (Twin Otter 400S) bezifferte letztes Jahr den Markt für Mehrzweck-Amphibienflugzeuge allein in der chinesichen Ölförderindustie auf bis zu 500 Einheiten.
© Bob Gedat, aero.at | Abb.: Dornier Seawings GmbH | 20.02.2016 19:11

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Beitrag vom 26.02.2016 - 00:52 Uhr
Lassen wir doch mal die Grammatik bei Seite.

Die Weiblichkeit des Flugzeuges kommt wohl eher aus der Geschichte. Aus einer Zeit wo noch hauptsächlich ein männlicher Pilot am Steuer saß. In einer Zeit wo das Fluggerät auch noch nicht so vor Sicherheit strotzte. Damals bekamen diese dann eine weibliche Anekdote. Beispiel die Benennung "Tante Ju".

Ähnlich ist es mit dem eigentlichen "Du" in der Luftfahrt. Entstammt aus der Gegebenheit, wo noch der zumeist einzelne Pilot eines Fluggeräts, sich auf die Bodencrew verlassen musste. Aus der lebenswichtigen Gemeinschaft entstammt das "Du". Damit entstand eine Art von persönlicher Beziehung bzw. sich auf den anderen verlassen zu können.
Beitrag vom 25.02.2016 - 13:53 Uhr
Nein man sagt "die ärbüs dreiaktsisch" und dann passt das wieder... Allerdings gibt es genug Leute die die ganzen Airbusse als "die" oder eben weiblich bezeichnen. Die Bus. Na ja, wenn's schön macht...

Aber mal davon abgesehen freue ich mich wenn Dornier mal wieder etwas nicht direkt für das Deutsche Museum in München produziert! Ich wünsche alles Gute und viel Erfolg! :-)
Beitrag vom 22.02.2016 - 18:32 Uhr
Flugzeuge waren schon immer weiblich ... die Seastar
Deswegen sagst du auch die Airbus A380 ;) Fehler erkannt? ^^


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