Sparkurs bei Eurowings
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"Die Fehler liegen klar beim Management"

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Lufthansa und Eurowings, © Lufthansa

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DÜSSELDORF - Lufthansa greift Eurowings zum dritten Mal in fünf Jahren in die Speichen. Der Konzern preist die Neuausrichtung der Günstigstrategie vor den Aktionären als großen Wurf - Piloten und Flugbegleiter sind sich einig: Eurowings könnte vorhandene Strukturen schon heute wesentlich effizienter nutzen.

Lufthansa setzt Eurowings auf strenge Diät: die Airline soll in den nächsten drei Jahren 15 Prozent ihrer Betriebskosten (Treibstoff außen vor) einsparen - 2021 soll Eurowings aus der Verlust- in die Gewinnzone fliegen.

"Wir könnten die bereits bestehenden Möglichkeiten viel besser nutzen", sagte Daniel Flohr von der Flugbegleitergewerkschaft UFO aero.de zu den Plänen. "Der im vergangenen Jahr abgeschlossene Manteltarifvertrag enthält noch einigen Spielraum, was die Einsatzmöglichkeiten der Mitarbeiter betrifft."

Für Janis Schmitt von der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit muss die beabsichtigte Erhöhung der jährlichen Blockstunden von 530 auf 750 für die fliegenden Mitarbeiter nicht zwangsläufig mit einer Steigerung der Arbeitszeit einhergehen.

"Durch eine effektivere Planung und den Wegfall sogenannter Proceedings und längerer Wartezeiten an den Flughäfen könnte man die Produktivität erhöhen, ohne dabei die eigentliche Dienstzeit anfassen zu müssen", sagte er aero.de.

"Auch durch eine Reduzierung von kürzeren Strecken und einer Planung hin zu längeren Strecken könnte man das Verhältnis von Blockzeit zur Dienstzeit verbessern." Die Gewerkschaft erwarte baldige Gespräche mit dem Eurowings-Management, in denen Details der Pläne geklärt werden.

In der Konzentration auf die Homebase der Piloten sieht Schmitt einen Vorteil für die Kollegen, die dort stationiert sind. Fraglich ist ihm zufolge jedoch, was mit den Stationen passiert, die aus dem Fokus des Managements rücken. "Sollen hier ähnlich wie vormals bei Air Berlin einzelne Stationen geschlossen werden?

"Die Eurowings"

Eine Zusammenlegung der Betriebsgenehmigungen der Eurowings findet die VC hingegen sinnvoll. "Sicherlich wäre ein einzelnes AOC auch aus unserer Sicht wohl zweckmäßiger", sagte Schmitt. "Man könnte die einzelnen Flugbetriebe nicht mehr gegeneinander ausspielen und es gäbe tatsächlich Die Eurowings."

Stellenstreichungen auf Pilotenseite fürchtet Janis Schmitt zunächst nicht. Dennoch: "Bei einer Ankündigung von Sparmaßnahmen ist man immer alarmiert. Allerdings liegen die gemachten Fehler klar beim Management."
© aero.de (boa) | Abb.: Lufthansa | 26.06.2019 05:27


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