Weltraum-Tourismus
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Virgin Galactic will durch Fusion an die Börse

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Virgin Galactic VMS Eve und VSS Unity, © Virgin Galactic

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NEW YORK - Die US-amerikanische Firma Virgin Galactic soll zum ersten an der Börse gelisteten Konzern werden, der Touristen Flüge in den Weltraum ermöglicht. Dafür wollen sich Virgin Galactic und die bereits börsennotierte Beteiligungsgesellschaft Social Capital Hedosophia zusammenschließen.

Der Deal soll im zweiten Halbjahr abgeschlossen werden. Der Wert des zusammengeschlossenen Unternehmens soll sich zunächst inklusive Schulden auf 1,5 Milliarden US-Dollar (rund 1,34 Mrd Euro) beziffern.

Social Capital Hedosophia soll demnach künftig 49 Prozent am fusionierten Unternehmen halten und bringt rund 800 Millionen Dollar in den Zusammenschluss ein.

Anteilseigner von Virgin Galactic erhalten rund eine Milliarde Dollar in Aktien des fusionierten Unternehmens sowie bis zu 300 Millionen Dollar in bar. Durch den Zusammenschluss mit einem bereits am Kapitalmarkt gelisteten Unternehmen kann die Firma von Milliardär und Gründer Richard Branson den Prozess eines eigenen Börsengangs umgehen.

Kostspielige Informationsveranstaltungen für Investoren fallen so für Virgin Galactic weg. Genau wie die Herausforderung, Anteilsscheine eines Unternehmens am Markt zu platzieren, dessen Pläne nach einem fatalen Unfall mit Todesfolge während eines Probeflugs über Kalifornien im Jahr 2014 weit zurückgeworfen wurden.

Virgin Galactic geht davon aus, dass der Deal dem Konzern genügend Kapital zur Verfügung stellen wird, um das Geschäft mit dem Weltraumtourismus ins Rollen zu bringen. Seit seiner Gründung im Jahr 2004 hat Virgin Galactic bereits über eine Milliarde Dollar eingesammelt, der größte Teil des Geldes stammt von Richard Branson selbst.

2017 hatte dann Saudi-Arabiens Staatsfonds angekündigt, eine Milliarde Dollar in das Unternehmen zu investieren. Doch nach dem Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul brach Branson die Gespräche ein Jahr später ab.

Social Capital Hedosophia wurde vom früheren Facebook-Manager Chamath Palihapitiya gegründet und 2017 an die Börse gebracht. Palihapitiya will selbst rund 100 Millionen Dollar einbringen und soll künftig als Verwaltungsratschef der neuen Firma fungieren.

Virgin Galactic befindet sich momentan in einem hart umkämpften Wettbewerb mit Konkurrenten wie Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos oder SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk, die ebenfalls daran arbeiten, Touristen in den Weltraum zu befördern.

Derzeit verfügt Virgin Galactic nach eigenen Angaben über eine Liste mit Reservierungen von rund 600 Personen aus 60 Ländern, die sich für Gesamtkosten von rund 80 Millionen Dollar bereits einen Platz in Raumschiffen von Virgin Galactic gesichert haben. Sie alle hoffen, in den nächsten Jahren zu den ersten Weltraumtouristen zu gehören. Laut Aussage von Richard Branson hat das Unternehmen zuletzt bei Testflügen große Fortschritte gemacht.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Virgin Galactic | 09.07.2019 15:16


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