Luftfracht im Krisenmodus
Älter als 7 Tage

Lufthansa Cargo fährt die Bremsklappen aus

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Lufthansa Cargo Boeing 777F, © Lufthansa Cargo

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FRANKFURT - Aus der Luftfracht ist nach zwei Boomjahren die Luft raus. Ein Gewinneinbruch im ersten Quartal und eine "schwächere Nachfragesituation" zwingen Lufthansa Cargo zur Trimmung von Kapazitäten. Mindestens zwei MD-11F sortiert der Frachtkranich noch 2019 endgültig aus seiner Flotte aus.

Peter Gerber hatte im März bereits vorgebaut: Handelskonflikte und der britische EU-Austritt versperren Lufthansa Cargo "klare Sicht" auf 2019, sagte der Spartenchef ein schwieriges Jahr für die Luftfracht voraus.

Tatsächlich läuft 2019 für Lufthansa Cargo nicht rund: im ersten Quartal sackte der operative Gewinn um 74 Prozent auf nur noch 19 Millionen Euro ab, auf der Einnahmenseite fehlten vier Prozent Umsatz - obwohl der Konzern das Frachtgeschäft zuletzt kräftig ausgebaut hat.

Das 2019er Angebotsplus von 8,8 Prozent konnte Lufthansa Cargo allerdings zu keinem Zeitpunkt voll im Markt absetzen, die Auslastung ist seit Jahresbeginn um 7,7 Punkte auf 61,8 Prozent eingebrochen. Bei soviel Gegenwind kommt Lufthansa Cargo nach eigenen Angaben nicht länger um eine "unterjährige Anpassung" herum.

"Die Streichungen erfolgen entsprechend der Nachfrageentwicklung über das gesamte Flugprogramm", teilte Lufthansa Cargo am Montag mit. Die Flugplananpassungen bedeuten auch "die endgültige Ausflottung von zunächst zwei Frachtmaschinen des Typs MD-11F" bis zum Jahresende.

"Wir werden die Marktentwicklung weiterhin aufmerksam beobachten und unser Angebot bedarfsgerecht und flexibel steuern", sagte Gerber.

"Wirtschaftliche Ladefaktoren"

Die aktuellen Kapazitätsrücknahmen werde Lufthansa Cargo "im zweiten und dritten Quartal umsetzen". Damit stelle Lufthansa Cargo "auch künftig wirtschaftliche Ladefaktoren und einen weiterhin optimalen Einsatz der Flugzeuge sicher".

Erst im März hatte der Weltluftfahrtverband IATA seine Wachstumsprognose für den weltweiten Luftfrachtmarkt für 2019 von 3,7 auf 2,0 Prozent nach unten korrigiert. Im Januar lag das Aufkommen weltweit sogar 1,8 Prozent niedriger als im Vorjahr. Luftfracht gilt als wichtiger Frühindikator weltwirtschaftlicher Entwicklung.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Lufthansa Cargo | 29.05.2019 09:35


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