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Eurowings übernimmt letzten Airbus A320 von Air Berlin

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Lufthansa integriert Air Berlin in Eurowings, © Eurowings

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DÜSSELDORF - Eurowings übernimmt nächsten Montag das 77. und letzte Flugzeug aus der einstigen Flotte von Air Berlin. Die Integration ist damit nicht abgeschlossen. Mitarbeiter beklagen, dass Eurowings Verhandlungen über neue Tarifverträge seit Monaten in die Länge zieht.

Die A320-Flotte von Air Berlin ist weitgehend unter Eurowings, Easyjet und Laudamotion aufgeteilt. Die D-ABNW - das Flugzeug führte am 27. Oktober 2017 den letzten Linienflug von Air Berlin von München nach Tegel durch - fliegt heute in der Schweiz bei Edelweiss.

Am kommenden Montag übernimmt Eurowings ihren 77. und letzten Flieger aus dem Bestand. Air Berlin nutzte den Airbus A320 D-ABDT einst selbst und bei ihren Tochterfirmen Belair und NIKI. Lufthansa hatte auf die ersten Flugzeuge von Air Berlin bereits vor deren Insolvenz Zugriff.

Die ersten 35 Airbus Airbus A319, A320 und Bombardier Q400 hatte Air Berlin samt Crews ab April 2017 an die Lufthansa-Töchter Eurowings und Austrian Airlines verpachtet. Zeitgleich lief bei der Günstigmarke die Integration von Brussels Airlines an. Ab Dezember 2017 folgten weitere Flieger aus Berlin.

"Einiges würden wir konservativer angehen", sagte Eurowings-Geschäftsführer Michael Knitter rückblickend im Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin "Capital". Fluglotsenstreiks, Unwetter und Staus im Luftraum seien 2017 "mitten in unseren Integrationsprozess gerauscht", was zu Verwerfungen im Flugplan führte. "Das konnte ich nicht mehr puffern."

Auf einige Flugzeuge musste Eurowings zudem länger warten als geplant - und knappe Ersatzmaschinen auf Slots eintakten, die man sonst verloren hätte. "Verhandlungen mit Leasinggebern, die technische Prüfung der Neuzugänge und die Abnahme der Dokumention durch die Aufsicht haben Zeitpuffer vernichtet", sagte ein Insider.

Die "wohl schwierigste Etappe" habe Eurowings jetzt geschafft, sagte Eurowings-Vorstand Thorsten Dirks im Juli dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Durch die jüngsten Flottenzugänge konnten wir die zwischenzeitlich knappen Flugzeug-Reserven in den vergangenen Wochen deutlich erhöhen."

LGW-Mitarbeiter fürchten um Jobs

Der komplexe Verteilungsschlüssel der Flugzeuge auf bestehende, gekaufte und neu geschaffene Flugbetriebe sorgt allerdings für neue Spannungen mit dem Flugpersonal.

"Seit Monaten leben die Beschäftigten in Unsicherheit und wissen nicht, wie es am nächsten Tag weitergeht. Es ist die gleiche verzweifelte Situation wie zur Zeit der Insolvenz der Air Berlin voreinem Jahr", sagte Volker Nüsse, Verdi-Verhandlungsführer für die Kabinenbeschäftigten in der Eurowings-Gruppe.

Die Gewerkschaft befürchtet einen Stellenabbau bei der LGW, nachdem die Geschäftsführung am Dienstag bei einer Mitarbeiterversammlung Umbaumaßnahmen angekündigt habe. Die LGW mit etwa 400 Flugbegleitern war Anfang des Jahres von der Air Berlin übernommen und in die Eurowings-Gruppe integriert worden.

Zuvor waren Streckenrechte und Flugzeuge der Air Berlin auf die LGW übertragen worden. Seit dieser Zeit weigere sich Eurowings, Tarifverträge zu vereinbaren, sagte Nüsse.
© aero.de | Abb.: Eurowings | 23.08.2018 09:10


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