Krisenflieger 737 MAX
Älter als 7 Tage

Boeing will alle Probleme über die Software lösen

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Boeing 737 MAX 9, © Boeing

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CHICAGO - Ein Prozessor in der Flugsteuerung der Boeing 737 MAX geriet bei Tests der US-Luftfahrtaufsicht FAA an seine Grenzen. Der Fehler brachte die 737 MAX im Simulator in eine nicht mehr kontrollierbare Sinkfluglage - und hat seinen Ursprung offenbar in der Software. Für Boeing ist das eine gute Nachricht.

An der Sicherheitsarchitektur der 737 MAX bestehen berechtigte Zweifel. Die Trimmautomatik MCAS steht in dringendem Verdacht, die Flüge Lion Air 610 und Ethiopian Airlines 302 und 346 Menschen ins Verderben gerissen zu haben. Im Juni deckten Testpiloten der FAA eine weitere "potenzielle Risikoquelle" auf.

Im Simulator setzte der Flugcomputer mehrfach ungewollte Sinkflugimpulse. Laut Insidern führten Boeing und die FAA das auf einen Datenstau zurück, der einen Prozessor überlastete. Ausgangspunkt des problematischen Systemverhaltens ist nach einem aktuellen "Bloomberg"-Bericht ein Programmierfehler im aktuellen Softwareupdate für die Flugsteuerung.

Weder Boeing und die FAA haben diese Information bislang bestätigt. Boeing sei jedoch "zuversichtlich", auch das jüngste Problem "über die Software und nicht mit neuer Hardware" abstellen zu können, sagte Boeing-Konzernchef Dennis Muilenburg in dieser Woche bei Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal.

Änderungen an der Hardware wären ungleich aufwendiger - und hätten die Wiederzulassung der 737 MAX möglicherweise zusätzlich erschwert. Boeing will bis Ende September ein umfangreiches Softwarepaket für die 737 MAX zur Abnahme durch die FAA vorlegen.

Bis die 737 MAX wieder Passagiere fliegt, wird es gleichwohl noch etwas dauern: Southwest Airlines plant bis Januar 2020 ohne den Flugzeugtyp.
© aero.de, Bloomberg News | Abb.: Boeing | 27.07.2019 10:03

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Beitrag vom 30.07.2019 - 14:07 Uhr
Ich frage mich vor allem, ob dieses organisatorische Sicherheitsproblem tatsächlich auf die Entwicklung der MAX beschränkt war.
Oder ob auch andere Entwicklungen, die seit ~2012 bei Boeing durchgeführt wurden, unter den gleichen betriebswirtschaftlich ausgelösten Sicherheitsproblemen leiden.


Die kulturelle Problematik an dieser Sache und letztendlich die Prioritätensetzung ‚Profit vor Sicherheit‘ basiert i.d.R. auf Entscheidungsprozesse im Top-Mgtm.. Es ist damit unwahrscheinlich, dass nur die 737MAX das abbekommen hat. Allerdings heisst das im Schluß auf keinen Fall, dass andere Programme, die gleichzeitig entwickelt worden sind (787,777X), deswegen sicherheitsrelevante Probleme haben. Es kann, muss aber nicht.

Richtig

Die 787-Batteriethematik nährt solche Überlegungen,

wie auch die Qualitätsprobleme in der Produkltion des Tankerprogramm sund bei der 787.

aber letztendlich bleibt es reine Spekulation.

Stimme zu.
Letztendlich hoffe ich aber, dass die Öffentlichkeit, die jetzt und in den Schadensersatz-Prozessen hergestellt werden wird, auch zu FAA-Reviews der anderen neueren Entwicklungen bei Boing führt.
Beitrag vom 30.07.2019 - 12:15 Uhr
Ich frage mich vor allem, ob dieses organisatorische Sicherheitsproblem tatsächlich auf die Entwicklung der MAX beschränkt war.
Oder ob auch andere Entwicklungen, die seit ~2012 bei Boeing durchgeführt wurden, unter den gleichen betriebswirtschaftlich ausgelösten Sicherheitsproblemen leiden.


Die kulturelle Problematik an dieser Sache und letztendlich die Prioritätensetzung ‚Profit vor Sicherheit‘ basiert i.d.R. auf Entscheidungsprozesse im Top-Mgtm.. Es ist damit unwahrscheinlich, dass nur die 737MAX das abbekommen hat. Allerdings heisst das im Schluß auf keinen Fall, dass andere Programme, die gleichzeitig entwickelt worden sind (787,777X), deswegen sicherheitsrelevante Probleme haben. Es kann, muss aber nicht. Die 787-Batteriethematik nährt solche Überlegungen, aber letztendlich bleibt es reine Spekulation.
Beitrag vom 30.07.2019 - 10:52 Uhr
Boeing soll Geld in die Kasasen der Aktionäre spülen. Wenn Führungsriege erefolgreich ist,
darf sie auch mehr verdienen.
Aus der Sicht der Technik hat Sicherheit die höchste Priorität. Allerdings gilt "ohne Moos nichts los!" und so hat der Gewinn de facto eine höhere Priorität...
Was für die 737MAX galt, galt auch für andere Projekte (vgl.zweiter Kreislauf für die Bremsen bei 787).
Am Ende liegen Teile im Flieger herum. Das ist das Ergebnis einer perfekten top-down Schulung!

Dieser Beitrag wurde am 30.07.2019 10:53 Uhr bearbeitet.


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