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Iran: Defektes Kommunikationssystem führte zu Abschuss

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UIA Boeing 737-800 UR-PSR, © UIA

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TEHERAN - Ein Defekt im militärischen Kommunikationssystem hat nach Angaben eines Kommandeurs der iranischen Revolutionsgarden zu dem Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine geführt.

"Das Unglück ereignete sich nach einem Kommunikationsdefekt, was jedoch trotzdem keine Rechtfertigung und unverzeihlich ist", sagte der Kommandeur der Luft- und Weltraumabteilung der Revolutionsgarden, Amir Ali Hadschisadeh, am Samstag.

Hadschisadeh berichtete, am Tag des Unglücks seien alle Streitkräfte wegen der Drohungen der USA, 52 Ziele im Iran anzugreifen, in höchster Alarmbereitschaft gewesen, darunter die Militärbasen in Teheran.

Die ukrainische Maschine wurde nach seinen Worten als potenzielle Gefahr eingestuft, man habe sie fälschlicherweise für einen Marschflugkörper im Anflug auf eine strategisch wichtige Militärbasis in Teheran gehalten. Der zuständige Offizier wollte demnach der Zentrale die Gefahr melden, aber genau zu dem Zeitpunkt habe es einen Defekt im Kommunikationssystem gegeben.

Der Offizier hatte laut Hadschisade dann nur wenige Sekunde zu entscheiden, ob er eine Luftabwehrrakete abfeuert oder nicht. "Und leider tat er es, was dann zu dem Unglück führte", sagte der Kommandeur. "Als ich davon erfahren habe, wünschte ich mir, lieber selbst tot zu sein, statt Zeuge dieses Unglücks", sagte Hadschisadeh.

Als Chef der Abteilung für Luft- und Weltraumabteilung trage er die volle Verantwortung und sei bereit, alle Konsequenzen zu tragen.

Hadschisadeh verteidigte die zivile Luftfahrtbehörde, die tagelang den Abschuss geleugnet hatte. "Sie trifft keine Schuld, weil sie das Ganze aus technischer Sicht und gesehen haben und nichts über den Ablauf wussten", sagte der Kommandeur. Seiner Einschätzung nach hätte es aber an dem Tag landesweit ein Flugverbot geben sollen, weil sich das Land in einer Art Kriegssituation befunden habe.

Iranische Regierung bestreitet Vertuschung

Der Iran hat bestritten, die Fakten zum Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs vertuscht zu haben. "Der Regierung wurden Vertuschung und Lügen vorgeworfen, aber dies war wirklich nicht der Fall", sagte Regierungssprecher Ali Rabiei am Montag.

Das Flugzeug der Ukraine International Airlines mit 176 Menschen an Bord war am Mittwoch kurz nach dem Start in Teheran abgestürzt. Es war auf dem Weg nach Kiew. Niemand überlebte. Der Iran hatte den versehentlichen Abschuss der Maschine am Samstag eingeräumt, nachdem die Behörden in den Tagen zuvor von einem technischen Defekt gesprochen hatten.

Ukraine fordert Entschuldigung

Nach dem Eingeständnis des Abschusses der ukrainischen Passagiermaschine mit 176 Toten hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den Iran aufgefordert, die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen und Entschädigungen zu zahlen. "Der Morgen heute war nicht gut, aber zumindest brachte er die Wahrheit ans Licht", schrieb Selenskyj am Samstagmorgen auf Facebook.

Er erwarte ein volles Schuldeingeständnis und eine offizielle Entschuldigung über diplomatische Kanäle. Zudem sollten die Körper der Toten in ihre Heimatländer überstellt werden.

Der ukrainische Präsident betonte, dass er von Teheran eine "volle und offene Untersuchung" erwarte. "Wir hoffen, dass die Ermittlungen ohne vorsätzliche Verzögerungen und Hindernisse fortgesetzt werden", schrieb er. Die Experten aus der Ukraine sollten weiterhin vollen Zugang zu möglichem Beweismaterial erhalten.
© dpa-AFX, aero.de | 11.01.2020 12:51

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Beitrag vom 11.01.2020 - 21:28 Uhr
Modhinweis
4 Beiträge gelöscht.
Wieder ein Thread der von einem User aus nicht nachvollziehbaren Gründen mißbraucht wurde.
Dank an die User die hier vehement dagegen gehalten haben.
einen schönen Sonntag
Fly-away Moderator
Beitrag vom 11.01.2020 - 15:25 Uhr
Genau genommen, trägt hier bereits jemand Verantwortung und stellt sich dieser Situation. Wenn wir dies mal Vergleichen mit dem Boeing Missmanagement und dem winden.

"Seiner Einschätzung nach hätte es aber an dem Tag landesweit ein Flugverbot geben sollen, weil sich das Land in einer Art Kriegssituation befunden habe."

Eventuell darf er oder sein Nachfolger hier dies bald selbst Anordnen. Das wäre wohl ein erster Schritt.

Interessant auch, dass der Tor Operator noch versuchte per Funk etwas abzuklären. Die Route wurde mehr oder minder oft genau so geflogen. Das Objekt war am steigen, das Objekt war relativ langsam. So ganz scheint es hier nicht geklärt zu sein. Allerdings hast du bei Tor eventuell 4 bis 8 Sekunden in dem du frei geben musst. Eventuell war die 737 nicht an dem Operator gemeldet worden.


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