737-Krise
Älter als 7 Tage

Boeing hangelt sich mit dem Dreamliner durch 2020

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Boeing 787-10, © Boeing

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SEATTLE - Die 737-MAX-Krise hält Boeing bis mindestens "Mitte 2020" in Atem - vorher rechnet der Hersteller nicht mit einer Wiederzulassung. Aus laufendem Betrieb lassen sich die explodierenden Kosten nicht mehr decken: Boeing geht mit Milliarden in die Miesen und lebt derzeit vor allem von der 787.

Prognosen sind schwierig - besonders, wenn sie die Zukunft betreffen: ging Boeing nach den im März 2019 verhängten Flugverboten noch davon aus, die 737 MAX bis Sommer wieder in der Luft zu haben, plant man in Seattle inzwischen konservativ.

Das "Einsetzen eines Ungroundings" werde erst gegen Jahresmitte 2020 erwartet, schockte Boeing am Dienstag Kunden, Zulieferer und Börse. Neue Softwareprobleme und kritische Nachfragen der Aufseher werfen den Zeitplan zurück. Seit einigen Tagen ruht die Produktion, Zulieferer wie Spirit Aerosystems entlassen notgedrungen Fachkräfte.

An der New Yorker Börse waren Boeing-Aktien am Dienstag kurzzeitig vom Handel ausgesetzt, nach der Schlussglocke notierten die Papiere 2,8 Prozent im Minus. Was die Anleger verunsichert: Boeing steuert 2020 auf ein Milliardenloch in der Bilanz zu, das sich einstweilen nur mit Krediten stopfen lässt.

Allein fällige Vertragsstrafen an Airlines verorteten Analysten in einer Spanne von 8,0 bis 11,7 Milliarden US-Dollar - gingen dabei aber noch von einer Aufhebung der Flugsperre im Frühjahr aus. Der Konzern hat für die Ansprüche seiner Kunden erst 5,6 Milliarden US-Dollar auf die Seite gelegt.

Und bis die 737 MAX in allen Ländern wieder im Normalbetrieb fliegt, wird es dauern. Weltweit stehen nur 34 Simulatoren zur Verfügung, in denen Piloten den Umgang mit der modifizierten Steuerlogik trainieren sollen. Fiji Airways und Icelandair verfügen über eigene 737 MAX-Sims und werden derzeit von Buchungsanfragen überrannt.

Rettungsflieger 787

Zeitgleich muss Boeing nicht nur Umsatzausfälle und Kosten der 737 MAX verkraften. Auch die margenstarke 777-300ER wird 2020 kaum noch Gewinn abwerfen.

Der Nachfolger 777-9 startet am 23. Januar in die Flugtestphase, erst 2021 kann Boeing mit nennenswerten Zuflüssen aus dem Programm rechnen. Die 767 und 747-8 spielen ohnehin nur eine Nebenrolle. Derzeit bleiben Boeing neben dem Rüstungsgeschäft nur zwei Trümpfe: Kreditwürdigkeit und die 787.

Am Kapitalmarkt hat Boeing in dieser Woche weitere zehn Milliarden US-Dollar aufgenommen und bereits im Dezember laufende Kreditlinien auf 9,5 Milliarden US-Dollar verdoppelt.

Die Übernahme der Embraer E2 dürfte die Produktionsbilanz 2020 zumindest etwas aufhellen. Für Cashflow sorgt derzeit hingegen nur der Dreamliner und in dem Programm die besonders margenstarke 787-10. Von 380 Auslieferungen entfielen 2019 bereits 158 auf die Flugzeuge der 787-Familie.

Im Schlussquartal 2019 machte der Dreamliner gar 57 Prozent, 45 von 79 aller Auslieferungen aus. Der Konzern hat die 787-Linien auf die Maximalrate von 14 Flugzeugen pro Monat gepeitscht. Doch eine verbleibende Auftragsreserve von 520 Flugzeugen zwingt zum Haushalten: Boeing setzt die 787-Produktion Ende 2020 auf zwölf Monatseinheiten herab.
© aero.de | Abb.: Boeing | 22.01.2020 10:38

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Beitrag vom 27.01.2020 - 13:35 Uhr
Modhinweis
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Dieser Thread hat sich durch die letzten 14 Beiträge einseitig zu einem Dialog zwischen 2 unserer User entwickelt.
Sollte weiterer Diskussionsbedarf bestehen, benutzen Sie dafür bitte die verfügbaren PM-Funktion.
Da weitere, neue Aspekte nicht zu erwarten sind, wurde der Thread auf -read-only- gesetzt.
Fly-away Moderator
Beitrag vom 27.01.2020 - 02:55 Uhr
Deffered cost = aufgelaufene Produktionskosten, die auf einen Kostenblock abgerechnet werden. Wir sprechen rein von Herstellkosten.

Prima, da sind wir uns absolut einig.
Nur fehlt dann in Ihrer Rechnung für den Programm Break even der Gewinn den Boeing mit jeder Maschine bilanziert.

Vielleicht lesen Sie mal selber was Sie so kopieren, dieser Punkt wird mehrfach erwähnt

Boeing says that the units in the accounting block are units of which it can credibly estimate costs and revenues but should not be considered an indication for a breakeven point.

Das steht genau das was ich sage und widerlegt Ihre Aussagen! Das Ende des deferred blocks ist kein Indikator für den breakeven.
Falls Sie vergessen haben was Sie behaupten, nochmal Ihre Aussage die ich als falsch bezeichnet habe

Man muss den kompletten Block abarbeiten[]Damit ist das Programm aber noch nicht im Plus und macht keinen Gewinn, im Gegenteil, man hat ja noch entwicklungskosten von 20 Mrd. oder so.

Checken sie was ich da schreibe? Scheinbar nicht.
Sorry, wenn sie es nicht auf die Reihe kriegen Aussagen zu verstehen, was soll ich ihnen dann noch schreiben?



Aber jetzt kommt der Knaller:


Unless the company has set an average program margin of 0% - which it has not -

Es gibt keinen geplanten Gewinn? Das Ding nennt man hier average profit margin und wie ich weiter oben geschrieben und wie es hier steht hat Boeing die nicht mit 0% angesetzt hat.
Man muss davon auszugehen, dass die Differenz zwischen realen Verkaufspreisen und der angesetzte Kosten pro Maschine fürs Programm positiv und nicht null ist. Da ist mit Sicherheit ein Gewinn, gerade beim Programmaccounting und dieser Gewinn kommt bei Ihnen nicht vor.
Das Wichtigste aber ist, wir kennen den Wert nicht, daher kann man keine Aussagen über den Break even aus den deferred cost Block machen.

a zero deferred balance indeed is no indication of a breakeven point and should not be considered as such.

Die Zusammenfassung, ein Satz in kompletten Widerspruch zur Ihrer Aussage, QED, Danke!

Welcher Aussage?
Was denken sie sich hier zusammen?

Ich habe ihnen jetzt 10x Mal erklärt das deffered cost und deren Abzahlung keine Betrachtung der Profitabilität der B787 insgesamt ist. Anderes Bezugsystem.
Sie haben entweder nicht die Fähigkeiten oder wollen es nicht begreifen oder verstehen es bewusst falsch.


Und nochmal
Simultaneously, one should be aware of the fact that if Boeing zeroes out its deferred balance by the 1,600th delivery, it will have realized the profits that it estimated for the accounting block and the profits it has been reporting for the program valid after all.

Da steht Boeing wird Gewinn gemacht haben, wenn der Block bei null ist. Sie schreiben Boeing hat kein Gewinn, sondern noch die Entwicklungskosten.

Wenn Boeing die Def. Cost abbezahlt hat, haben sie über den block gesehen ihre gesamten Herstellkosten eingespielt. Ob und inwieweit sie damit eine Marge gehoben haben, und ob sie diese Marge größer der sonstigen Kosten (nicht in def. Cost enthaltenen) ist eine andere Betrachtung.

Man muss den kompletten Block abarbeiten[]Damit ist das Programm aber noch nicht im Plus und macht keinen Gewinn, im Gegenteil, man hat ja noch entwicklungskosten von 20 Mrd. oder so.

Und wieder und wieder, bitte lesen und verstehen Sie es
So, the 1,600-unit accounting block is far from a breakeven point. Even if Boeing does not zero out the balance by the last delivery and has to recognize a charge, it can still have booked a profit if the recognized charge is lower than the realized program profit.

Wo ist bei Ihnen dieser realized Programm Profit, der Sonderabschreibung, die Entwicklungskosten usw. überschreiten könnte?
Keiner weiss wie groß der ist.

Ich schreibe ihnen jetzt seit einigen Beiträgen nichts anderes als das. Def. Cost gleicht die Herstellkosten über den Block der Maschienen aus. Ob sie da eine Margin mit einrechnen oder nicht, vollkommen egal.
Die anderen Kosten (v.a. Entwicklungskosten) sind abgeschriebene Kosten aus dem Cash flow der B737NG und der B777. Das sind sunken Cost.
In einer Gesamt- oder Vollkostenanalyse der B787 müssen sie die natürlich mit einrechnen, Experten gehen von 20 Mrd. $ aus.

Nochmal, zum Status der B787:
Sie ist cash flow positiv. Ob sie insgesamt profitabel ist oder jemals wird tbd.


Genau das was hier steht, habe ich oben am Rechenbeispiel mit 30Mio.$ pro Maschine angesetzt, 30Mrd.$ Profit bei 1000 Lieferungen, den Sie in Ihrer Betrachtung unterschlagen. Es können auch 40 oder 20 sein. Völlig egal, der Wert existiert und ist nicht null und daher ist Ihre Aussage falsch. Man kann aus den Daten nicht den Programmprofit berechnen.

Jetzt laufen sie wieder geistig Amok. Fixen sie mal ihr Verständnis von Cash Flow und Profit.
Nochmal, deffered cost und programm accounting sind keine explizite Gewinnbetrachtung des Programms.

In Ihrer Quelle steht das alles! Genau meine Ansichten, meine Kritik an Ihrer Aussage wird dort immer und immer wieder erläutert. Und sie bringen das als Gegenargument?
Sie verstehen scheinbar kein Wort, nicht das was ich schreibe, nicht das was dort steht.
Selbst wenn sie mein Kauderwelsch nicht verstehen, das ihre Aussage im Widerspruch zu ihrer Quelle steht hätten Sie schon merken sollen.

Es ist anders rum, die QUelle bestätigt meine AUssage.


Ich hänge mich nicht an Begriffen, sondern versuche die abstrakten Ideen hinter eine Bilanzierung zu verstehen, wie die Begriffe dann konkret heißen ist mir egal.

Ja, lassen sie mich raten, sie werden Lehrer?


Ich hatte BWL in meinem Grundstudium und insbesondere ein Thema wie Bilanzierung ist für jemanden der abstrakt denken kann und mit Mathe nicht auf Kriegsfuss steht, total einfach und logisch.

Naja, an der Lesefähigkeit mangelt es und am verständnis auch.

Das reine BWLer damit Probleme haben verstehe ich, studieren sie ja nicht ohne Grund BWL und eben nicht Mathe, Physik oder Ingenieurwissenschaften!

Das wage ich zu bezweifeln, wenn ich sehe wie schwer sie sich mit ihren rudimentären Kenntnissen denn tun.
Den UNterschied zwischen Aus- & Einzahlung sowie Aufwand und Ertrag haben sie scheinbar nicht verstanden, das ist Grundlage.



Nochmal:
1. Das Programm Accounting bucht gemittelte Herstellkosten pro Maschiene und legt diese auf einen Block um.
Die ersten Maschienen sind extrem teuer die letzten wesentlich billiger in der Fertigung etc.
2. Das führt dazu das die ersten Maschienen deutlich unter den Herstellkosten verkauft werden, sie also einen Mittelabfluss (cash flow negativ) darstellen
3. Späte Maschienen mit gesunken Herstellkosten sind invertiert cash flow positiv
4. Das ganze ist eine Bilanzierungsbetrachtung, IFRS (Airbus) erlaubt diese Methode nicht, da im zweifel das asset zum niedrigeren Wert anzusetzen ist.
5. Das ändert nichts daran das Boeing aktuell Cash aus der B787 ziehen kann, nur die Gewinnbetrachtung ist schwierig, denn es ist keine Vollkostenrechnung, und es wird zwar cash flow frei aber die Gewinnauswirkung ist nicht klar.
Nochmal, sinkende Deffered cost bedeuten das Boeing diesen Wert an Cash flow gewinnt, ein etwaiger Profit kann daraus höchstens abgeleitet werden.
Beitrag vom 26.01.2020 - 11:17 Uhr
Deffered cost = aufgelaufene Produktionskosten, die auf einen Kostenblock abgerechnet werden. Wir sprechen rein von Herstellkosten.

Prima, da sind wir uns absolut einig.
Nur fehlt dann in Ihrer Rechnung für den Programm Break even der Gewinn den Boeing mit jeder Maschine bilanziert.

Vielleicht lesen Sie mal selber was Sie so kopieren, dieser Punkt wird mehrfach erwähnt

Boeing says that the units in the accounting block are units of which it can credibly estimate costs and revenues but should not be considered an indication for a breakeven point.

Das steht genau das was ich sage und widerlegt Ihre Aussagen! Das Ende des deferred blocks ist kein Indikator für den breakeven.
Falls Sie vergessen haben was Sie behaupten, nochmal Ihre Aussage die ich als falsch bezeichnet habe

Man muss den kompletten Block abarbeiten[]Damit ist das Programm aber noch nicht im Plus und macht keinen Gewinn, im Gegenteil, man hat ja noch entwicklungskosten von 20 Mrd. oder so.

Aber jetzt kommt der Knaller:


Unless the company has set an average program margin of 0% - which it has not -

Es gibt keinen geplanten Gewinn? Das Ding nennt man hier average profit margin und wie ich weiter oben geschrieben und wie es hier steht hat Boeing die nicht mit 0% angesetzt hat.
Man muss davon auszugehen, dass die Differenz zwischen realen Verkaufspreisen und der angesetzte Kosten pro Maschine fürs Programm positiv und nicht null ist. Da ist mit Sicherheit ein Gewinn, gerade beim Programmaccounting und dieser Gewinn kommt bei Ihnen nicht vor.
Das Wichtigste aber ist, wir kennen den Wert nicht, daher kann man keine Aussagen über den Break even aus den deferred cost Block machen.

a zero deferred balance indeed is no indication of a breakeven point and should not be considered as such.

Die Zusammenfassung, ein Satz in kompletten Widerspruch zur Ihrer Aussage, QED, Danke!

Und nochmal
Simultaneously, one should be aware of the fact that if Boeing zeroes out its deferred balance by the 1,600th delivery, it will have realized the profits that it estimated for the accounting block and the profits it has been reporting for the program valid after all.

Da steht Boeing wird Gewinn gemacht haben, wenn der Block bei null ist. Sie schreiben Boeing hat kein Gewinn, sondern noch die Entwicklungskosten.

Man muss den kompletten Block abarbeiten[]Damit ist das Programm aber noch nicht im Plus und macht keinen Gewinn, im Gegenteil, man hat ja noch entwicklungskosten von 20 Mrd. oder so.

Und wieder und wieder, bitte lesen und verstehen Sie es
So, the 1,600-unit accounting block is far from a breakeven point. Even if Boeing does not zero out the balance by the last delivery and has to recognize a charge, it can still have booked a profit if the recognized charge is lower than the realized program profit.

Wo ist bei Ihnen dieser realized Programm Profit, der Sonderabschreibung, die Entwicklungskosten usw. überschreiten könnte?
Keiner weiss wie groß der ist.
Genau das was hier steht, habe ich oben am Rechenbeispiel mit 30Mio.$ pro Maschine angesetzt, 30Mrd.$ Profit bei 1000 Lieferungen, den Sie in Ihrer Betrachtung unterschlagen. Es können auch 40 oder 20 sein. Völlig egal, der Wert existiert und ist nicht null und daher ist Ihre Aussage falsch. Man kann aus den Daten nicht den Programmprofit berechnen.

In Ihrer Quelle steht das alles! Genau meine Ansichten, meine Kritik an Ihrer Aussage wird dort immer und immer wieder erläutert. Und sie bringen das als Gegenargument?
Sie verstehen scheinbar kein Wort, nicht das was ich schreibe, nicht das was dort steht.
Selbst wenn sie mein Kauderwelsch nicht verstehen, das ihre Aussage im Widerspruch zu ihrer Quelle steht hätten Sie schon merken sollen.

Ich hänge mich nicht an Begriffen, sondern versuche die abstrakten Ideen hinter eine Bilanzierung zu verstehen, wie die Begriffe dann konkret heißen ist mir egal.
Ich hatte BWL in meinem Grundstudium und insbesondere ein Thema wie Bilanzierung ist für jemanden der abstrakt denken kann und mit Mathe nicht auf Kriegsfuss steht, total einfach und logisch.
Das reine BWLer damit Probleme haben verstehe ich, studieren sie ja nicht ohne Grund BWL und eben nicht Mathe, Physik oder Ingenieurwissenschaften!

Dieser Beitrag wurde am 26.01.2020 12:29 Uhr bearbeitet.


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