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Wie Airbus Airlineumsätze glattbügeln will

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Cathay Pacific Airbus A350-1000, © Airbus

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LONDON - Volatile Treibstoffpreise und Wechselkurse haben schon so manche Airline-Bilanz verhagelt. Doch gegen diese Risiken können sich Flugkonzerne versichern. Airbus will das Prinzip auf die Einnahmeseite übertragen: Skytra, eine Airbus-Tochter, verspricht Planungssichereit beim Ticketumsatz.

Hongkong-Krise und Coronavirus arbeiten gegen Cathay Pacific. Die Airline klagt nicht nur über 3,2 Prozent weniger Passagiere im Dezember, sondern meldet auch "spürbaren Erlösdruck" - und wird so zur Zielgruppe von Skytra.

Die Airbus-Tochterfirma will den Derivatemarkt aufmischen und Airlines gegen unvorhergesehene Erlösschwankungen absichern. Das Prinzip ist vertraut - im Kerosineinkauf spannen Fluggesellschaften mit Kontrakten Sicherheitsnetze, die Preisausschläge in der Zukunft auffangen.

Als "Instrument zum Risikomanagement" bewirbt Skytra das Kernprodukt: Indizes bilden die Einnahmenentwicklung in US-Dollar pro verkauftem Passagierkilometer für sechs Märkte nach, in denen die weltweite Linienluftfahrt 80 Prozent ihrer Erlöse generiert.

So setzten Airlines laut Skytra-Daten 2018 im Schnitt auf Flügen zwischen Asien und Europa magere 6 US-Cent je Passagierkilometer um - kaum genug, um alle Kosten zu decken, zumal selbst diese Einnahmen noch einer Schwankungsbreite von 11,0 Prozent ausgesetzt waren.

Zumindest die Volatilität will Airbus mit Finanzprodukten auf die selbst entwickelten Indizes aus der Gleichung nehmen. Und verfolgt dabei durchaus auch eigene Interessen.

"Von finanzieller Planungssicherung (bei Airlines, Red.) wird die gesamte Wertschöpfungskette profitieren - von Passagieren über Fluggesellschaften, Flughäfen, Leasinggeber und Flugzeughersteller", sagte Airbus Verkaufschef Christian Scherer.

Skytra sieht enormes Marktpotenzial: 1.000 Milliarden US-Dollar setzen Airlines pro Jahr um. "Aber 90 Prozent dieser Erlöse gehen frühestens 90 Tage vor der Reise bei den Airlines ein", sagt die Airbus-Firma. Während die Kosten lange im Voraus feststehen, tragen Airlines ein nicht unerhebliches Erlösrisiko.
© aero.de | Abb.: Airbus | 25.01.2020 08:26

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Beitrag vom 25.01.2020 - 15:36 Uhr
die Frage deabei sit: WAS kostet das die Airline, und wie weit geht die Absicherung. Im Artikel ist da leider nicht viel zu lesen. Ich denke, man wird sich aber zumindest in der Öffentlichkeit nicht zu sehr in die Karten schauen lassen wollen.
Beitrag vom 25.01.2020 - 14:08 Uhr
Eine Frechheit ist das! Aber anders rum: Das man ein Ticket z.B. für den August jetzt schon komplett bezahlen muss, also als Kunde Monate vorher mit der vollen Summe in Vorleistung treten muss, während die Leistung erst viel später erbracht wird und mit dem Geld solange gearbeitet werden kann...

Das müssen Sie ja nicht! Sie können auch am Tage des Fluges buchen und bezahlen.
Warum machen Sie das nicht?
Beitrag vom 25.01.2020 - 11:22 Uhr
""Aber 90 Prozent dieser Erlöse gehen frühestens 90 Tage vor der Reise bei den Airlines ein", sagt die Airbus-Firma. Während die Kosten lange im Voraus feststehen, tragen Airlines ein nicht unerhebliches Erlösrisiko."

Das ist schon wirklich traurig. Man fragt sich wie die Airlines diesen Missstand "frühestens 90 Tage vor der Reise 90% der Erlöse auf dem Konto zu haben" überhaupt verkraften können.... Eine Frechheit ist das! Aber anders rum: Das man ein Ticket z.B. für den August jetzt schon komplett bezahlen muss, also als Kunde Monate vorher mit der vollen Summe in Vorleistung treten muss, während die Leistung erst viel später erbracht wird und mit dem Geld solange gearbeitet werden kann...



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