Korruption
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Wie Airbus bei AirAsia mit Sportsponsoring nachhalf

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Tony Fernandes und Fabrice Brégier, © Airbus

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TOULOUSE - Airbus kauft sich mit 3,6 Milliarden Euro von Korruptionsermittlungen frei, die der Konzern selbst ins Rollen gebracht hatte. Airlines in mehreren Ländern droht nun ebenfalls ein teures Nachspiel. Unter anderem schmierte die Airbus-Verkaufsabteilung offenbar bei AirAsia tüchtig.

AirAsia ist der größte Airbus-Kunde in Asien. Jetzt muss sich der Preisbrecher auf unbequeme Fragen der malaysischen Antikorruptionsstelle zu Geben und Nehmen beim Kauf von A320 und A330 einstellen.

Nach Akten des britischen Serious Fraud Office hat Airbus einem Auftrag über 180 Flugzeuge Anfang der 2010er Jahre mit einem Sponsorendeal nachgeholfen: 50 Millionen US-Dollar sollten an ein nicht genanntes Sportteam fließen, bei dem zwei Manager von AirAsia die Strippen zogen.

Ein sehr ranghoher Airbus-Manager berichtete Kollegen nach einem Treffen mit AirAsia demnach, dass die Airline die Flugzeuge ab 2015 abnehmen werde. Der AirAsia-Mann habe im Gegenzug jedoch "auf eine vorzeitige Auszahlung seiner Sponsorengelder bestanden". Ab Oktober 2013 flossen die Millionen.

AirAsia-Chef Tony Fernandes hatte 2009 mit einem Partner das Formel 1-Team Caterham F1 gegründet, das Airbus später zu seinen Sponsoren zählte. Aus den Akten geht nicht zweifelsfrei hervor, ob sich der Sponsorendeal auf dieses Team bezieht.

Ein Ende 2014 geschlossener Folgeauftrag von AirAsia X über 55 A330-900neo war mit Airbus-Zusagen über weitere 55 Millionen US-Dollar verquickt.

"Wir haben unsere Seite des Deals eingehalten, bitte lasst uns jetzt nicht hängen", erinnerte ein AirAsia-Manager einen Kontakt bei Airbus später an die neue Absprache. Letztlich hielt Airbus die Gelder aber zurück - der damalige Airbus-Chef Tom Enders machte mit einer Selbstanzeige des Konzerns reinen Tisch.

Aktien von AirAsia und AirAsia X gaben nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Handel am Montag um bis zu zwölf Prozent nach.
© aero.de, Bloomberg News | Abb.: Airbus | 03.02.2020 09:46

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Beitrag vom 04.02.2020 - 09:44 Uhr
Das zeigt einmal wieder, dass sich Airbus, Boeing und wie sie alle heißen, um mal nur in der Luftfahrt zu bleiben, nichts nehmen. Das von der sensationsgeilen Presse betriebene bashing von Boeing, ohne jegliche Fachkenntnis war oft weit übers Ziel hinausgeschossen. Etwas mehr Fachkenntnis, seriöse und von Emotionen losgelöste Berichterstattung wäre doch mal was für die Zukunft - ebenso für die Kommentarspalte, für alle Hobbyaviaten.

Unternehmen in dieser Liga gönnen sich nicht einmal den Fußpilz unter den Nägeln. Da handeln alle mit unfairen Methoden. Der eine so, der andere so...

Sie vergleichen also Airbus-Schmiergelder an ein Sportteam mit dem (offenbar) bewussten Inkaufnehmen von und Täuschung über Entwicklungslücken in sensiblen Bereichen der Flugzeugentwicklung? Oder habe ich Sie jetzt falsch verstanden??

Über welche Umwege und mit welchen Verfahrenskonstruktionen hier in welchen Bereichen getrickst wird, das mögen wir uns mal nicht alles ausmalen. Aber es will ja jeder, der das so machen möchte und/oder in Betracht zieht, dann so clever sein, dass man selbst nicht erwischt und hoffentlich nicht bestraft werden wird!
Welche Verschleierungen und welche Tricks hier angewendet wurden und werden, da sind sicher Airbus und Boeing wie auch andere Hersteller mit ihren Beraterteams und Anwälten ziemlich auf Augenhöhe und kochen alle nur mit Wasser!

Wenn man etwas wirklich finden will, dann weiss man auch wie man an ein Thema herangehen muss. – und wenn man etwas bewusst nicht finden will, dann weiss man auch was man bewusst vermeiden muss!

Betrachten wir einfach mal das Thema Fume Events, das eigentlich viele unterschiedliche Flugzeuge und Hersteller betreffen sollte, denn dann wird das etwas transparenter mit der Vorgehensweise.
Hier ist dazu mal ein interessanter Bericht, wo man einfach die alten Teile betrachtet, so dass man schon aussagekräftige Rückschlüsse ziehen kann, dass da was ist, was andere Experten bei deren Messreihen einfach nicht finden! – dass da beim Betrieb dieser Flugzeuge etwas ist und dass man an das Thema herangehen muss, das ist wohl allen Herstellern und Zulassungsbehörden auch klar und bekannt!!!

Der Bericht dazu von MONITOR Mainz:
"Fume Events" - Wie giftige Öl-Gase in Flugzeugen Personal und Passagiere schädigen können.
 https://www.youtube.com/watch?v=o4VFo8QMP3g

Solche Hilfestellungen für Herstellern, Zulassungsbehörden, Flugzeugbetreiber (Fluggesellschaften) beim Aufklären von Sachverhalten, bzw. beim “nicht finden können“ sind auf normalen Wegen auch nicht mehr zu erklären!
Beitrag vom 03.02.2020 - 22:31 Uhr
Das zeigt einmal wieder, dass sich Airbus, Boeing und wie sie alle heißen, um mal nur in der Luftfahrt zu bleiben, nichts nehmen. Das von der sensationsgeilen Presse betriebene bashing von Boeing, ohne jegliche Fachkenntnis war oft weit übers Ziel hinausgeschossen. Etwas mehr Fachkenntnis, seriöse und von Emotionen losgelöste Berichterstattung wäre doch mal was für die Zukunft - ebenso für die Kommentarspalte, für alle Hobbyaviaten.

Unternehmen in dieser Liga gönnen sich nicht einmal den Fußpilz unter den Nägeln. Da handeln alle mit unfairen Methoden. Der eine so, der andere so...

Sie vergleichen also Airbus-Schmiergelder an ein Sportteam mit dem (offenbar) bewussten Inkaufnehmen von und Täuschung über Entwicklungslücken in sensiblen Bereichen der Flugzeugentwicklung? Oder habe ich Sie jetzt falsch verstanden??
Beitrag vom 03.02.2020 - 13:47 Uhr
Das mag alles sein, vermutlic hhat da niemand eine reine Weste. Ich kann mich bei Boeing allerdings nicht an eine Selbstanzeige erinnern, zumindest nicht als die Presse nicht eh schon alles aufgedeckt hatte.
Aber da diese Menthalität ja selbst im Weißen Haus einzug erhalten hat und die Republikaner der "besten Demokratie der Welt" dann einfach aus machterhaltsgründen nicht einmal Zeugen zu Schmiergeschäften hören wollen sagt doch schon genug über die Menthalität aus. Niemand mag dort eine reine Weste haben, wer allerdings Regierungen angeblich befreundeter Staaten abhört, in fremden souveränen Staaten Tötungsangriffe auf Generäle oder Bin Laden durchführt, willkürlich Handelskriege mit Strafzöllen auslöst und nachweislich ohne Gründe ganze Regionen mit Krieg überzieht gehört international geächtet. Die Sanktionen die gegen den Iran verhängt wurden würden den USA deutlich besser stehen. Strafzölle gegen Boeing ebenso.


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