Elektrifizierung der Luftfahrt
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MTU sieht Zukunft in der Brennstoffzelle

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Brennstoffzelle, © DLR

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MÜNCHEN - CO2-freier Elektroantrieb für Passagierflugzeuge wird nach Einschätzung von Deutschlands führendem Triebwerkshersteller MTU ein Hirngespinst bleiben. Ursache ist das hohe Gewicht der Batterien, das notwendig wäre, um ein größeres Passagierflugzeug in die Luft zu befördern.

"Bei 100 Tonnen Abfluggewicht etwa brauchen Sie 100 Tonnen Batterien", sagte MTU-Finanzchef Peter Kameritsch am Donnerstag in München. "Da gibt es noch nicht mal ansatzweise eine Idee, wie man das machen kann". Langfristig sei "wohl eher die Brennstoffzelle das Konzept, das sich durchsetzen wird", sagte der Manager, der unter anderem studierter Physiker ist.

Die Luftfahrt trägt nach Statistiken von Umweltbehörden einen Anteil von etwa drei Prozent zum weltweiten CO2-Ausstoß bei, ist aber bei Umweltschützern unter Druck, dies noch weiter zu reduzieren. Für die nähere Zukunft realistisch ist nach Kameritschs Worten eine weitere Reduktion des Treibstoffverbrauchs um etwa 10 Prozent bei kleineren Passagierjets, die lediglich einen Gang in der Passagierkabine haben.

Eine klimafreundliche - und jetzt schon technisch mögliche Alternative - wäre nach Kameritschs Worten die Verwendung synthetischen Flugbenzins, bei dessen Verbrennung kein zusätzliches CO2 freigesetzt wird. Dabei wird mit Hilfe von Wind- oder Solarstrom Wasserstoff hergestellt und mit CO2 aus der Atmosphäre zu künstlichem Kerosin verbunden.

Der Haken sind die hohen Kosten: "Das ist in den kleinen Mengen, die es heute gibt, massiv teurer, als wenn man in Saudi-Arabien den Finger in den Boden steckt und Öl rauskommt", sagte Kameritsch.

Der Münchner Dax-Konzern hat wegen des kontinuierlichen Wachstums der internationalen Luftfahrt ein gutes Jahr hinter sich - und erwartet auch in den nächsten Jahren keine schlechten Zeiten. Im abgelaufenen Jahr steigerte MTU den Umsatz um gut ein Prozent auf gut 4,6 Milliarden Euro und verfehlte damit das Ziel von 4,7 Milliarden.

Der Nettogewinn legte um knapp acht Prozent auf 488 Millionen Euro zu, wie der Münchner Triebwerksbauer mitteilte. "2020 wollen wir die Messlatte noch ein Stück höher legen und unsere eigenen Rekorde erneut übertreffen", kündigte Vorstandschef Reiner Winkler an.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: DLR | 23.02.2020 08:13

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Beitrag vom 24.02.2020 - 12:04 Uhr
Vielleicht wegen dem höheren Wirkungsgrad von Brennstoffzellen?

Natürlich nicht für Jets aber für Turboprops.


Also ich muss schon sagen, ihre Kommentare sind manchmal wenig differenziert.
Beitrag vom 24.02.2020 - 03:04 Uhr
ich halte das Thema Brennstoffzelle und H2 für ein Hirngespinst.

Die Technik ist lange vorhanden und hat sich nicht durchgesetzt, die Fakten sind bekannt. Zum durchbruch braucht es eine bessere methode um H2 herzustellen als elektrolyse.
Aktuell nimmt man den selben Strom den man mit relativ wenigen Leitungs- & Umspannverlusten in einer Batterie speichern kann, und erzeugt dann mit 60% wirkungsgrad aus wasser H2.
Das kompirimiert und speichert man, wo man weitere 10-15% Energie reinstecken muss.
Das setzt man dann mit max. 60% Wirkungsgrad wieder um.
Dagegen hat man beim Laden einer Batterie irgendwie 80-90% Wirkungsgrad und beim umsetzen im E-Motor nochmal die Größenordnung.

Man braucht 3x Mal soviel Strom, sprich 3-fachen kraftwerkspark, etc. - das wird höchstens für Nischenanwendungen interesannt bleiben, und ich sehe doch eher einen Durchbruch in der Batterietechnologie als bei der h2 Erzeugung.

Wenn man Methanol nachhaltig erzeugt, braucht man keine Brennstoffzelle, das kann man dann auch einfach Verbrennen bzw. beimischen.
Beitrag vom 23.02.2020 - 23:49 Uhr
Sagt mir bitte das ihr schonmal was von BIOTECH gehört habt!

Methanol, Diesel, Benzin und sogar Wasserstoff können von Organismen hergestellt werden und das die Natur im Zweifel jede behinderte Maschine in die Tasche steckt ist klar.

Kann sein das es noch hier und da etwas hackt aber theoretisch möglich ist es und wenn einmal die richtige Mutation des richtigen Organismus gefunden wurde dann gute Nacht Energiewende.


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