Corona-Krise
Älter als 7 Tage

Schwere Luftnotlage

Foto
Lufthansa Airbus A380, © Lufthansa

Verwandte Themen

FRANKFURT - Die Corona-Krise überrollt die Luftfahrtbranche. Lufthansa streicht ihr Flugangebot radikal zusammen und lässt die A380-Flotte über Wochen ganz am Boden. Prognosen zu wirtschaftlichen Folgen der Infektionswelle auf das Airlinegeschäft sind binnen Tagen überholt. Ein Überblick.

Lufthansa stellt in der Corona-Krise auf Notlauf um - statt 150 will der Konzern rechnerisch 380 Flugzeuge aus dem Flugplan streichen.

Für eine komplette Teilflotte verhängt Lufthansa ein hartes Grounding: alle 14 A380 werden "zunächst bis Mai, eventuell sogar bis Juni" stillgelegt, heißt es in einem internen Rundschreiben, das aero.de vorliegt. Die Auslastung ist demnach auf desaströse 35 Prozent eingebrochen.

Laut Medienberichten prüft Qantas seit dem Wochenende eine ähnliche Zwangspause und will jede Zweite ihrer zwölf A380 parken.

Alle großen Airlinekonzerne melden wegen Covid-19 massive Buchungsrückgänge und steigende Stornoraten. Bei Lufthansa hielten sich am letzten Donnerstag Ticketverkauf und -stornierungen fast die Waage, verdeutliche Konzernchef Carsten Spohr am Freitag intern den Ernst der Lage.

"Zeichen der Stabilisierung" werden laut Spohr noch Monate auf sich warten lassen. Öffentlich sprach der Manager zuletzt von einer "sehr dynamischen" Situation. Tatsächlich trifft der Corona-Effekt die gesamte Airlinebranche mit ungeahnter Heftigkeit.

Wegen steigender Infektionszahlen in Norditalien stellt Alitalia den Flugverkehr von und nach Mailand-Malpensa komplett ein. Vereinzelt riegeln sich Länder ab: Israel hat ein faktisches Einreiseverbot verhängt, Saudi-Arabien lehnt ab sofort alle Flüge aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait, Bahrain, dem Libanon, Syrien, dem Iraq, Ägypten, Südkorea und Italien ab.

Die österreichische Regierung setzt für zwei Wochen sämtliche Direktflüge nach Südkorea, Norditalien und in den Iran aus.

Eine dramatische Verbilligung der Kerosinpreise - der Ölpreis befindet sich am Montag im freien Fall - hilft den Flugkonzernen derzeit kaum. Wer kann, rettet sich in Kurzarbeit oder schickt Mitarbeiter in Zwangsurlaub.

Prognosen schnell wieder Makulatur

Ryanair-Chef Michael O`Leary stellt Mitarbeiter und Aktionäre "in den nächsten zwei, drei Wochen" auf eine sehr schwache Nachfrage ein. Wenn die Krise sich in dieser Zeit nicht weiter verschärft, werde die Branche zur Normalität zurückfinden. Im Juni und Juli "wird das Paniklevel sinken", prognostiziert der Manager.

Prognosen haben in der Corona-Krise allerdings sehr kurze Halbwertszeiten: der Linienluftfahrt-Verband IATA hat die Umsatzerwartungen für Airlines in 14 Tagen zweimal massiv nach unten korrigiert.

Inzwischen geht die IATA von weltweiten Umsatzeinbußen zwischen 63 und 113 Milliarden US-Dollar aus - Airlines könnte 2020 ein Fünftel der erwarteten Einnahmen wegbrechen.

Air New Zealand hat am Montag ihren erst am 24. Februar veröffentlichten und drei Tage später bestätigten Ausblick für 2020 kassiert. "Die finanziellen Folgen werden heftiger ausfallen als zunächst angenommen", räumte Airlinechef Greg Foran ein.

Dennoch halten sich bei Air New Zealand die Korrekturen im Flugplan noch im Rahmen: die Airline streicht bis Juni nur zehn Prozent ihres systemweiten Angebots. Stand: Montag.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 09.03.2020 09:44

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Beitrag vom 10.03.2020 - 18:15 Uhr
"Da schweigt des Sängers Höflichkeit"
Sie sind aber weder Sänger noch fallen Sie durch Ihre Höflichkeit auf.
P.S: Ich hab noch Durchfallpillen ...
Beitrag vom 10.03.2020 - 18:06 Uhr
"Da schweigt des Sängers Höflichkeit"
Beitrag vom 10.03.2020 - 17:54 Uhr
Antworten Sie ihm doch einfach sachlich - oder sind seine Argumente so zwingend, daß Sie ihm bei einer sachlichen Diskussion einfach nur rechtgeben müßten (was Sie nicht wollen, denn Sie müssen ja Haltung zeigen, stimmt's?)?

Ups, wo kommen sie denn her…? Zweitaccount? …jetzt helfe ich mir selbst.
Ja genau. Sie haben mich entlarvt. Dass es noch einen anderen geben könnte der meinen Standpunkt teilt, kann man nach menschlichem Ermessen ausschließen.
Ich Antworte gerne auf Argumente! Wie Pille (sie?!) aber selbst betonte äußert er hier seine Meinung. Ich habe kein Argument gelesen auf das man ernsthaft reagieren könnte.
Dachte ich mir.


Stellenmarkt

Schlagzeilen

Meistgelesene Artikel

Community

FLUGREVUE 04/2014

Video-Blog

Shop

CCBot/2.0 (https://commoncrawl.org/faq/)