Ufo und VC Cockpit
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Gewerkschafter fürchten Aus für Germanwings

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germanwings Airbus A320, © Ingo Lang

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FRANKFURT - Gewerkschafter und Personalvertreter haben der Lufthansa vorgeworfen, die Coronakrise für einen rabiaten Konzernumbau nutzen zu wollen. Man gehe davon aus, dass noch in dieser Woche die Schließung der Germanwings verkündet werden solle, heißt es in einer Petition von Ufo und VC Cockpit. 

Die rund 1.400 Beschäftigten und ihre Familien würden mit Arbeitslosigkeit und dem Entzug ihrer Existenzgrundlage bedroht.

Das Unternehmen bezeichnete die angeblichen Schließungspläne am Montag als "Spekulationen", zu denen es keine Beschlussvorlage des Vorstands gebe. Derzeit würden die Optionen für Germanwings überprüft.

Der Konzern hatte in der vergangenen Woche die Zukunft des Flugbetriebs in einer Pressemitteilung zu den Verhandlungen um die Aufstockung des Kurzarbeitergelds in Frage gestellt. Bislang gibt es für die rund 1.400 Beschäftigten der Germanwings anders als bei der Lufthansa-Mutter keine Vereinbarung beim Kurzarbeitergeld.

Die Gesellschaft aus Köln mit 30 Flugzeugen und rund 1.400 Beschäftigten fliegt seit Jahren nicht mehr unter eigenem Namen, sondern ist ausschließlich für die Eurowings unterwegs.

Beide Gewerkschaften stellen das Arbeitgeber-Argument in Frage, dass die wirtschaftliche Situation der Germanwings nicht die Übernahme der Lufthansa-Regelungen rechtfertige. Schließlich handele es sich um eine 100-prozentige Tochter.

Bei der 2002 gestarteten Germanwings arbeiten noch einige Piloten nach den Regeln des Lufthansa-Konzernvertrages und sind daher vergleichsweise teuer. Sie müssten auch im Fall einer Schließung weiter bei der Lufthansa beschäftigt werden. 

Bereits vor der Corona-Krise hatte Eurowings das Ziel formuliert, ihre bislang wesentlich auf drei Flugbetriebe verteilte Flotte auf einen zu konzentrieren.
© dpa | Abb.: Mark Harkin, CCBY | 06.04.2020 15:01

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Beitrag vom 07.04.2020 - 12:44 Uhr
"Kann man GW, etwas lapidar gesagt, einfach so pleite gehen lassen? Also GW in die Insolvenz schicken und abwickeln?"

Im Prinzip ja. Es gibt keine unbeschränkte Nachschusspflicht der Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft. Bei Air Berlin hat man ja gesehen, wie schnell das mit der Insolvenz geht, wenn die Gesellschafter den Stecker ziehen.
Ist die Einlage geleistet, kann die Insolvenzmasse sogar kleiner als das Stammkapital sein. D.h., die zu verteilende Masse ist u.U. kleiner als die Einlage. Z.B. die Einlage ist verbraucht, weitere Vermögenswerte wie Immobilien, Flugzeuge, Forderungen, etc. sind nicht vorhanden.
Der Insolvenzverwalter muss schauen, was er an Forderungen noch realisieren kann (da hat er auch Anfechtungsmöglichkeiten für zurückliegende Rechtsgeschäfte) und dann verteilen, was da ist. Löhne vor Inso-Anmeldung sind übrigens keine bevorrechtigten Forderungen.


Beitrag vom 07.04.2020 - 12:20 Uhr
Durch Kurzarbeit man zumindest Geld eingespart, um Sozialpläne zu finanzieren. Aber selbst wenn das nicht gewollt ist. Bei LH selbst ging es, bei den anderen nicht ?
Warum ?
CLH so angeblich günstiger als LH selbst soll geschlossen werden ?


|||Liegt da ein Kommunikationsproblem vor zwischen Mutter und Tochter ?|||

Contrail55: Hä ?

LH Vorstand befehlt, fast wie in einer Diktatur es so zu tun.
Das liegt in der Natur der Sache, einer muss entscheiden. In der Regel derjenige, der dann auch dafür haften muss.
Die Geschäftsführungen der Töchter haben unterschrieben. Jetzt sind auch die Jobs der Geschäftsführungen in Gefahr. Auch die haben jetzt bemerkt, was auf sie zu kommt.
Da die Zusammenlegung der AOCs ja schon eine Weile in Arbeit ist sollten die GF mittlerweile wissen was auf sei kommt. Falls nicht, gehören sie nicht auf diese Position.
Was ich meine, die sprechen nicht mit einer Sprache. Selbst der Bruder von CS erzählt etwas anderes, wie CS selbst. Wem soll man da glauben ?
Niemandem. Denn was hier stark eingefärbt an die Öffentlichkeit dringt geschiet ja mit einer bestimmten Absicht. Diese "ich war dabei, so war´s" Anekdoten kann man ignorieren und haben Sie gehört das einer der beiden Spohrs etwas dazu gesagt hätte? Stellen Sie sich die Frage, obwohl fertig verhandelt wird es erst gestoppt als Cockpit abgeschlossen hat. Warum könnte das so sein? Hätte man doch schon früher machen können, oder?
Jetzt versucht jeder seine Haut zu retten, die Gewerkschaften allen voran. Die sind sich zwar im Feind einig, aber die Interpretation ist genau entgegengesetzt.
Meine Interpretation... es gibt einen Masterplan und natürlich wussten die GF bescheid.
Jeder weiß was los ist und was unweigerlich kommen wird. Das es jetzt schon kommt, das hat alle überrascht. Aber so können sie schon mal üben für den nächsten Schritt. Der KAG Vertrag ist ja nur befristet, Fortsetzung folgt.

Dieser Beitrag wurde am 07.04.2020 12:22 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 07.04.2020 - 11:34 Uhr
Und zum Thema Kapitaleinlage: Es sind wohl 2.600.000€ (Quelle:  https://www.northdata.de/?id=7708598), Dazu kommt dann noch das Betriebsvermögen, soweit vorhanden.



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