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Lufthansa vertagt Entscheidung über Rettungspaket

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Lufthansa Airbus A350-900, © Lufthansa

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FRANKFURT - Die Lufthansa dreht vorerst eine Warteschleife: Der Aufsichtsrat der Fluggesellschaft hat am Mittwoch die Entscheidung zur Annahme des staatlichen Rettungspakets über neun Milliarden Euro vertagt. Als Grund nannte das Unternehmen in Frankfurt mögliche Auflagen der EU-Kommission.

Brüssel will bei einer Staatshilfe die Start- und Landerechte an verschiedenen Flughäfen überprüfen. Damit würde die Drehkreuzfunktion an den Heimatflughäfen Frankfurt und München geschwächt, argumentieren die Aufsichtsräte und wollen die möglichen Folgen sowie Alternativszenarien prüfen.

Hierfür ist bislang allein eine Insolvenz in Eigenverwaltung als so genanntes Schutzschirmverfahren genannt worden. Der Aufsichtsrat nannte aber das Rettungspaket über den staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds WSF die "einzig gangbare Alternative" zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit.

An der Börse bremsten die Nachrichten die jüngste Erholung der Lufthansa-Aktie. Nachdem das Papier bis zur Mittagszeit um mehr als neun Prozent auf 10,09 Euro zugelegt hatte, sank der Kurs nach der Vertagung der Aufsichtsratsentscheidung zwischenzeitlich und legte zum Handelsschluss in einem festen Markt nur um 0,4 Prozent auf 9,268 Euro zu.

Das Unternehmen war in der Corona-Krise schwer unter Druck geraten, weil kaum noch Flugverkehr möglich ist. Im Konzern sind rund 138.000 Menschen beschäftigt. Zehntausende Jobs stehen wegen der Folgen der Corona-Krise auf der Kippe. Am Montag hatten Bundesregierung und Lufthansa bekannt gegeben, dass das staatliche Hilfspaket für die Fluggesellschaft stehe. Es ist eine Kombination aus Krediten, stillen Einlagen und einer direkten staatlichen Beteiligung. In einem nächsten Schritt muss allerdings die EU-Kommission noch zustimmen.

Der Aufsichtsrat verzichtete zunächst darauf, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen. Das Gremium müsste über Kapitalmaßnahmen abstimmen, die einen Einstieg des WSF ermöglichen würden.

Nach der heftigen Kritik von Ryanair-Chef O'Leary an den geplanten Staatshilfen geriet am Mittwoch der Billigflieger selbst in die Kritik. Deutsche Gewerkschaften sehen Tausende tarifgebundene Arbeitsplätze in Gefahr und werfen den Iren vor, die Krise zum Sozialdumping zu missbrauchen.

Europas größter Billigflieger wolle beispielsweise bei der in Deutschland aktiven Tochter Malta Air die bestehenden Tarifverträge unterlaufen und bis zu 1.200 Kabinenbeschäftigte entlassen, erklärte die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch in Berlin. Anschließend sollten die teils schon seit mehr als zehn Jahren dort Beschäftigten zu Dumping-Konditionen wiedereingestellt werden.

Große Probleme gebe es auch bei der Tochter Lauda, die bislang an den Flughäfen Stuttgart und Düsseldorf aktiv war, berichtete Verdi. Die Basis in Wien soll nach einem heftigen Streit mit der dortigen Gewerkschaft Vida geschlossen werden. Die Lauda-Geschäftsleitung hat den Beschäftigten der deutschen Standorte mitgeteilt, dass im Mai keine Gehälter ausgezahlt werden könnten. Das Unternehmen äußerte sich zunächst nicht.

Die Kabinengewerkschaft Ufo warnte vor zu harten EU-Auflagen bei der Lufthansa-Rettung. Sollten etablierte Gesellschaften Start- und Landerechte abgeben müssen, könne diese Lücke nur durch Dumping-Anbieter wie Ryanair und Co. gefüllt werden, erklärte Ufo-Chef Daniel Flohr. Diese arbeiteten weder sozial fair noch nachhaltig.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit warnte: "Die rund 140.000 Arbeitsplätze bei der Lufthansa dürfen nicht durch unsinnige und wettbewerbsverzerrende Vorgaben gefährdet werden." Einige Airlines aus dem Low-Cost-Bereich hätten auch deshalb große finanzielle Reserven, weil sie jahrelang die Rechte von Mitarbeitern missachtet und zuletzt selbst finanzielle staatliche Hilfen in Anspruch genommen hätten, argumentierte VC-Präsident Markus Wahl.

Bei einer Demonstration vor dem Bundeskanzleramt mahnte die "Bürgerbewegung Finanzwende" mehr Steuertransparenz bei der Lufthansa an. Der Konzern sei in mehreren Schatten-Finanzzentren aktiv, zum Beispiel auf den Cayman Island und in Malta, erklärte Sprecher Gerhard Schick. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Gesellschaften in den Steueroasen genutzt werden, um Gewinne dorthin zu verlagern und Steuern in Deutschland zu sparen." Eindeutige Belege dafür habe man aber nicht.
© aero.de, dpa-AFX, Bloomberg News | Abb.: Lufthansa | 27.05.2020 15:22

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Beitrag vom 29.05.2020 - 16:10 Uhr


- Man muss Slots abgeben
- Wenn der Empfänger der Slots keine Flugzeuge hat, muss man ihm auch die Flugzeuge geben.
- Wenn er keine Crews für diese Flugzeuge hat, muss man ihm auch die Crews geben
- Wenn die Gehälter dieser Crews höher sind, muss man die Gehaltskostendiffernz zahlen.

Noch 2 Punkte:
>- Wenn das Wartungspersonal für diese Flugzeuge oder Triebwerke fehlt, muss LH dieses stellen
>- Wenn das Gehalt höher ist als bei dieser Airline üblich muss die Differenz gezahlt werden.
Beitrag vom 29.05.2020 - 09:22 Uhr
Also Hat Herr Spohr seine Mitarbeiter angelogen oder es haben alle falsch verstanden? Wenn das so ist dann glaube ich Ihnen, aber wer weiß was richtig ist? Können sie dazu mal etwas sagen? Ich habe es auch heute so in irgendeiner Online Zeitung gesehen, aber will jetzt nicht erneut suchen.

Ich glaube nicht, dass Herr Spohr seine Mitarbeiter angelogen hat. Ich finde nur nicht "irgendeine Onlinezeitung", in der steht, dass er gesagt haben soll, die EU verlange von der LH Slots und Flieger inklusive Personal an die Konkurrenz abzugeben und die Differenz der Personalkosten zu tragen.

Also CS hat es so im letzten Firmen-Webcast, also quasi öffentlich, gesagt. Ob das die Maximalforderung der EU war, ob das überhaupt irgendwo tatsächlich in einer Verhandlung (mit wem?) gefordert wurde, hat er nicht ausgeführt.
Das ist auch so in Ordnung. Denn die Verhandlungen gehen ja immer weiter.
Echte Tatsachen, hoffe ich zumindest, wird er ja nur so in die Öffentlichkeit posaunen, wenn es tatsächlich so fixiert ist....

Er hat dort auch noch viele andere interessante Geschichten erzählt, die man im Gesamtkontext sehen muss. Und scheint es doch sehr an die Substanz zu gehen. Sowohl für die LH, als auch für CS selbst. Da stehen viele Vermutungen im Raum, worum es bei dem ganzen eigentlich geht.... (Man könnte sich auch mal fragen, wieso ein Aufsichtsrat so viel "Macht" hat?)

Für alle Lufthanseaten hoffe ich, dass es zu einer Lösung kommt, die nachhaltig machbar ist.
Das hätte die LH trotz allem Hickhacks verdient. Zumindest mehr, als einige der Mit-Wettbewerber, die so lauthals brüllen oder stumpf illegal gestützt werden sollen...

Danke für die Richtigstellung. Ich habe leider keinen Zugang zum Firmen-Webcast (Oder ist der irgendwo offen?). Hoffen wir auf´s Beste.
Beitrag vom 29.05.2020 - 09:20 Uhr
Ich glaube nicht, dass Herr Spohr seine Mitarbeiter angelogen hat. Ich finde nur nicht "irgendeine Onlinezeitung", in der steht, dass er gesagt haben soll, die EU verlange von der LH Slots und Flieger inklusive Personal an die Konkurrenz abzugeben und die Differenz der Personalkosten zu tragen.

Das hat er auch nicht gesagt.
Er hat gesagt, dass folgendes bei Betriebsübernahmen verlangt werden kann, um eine zu große Marktmacht zu verhindern:

- Man muss Slots abgeben
- Wenn der Empfänger der Slots keine Flugzeuge hat, muss man ihm auch die Flugzeuge geben.
- Wenn er keine Crews für diese Flugzeuge hat, muss man ihm auch die Crews geben
- Wenn die Gehälter dieser Crews höher sind, muss man die Gehaltskostendiffernz zahlen.

Klingt auch deutlich anders, als das, was hier zuvor diskutiert wurde.
Eine Betriebsübernahme ist es nicht, Slots stehen ja offensichtlich zur Diskussion, Flugzeuge hat eigentlich jeder zur Zeit über und Personal entsprechend auch. Also hoffen wir, dass es nicht soweit kommt.


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