Covid-19-Krise
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Lufthansa will von Boeing lieber 777F als 777-9

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Lufthansa Cargo Boeing 777F, © Lufthansa Cargo

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FRANKFURT - Weiterbetrieb der MD-11F, 777F statt 777-9: Lufthansa stellt sich auf eine anhaltend hohe Nachfrage für Luftfracht über die Covid-19-Krise hinaus ein. Der Kranich prüft nach aero.de-Informationen weitgreifende Änderungen in seiner Flottenstruktur und will Verträge nachverhandeln.

Die MD-11F hatte bei Lufthansa Cargo ein Ablaufdatum - bis 31. Dezember 2020 sollten die letzten Flugzeuge ausgemustert werden, zwischenzeitlich rechnete Lufthansa sogar ein in den Sommer vorgezogenes Flottenaus durch. Dann änderte Covid-19 alles.

Ein Weiterbetrieb der letzten sechs MD-11F "über den Jahreswechsel hinaus" sei inzwischen "sehr wahrscheinlich", sagte ein Insider aero.de. Laut einer anderen Quelle wird Lufthansa jedoch keine bereits ausrangierten Elfen wieder zurück in die aktive Flotte holen.

Dafür sprechen die Frankfurter mit Boeing über Änderungen bestehender Verträgen. "Lufthansa will frühe Lieferslots der 777-9 auf 777F tauschen", sagte der Insider. Boeing hatte wegen Programmverzögerungen die Auslieferungen der ersten 777-9 auf Frühjahr 2021 verlegt.

Sofern sich Boeing auf die Rochade einlässt, könnte Lufthansa weitere 777F schon ab Oktober 2020 erhalten. Davor stockt Lufthansa Cargo die Teilflotte noch um zwei auf neun 777F auf.

Krisentarifvertrag

Weil der Konzern ein "New Normal" frühestens in drei Jahren erwartet, kündigt Lufthansa Hub-Chef Frankfurt Klaus Froese den Mitarbeitern Verhandlungen über einen "Krisentarifvertrag mit Stunden- und Entgeltreduzierung" an. Für neue Langstreckenjets ist in absehbarer Zeit kaum Platz in der Flotte.

Im Gegenteil - sechs Airbus A380, drei A340-300, sieben A340-600 und fünf Boeing 747-400 werden nach der Krise nicht wieder aktiviert - Lufthansa will auf der Langstrecke ein Fünftel weniger Sitze anbieten als vor Covid-19.

Luftfracht erweist sich in der Krise hingegen als hoch systemrelevant: Lufthansa Cargo hat nach Ostern ihren Flugplan nach Asien um 51 zusätzliche Verbindungen pro Woche aufgestockt.

Das stramme Programm ist mit der aktuellen Vollfrachterflotte aus sieben 777F und sechs MD-11F nicht zu stemmen - die Airline setzt deshalb inzwischen auch A330-300 und A350-900 auf reinen Frachtflügen ein. "Das ist nur möglich, weil die Mitarbeiter derzeit viel Flexibilität zeigen", sagte die Quelle.

Selbst für Frachtflüge in Gebiete mit hohen Covid-19-Fallzahlen wie New York melden sich derzeit viele Lufthanseaten freiwillig. "Dort finden allerdings keine Übernachtungen statt."
© aero.de | Abb.: Lufthansa Cargo | 15.04.2020 16:10

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Beitrag vom 19.04.2020 - 17:14 Uhr
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Begründung hierzu können Sie selbst dem Verlauf dieses Threads entnehmen.
Fly-away Moderator

Dieser Beitrag wurde am 19.04.2020 20:38 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.04.2020 - 16:36 Uhr
Corona-Stress lässt sich aber kaum durch Langeweile mildern. Auch nicht wenn die von Ihnen kommt.
Beitrag vom 19.04.2020 - 16:11 Uhr
Dürfte, könnte, sollte, müsste. Sie scheinen ja voll am Puls der Zeit zu sein. Die E-Mail Adresse von Herrn Spohr können Sie dem Schreiben der Gewerkschaften entnehmen, wurde hier bereits verlinkt. Hat CS Ihnen denn schon geantwortet?

Ich freu mich ja, wenn ich in der aktuellen Krise einem gestressten Corona-Quarantäneopfer eine Möglichkeit zum Dampfablassen gebe, aber das nächste mal darf es auch gerne noch etwas bezüglich des Themas sein :)


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