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Weniger A320neo und A350 für Lufthansa?

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Lufthansa Airbus A321neo, © Lufthansa

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FRANKFURT - Lufthansa will Staatshilfen schnell tilgen - und im Zweifel weniger Flugzeuge von Airbus abnehmen als im Rettungspaket verankert. Der Zielwert von 80 Flugzeugen bis 2023 könnte laut Kreisen deutlich unterschritten werden - und Airbus in zusätzliche Bedrängnis bringen.

Lufthansa werde sich wahrscheinlich nicht alle 80 Jets, die sie im Rahmen der Bedingungen des neun Milliarden Euro schweren Rettungspakets bis 2023 annehmen soll, auch ausliefern lassen, berichtet eine informierte Person der Nachrichtenagentur "Bloomberg".

Stattdessen werde sich die Fluggesellschaft darauf konzentrieren, die Staatshilfen schnell zurückzuzahlen.

Zwar hängt die Planung davon ab, wie schnell sich die Reisetätigkeit erholt, aber mögliche Stornierungen wären ein Rückschlag für Airbus. Der europäische Flugzeugbauer, der sich teilweise in deutschem Staatsbesitz befindet, ist der wichtigste Lieferant der Lufthansa.

Während Lufthansa inzwischen die Hälfte der Kurzstrecke wieder bedient, sei ist Interkontnetz noch kaum wieder hergestellt. Bis Herbst werde Lufthansa "90 Prozent der kontinentalen und 70 Prozent der interkontinentalen Destinationen" wieder anbieten, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr der "Neuen Zürcher Zeitung".

Airbus hat sich laut Insidern um stärkere Zusicherungen bemüht, dass die Airline an Flugzeuglieferungen festhält.

Direkte Hilfen für Airbus wären angesichts anhaltender Handelsstreitigkeiten mit den USA politisch heikel. Daher stützen die größten Aktionäre, der französische und der deutsche Staat, vorrangig ihrer nationalen Fluggesellschaften, Air France-KLM und Lufthansa. Ein Teil dieses Geldes würde zwangsläufig an Airbus fließen.

Lufthansa hatte per Jahresende 198 Flugzeuge bestellt, davon 156 bei Airbus. Während der Gespräche über das Hilfspaket für die Fluggesellschaft habe der Chef des Flugzeugherstellers, Guillaume Faury, Druck auf den Lufthansa-Vorstandsvorsitzenden Carsten Spohr ausgeübt, alle bestellten Airbus-Flugzeuge bis 2023 abzunehmen, sagten die Personen.

Unter Vermittlung der Bundesregierung habe man sich auf einen Kompromiss geeinigt, der im Hilfspaket festgehalten sei: Die Lufthansa werde keine Flugzeugbestellungen stornieren, aber in dem genannten Zeitraum maximal 80 Flugzeuge abnehmen - rund die Hälfte des vor Corona geplanten Investitionsvolumens.

Ein Airbus-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab und verwies auf Äußerungen von Faury in einem Interview vom 29. Juni mit der Zeitung "Die Welt". Darin sagte er, dass er sich natürlich wünschen würde, dass Lufthansa bei Airbus wie in der Vergangenheit bestellt. “Aber Wettbewerb muss gelten.”

Lufthansa-Sprecher Helmut Tolksdorf wollte sich nicht über die öffentlich bekannten Bedingungen des staatlichen Hilfspakets hinaus äußern. Das Bundeswirtschaftsministerium gab keine Stellungnahme ab.
© Bloomberg News, aero.de | Abb.: Lufthansa | 22.07.2020 08:07


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