Hoher Quartalsverlust
Älter als 7 Tage

Boeing stellt 2022 Produktion der 747-8 ein

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Korean Air Lines Boeing 747-8B5F, © Michael Lassbacher

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CHICAGO - Die Corona-Krise hat Boeing einen höheren Verlust eingebrockt als befürchtet: im zweiten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von rund 2,4 Milliarden US-Dollar. Der Konzern tritt in der Produktion von Langstreckenjets auf die Bremse - das Ende der 747-8 ist besiegelt.

Der neuerliche Verlust fiel in etwa doppelt so hoch aus wie von Analysten im Schnitt erwartet. Jetzt will Boeing die Produktion seiner Langstreckenjets noch weiter zurückfahren, wie der Konzern am Mittwoch in Chicago mitteilte.

Immerhin: mit 5,3 Milliarden Dollar verbrannte der Konzern im abgelaufenen Quartal im Tagesgeschäft weniger Geld als befürchtet.

Boeing-Chef Dave Calhoun bezeichnete die vergangenen Monate in einem Memo an die Mitarbeiter als beispiellos und warnte, dass die Belastungen durch die Corona-Krise noch nicht vorbei seien. "Die Herausforderungen, denen wir als Unternehmen gegenüber stehen, sind nicht ausgestanden".

Im kommenden Jahr sollen monatlich nur noch sechs Exemplare der 787 fertig werden - eine glatte Halbierung der Rate.

Die Produktion der noch größeren Boeing 777 und ihrer Neuauflage 777X soll auf zwei Maschinen pro Monat sinken. Die Auslieferung der ersten 777X erwartet Boeing erst im Jahr 2022. Im gleichen Jahr lässt Boeing die 747-8 mit den letzten Frachtern für UPS bei einer rechnerischen Rate von einem Flugzeug alle zwei Monate auslaufen.

Von der jüngsten Passagierversion 747-8, mit der Boeing nach der Jahrtausendwende gegen den noch größeren Airbus A380 punkten wollte, wurden lediglich 47 Exemplare bestellt. Davon gehören allein 19 der Lufthansa - und die hat wegen der Corona-Krise derzeit nur acht davon im Einsatz. Der Rest steht am Boden, ebenso wie 13 ältere Exemplare vom Typ 747-400.

Die Produktion der 737 MAX, deren Wiederzulassung das Management bald erwartet, fährt derzeit erst langsam wieder hoch - und soll bis Anfang 2022 auf 31 Flugzeuge pro Monat ansteigen.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Boeing | 29.07.2020 13:59

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Beitrag vom 30.07.2020 - 00:42 Uhr
Das kommt davon, wenn man seine Energie zu 100% in Shareholder-Management steckt.

Genau DAS! Sehe ich genauso.

@MathiasM: Sorry, aber dass diese uralte Kiste vom Markt genommen werden muss, ist dem Umstand veralteter Technologie und Boeings Philosophie geschuldet „ach, ist doch eigentlich noch ganz gut, wieso was Neues konstruieren? Kostet nur Investitionen... wir strecken, dehnen, zerren und verbiegen den alten Mist, bauen kosmetische Neuerungen ein und verkaufen den Schrott mit schicker Farbe als < New Generation > “; hat leider viele Jahre funktioniert... und zuletzt leider auch Todesopfer gefordert...

Dieser Beitrag wurde am 30.07.2020 00:43 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 29.07.2020 - 19:24 Uhr
Leider absehbar, wie beim A380 auch. Schade darum! Aber man muss es auch sagen, es liegt auch mit am Verbraucher bzw in dem Fall den Passagieren.

Wenn ich lieber 2 oder 3 mal am Tag von A, B, C, D usw statt nur einmal mit Umsteiger von A oder B in den großen Jets fliege, mag das bequem sein, aber ändert auch den Markt. Billiger, schneller, kürzer und günstiger steht trotz allen Öko-Dingen, Preisen für Nahrungsmittel, Transportmitteln usw usw entgegen, auch in der Luftfahrt. Ich bin der Meinung, lieber weniger Flieger, dafür großräumige und das ist das Resourcen-schonendste Modell. Aber die beteiligten Resourcen gehören vielen, Anwohnern, Flughafenbetreibern, Airlines, Passagier-Wünschen und -Bequemlichkeiten, Wartungsintervallen, usw usw. Am Ende bestimmt der Profit was läuft. Money makes the world go round.

Von daher hat Boeing hier die richtige Entscheidung getroffen, wenn es auch mir als 4-Strahler Fan nicht gefällt.

Dieser Beitrag wurde am 29.07.2020 19:36 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 29.07.2020 - 16:02 Uhr
Na läuft doch wie geschmiert bei Boeing ;-)

Das kommt davon, wenn man seine Energie zu 100% in Shareholder-Management steckt.

Dieser Beitrag wurde am 29.07.2020 16:03 Uhr bearbeitet.


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