Luftfahrtkrise
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MTU verbucht herbe Einbrüche

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Reiner Winkler, © MTU

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MÜNCHEN - Der Einbruch des Flugverkehrs hat dem Triebwerksbauer MTU im zweiten Quartal herbe Einbußen bei Umsatz und Gewinn eingebrockt. Die Erlöse brachen im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent auf gut 776 Millionen Euro ein, wie der Konzern am Montag in München mitteilte.

Der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) sackte um rund drei Viertel auf gut 42 Millionen Euro zusammen. Der Vorstand hatte sich bereits am Freitag mit einer neuen Prognose aus der Deckung gewagt. MTU-Chef Reiner Winkler rechnet demnach auch für das Gesamtjahr mit deutlichen Rückgängen, aber trotz der Krise mit schwarzen Zahlen.

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten schlecht an. Nachdem die MTU-Aktie infolge der neuen Jahresprognose am Freitag noch zugelegt hatte, ging es für sie am Montag steil abwärts. Am Morgen verlor sie 7,55 Prozent auf 135,75 Euro. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier damit wieder fast 47 Prozent eingebüßt.

Während Analysten beim Umsatz im zweiten Quartal einen noch stärkeren Einbruch erwartet hatten, ging der operative Gewinn noch deutlicher zurück als gedacht. Dennoch konnte der Triebwerksbauer trotz eines mehrwöchigen Stillstands in den Werken einen positiven freien Barmittelzufluss vorweisen. Mit 56,5 Millionen Euro fiel dieser aber rund 40 Prozent geringer aus als ein Jahr zuvor. Unter dem Strich blieb ein Quartalsgewinn von gut 13 Millionen Euro, ein Rückgang um 87 Prozent.

MTU hat wie viele andere Unternehmen viele Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt, was den Hersteller bei den Kosten stark entlastet. Weil Fluggesellschaften derzeit kaum neue Flieger und Ersatzteile brauchen und auch weniger Maschinen in die Wartung bei MTU schicken, haben die Flugzeugbauer Boeing und Airbus ihre Produktion deutlich gedrosselt und den Abbau tausender Arbeitsplätze angekündigt. Auch MTU hat daher angekündigt, 10 bis 15 Prozent der zuletzt 10 661 Arbeitsplätze abzubauen.

MTU im Krisenmodus

Für das laufende Jahr erwartet MTU-Chef Winkler jetzt einen Umsatz von etwa 4,0 bis 4,4 Milliarden Euro, wie der Konzern überraschend am Freitag mitgeteilt hatte. Davon sollen 9 bis 10 Prozent als operativer Gewinn beim Unternehmen hängen bleiben.

"Den Ersatzteilbereich trifft die Krise am stärksten", hatte Finanzvorstand Peter Kameritsch erklärt. Legt man die Mitte der beiden Zielspannen zugrunde, entspricht dies einem operativen Gewinn von knapp 400 Millionen Euro. 2019 hatte MTU einen Rekordumsatz von gut 4,6 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von 757 Millionen Euro erzielt.

Derzeit befindet sich das Unternehmen allerdings im Krisenmodus. Der Vorstand hat die Liquidität des Konzerns unter anderem mit der Ausgabe von zwei Anleihen auf rund 1,5 Milliarden Euro aufgestockt.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: MTU | 03.08.2020 08:29


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