Kolumbien
Älter als 7 Tage

Vier brennende Jets und ein Drogenkrieg

CATATUMBO - Vier Flugzeuge gingen innerhalb einer Woche in Kolumbien, Venezuela, Guatemala und Belize in Flammen auf. Offiziell ist nicht klar, wo sie gestartet waren, doch mit hoher Wahrscheinlichkeit war es in der kolumbianschen Catatumbo-Region. Dort tobt seit Jahren ein Drogenkrieg.

Montag, 21. September 2020: ein Learjet 35 legt eine Bruchlandung auf einer illegalen Flugbahn in Belize hin. Mittwoch, 23. September 2020: beide Piloten eines BAe-125-800A-Jet kommen ums Leben, als sie versuchen, im Dschungel in der Nähe des guatemaltekischen Alta Verapaz zu landen. Helfer finden am Unfallort Waffen und Kokain.

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Freitag, 25. September 2020: Das kolumbianische Militär stößt auf das brennende Wrack eines BAe-125-Jets in der Nähe von Catatumbo. Zwei Tage später findet das venezolanische Militär auf der anderen Seite der Grenze die brennenden Reste einer CL-600-1A11 Challenger 600.

Das Kokain, das aus den Kokapflanzen aus Catatumbo im Nordosten Kolumbiens hergestellt wird, gilt bei der Drogenmafia als eines der besten und im Verkauf lukrativsten. Denn seitdem die damalige kolumbianische Regierung 2015 den Chef der kolumbianischen Drogenhändler, Víctor Ramón Navarro, getötet hat, kauft das mexikanische Sinaloa-Kartell die Droge direkt an der Quelle - für 1.000 US-Dollar pro Kilo statt wie früher für 15.000 bis 20.000 US-Dollar.

Catatumbo ist jedoch bereits seit den 60er Jahren in den Händen verschiedener Gruppen, die mit den Einnahmen aus dem Drogenhandel ihre bewaffneten Konflikte austrugen- und tragen. Die bekannteste war die FARC (Fuerzas Armadas Revolucionárias de Colombia).

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In der Woche mit den vier brennenden Jets hat die kolumbianische Armee wieder einmal einen Frontalangriff auf die Drogenhändler in Catatumbo gestartet - was offensichtlich eine Fluchtbewegung ausgelöst hat.

Wer nicht fliehen konnte, sind die Bewohner der Region: wie schon oft in der Geschichte des lateinamerikanischen Drogenkrieges sind sie zwischen die Fronten geraten. Und haben nach wie vor bisher kaum alternative Einkommensquellen als die Kokapflanze aus Catatumba - unter Drogenbossen bekannt als Rohstoff für mit das lukrativste Kokain, das sie auf dem Markt loswerden können.
© aero.de (boa) | Abb.: Venezolanische Regierung | 29.09.2020 13:06


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