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Lufthansa bekennt sich zum Drehkreuz München

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Lufthansa in München, © Lufthansa

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MÜNCHEN - Mit dem angekündigten Umzug mehrerer Airbus A350 nach Frankfurt nährte Lufthansa bei manchen die Befürchtung, die Tage des Münchner Flughafens als zweites Lufthansa-Drehkreuz könnten gezählt sein. Der Flughafen und die Airline erklären nun gemeisnam: dem ist nicht so.

MUC bleibt Lufthansa-Hub. Das bekräftigten der Münchner Flughafen und die Kranich-Airline heute in einer gemeinsamen Erklärung.

Zusammen werde man "die langfristige Weiterentwicklung des Münchner Airports als Drehkreuz des interkontinentalen Luftverkehrs" weiter vorantreiben - auch wenn, wie es weiter heißt, "die Auswirkungen der gegenwärtigen Krise die Verkehrsentwicklung über mehrere Jahre nachhaltig beeinflussen werden."

Nach Bewältigung der Krise wolle man den Standort München noch stärker als interkontinentales Umsteigedrehkreuz etablieren. "Zu diesem Zweck wird – in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung der Coronakrise – ab 2024 die Wiederherstellung der im Jahr 2019 von der Lufthansa in München vorgehaltenen Flottenstärke angestrebt", so Flughafen und Lufthansa weiter.

Bis zu acht A350 temporär nach Frankfurt

Zunächst aber erfolgt der Aderlass: Ende dieser Woche will Lufthansa vier A350 von München nach Frankfurt verlegen, um von dort aus Langstreckenziele zu bedienen. Die sparsamen Zweistrahler ersetzen auf diversen Routen die bislang ab Frankfurt eingesetzten Boeing 747-8I und Airbus A340.

In einem internen Schreiben an die Mitarbeiter erklärte das Lufthansa-Management außerdem, man prüfe gegenwärtig den Umzug von vier weiteren A350 nach Frankfurt. Skeptiker sahen vor diesem Hintergrund schon den Status von München als zweites LH-Drehkreuz dahinscheiden. In der aktuellen Lage, deren Flugaufkommen laut Lufthansa in etwa auf dem Niveau der 70er-Jahre liegt, reicht dem Kranich-Carrier grundsätzlich das Hauptdrehkreuz Frankfurt aus.

Ausbau weiter im Blickfeld

Mit Blick auf das Ende der Krise will Lufthansa aber ausdrücklich an der Zwei-Hub-Strategie festhalten. Um 2024 sollen wieder bis zu 30 Langstreckenflugzeuge in München ihr Zuhause haben. Außerdem wolle man, so Lufthansa, "mit einem entsprechenden Europanetzwerk für eine effiziente Anbindung des Münchner Airports an das weltweite Luftverkehrsnetz sorgen."

Langfristig bleibe auch der Ausbau des Satellitenterminals durch einen sogenannten T-Stiel ein gemeinsames Ziel von Airline und Airport. Zudem verständigten sich beide Partner auf eine gezielte Förderung und Verwendung von klimaneutralen Kraftstoffen.

"Wir werden die vor uns liegende Durststrecke gemeinsam durchstehen und auch beim anschließenden Wiederaufbau unsere Kräfte bündeln", kommentierte Münchens Flughafenchef Jost Lammers die getroffene Vereinbarung, die er als "wichtiges Bekenntnis zum Luftverkehrsstandort München" betrachtet.

Carsten Spohr, CEO der Lufthansa Group, ergänzt: "Wir stehen ohne Wenn und Aber zu unserem Premium-Drehkreuz in München." Gemeinsam habe man in den vergangenen Jahren viel erreicht. "Und wir haben noch viel vor", so Spohr.
© FLUG REVUE - Patrick Zwerger | Abb.: Lufthansa | 28.10.2020 07:38

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Beitrag vom 28.10.2020 - 14:19 Uhr
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LH verbrennt aktuell mehr als 500M€/Monat. Das wird auch 2021 nicht weniger, da werden noch ganz andere Einschnitte nötig sein befürchte ich.

ts, ts, Zahlenfuchs, eine halbe Mio pro Stunde macht bei 30,5 Tagen gerechnet 366 Mio p.M. oder 1,1 Mrd. pro Quartal. Die 400 Mio. pro Quartal weniger könnten das entscheidende Quäntchen zum Überleben sein.

NS: Die gute Eisenbahnverbindung an Frankfurt wurde in dem Zusammenhang der Stärkung von FFM irgendwo als weiteres Argument genannt. SPON?? Ist auch egal, aber sicher richtig.

Dieser Beitrag wurde am 28.10.2020 14:22 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 28.10.2020 - 12:24 Uhr
Mit den Maschinen sollen ja die Crews aus München nach Frankfurt kommen. Wie funktioniert das? Werden die hier für den Zeitraum in Hotels untergebracht?

Shutteln.

Fliegen ja genug LH Kisten zw. MUC und FRA.

Oder die in FRA ansässigen Airbus Crews von A330/40 umschulen /verwenden.


Finde das auch kein Drama, der LH gehört quasi das halbe Terminal in München, die können da nicht weg.
Ausserdem ist um MUC rum ein wirtschaftlich starker Ballungsraum mit allein 3 Mio. München und erweiterer Landkreis, und 6 Mio. in der Metropolenregion.
Das Einzugsgebiet des MUC ist noch deutlich größer, Linz, Salzburg, westliche Teile von tschechien, franken, etc.

Da muss man sich keine Sorgen machen.
Beitrag vom 28.10.2020 - 12:09 Uhr
Ich frage mich echt auf welchem Mond die LH lebt. Es ist doch klar, dass in der aktuellen Krise es überhaupt nicht um "Ausbau" geht. Die LH kann froh sein, wenn sie ein Hub (FRA) einigermaßen auslasten kann.

Jetzt kommt BER noch dazu, mit einem riesigen Originärpotential vor der Tür.

LH verbrennt aktuell mehr als 500M€/Monat. Das wird auch 2021 nicht weniger, da werden noch ganz andere Einschnitte nötig sein befürchte ich.

Und wo sehen Sie in dem Bericht etwas, aus dem Sie schlussfolgern, dass die LH auf einem Mond lebt?



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