Kapitalerhöhung
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Lufthansa bereitet Rückzahlung von Staatshilfen vor

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Lufthansa Airbus A330-300, © Lufthansa

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FRANKFURT - Die Lufthansa bereitet ihre Aktionäre auf eine milliardenschwere Kapitalerhöhung zur Rückzahlung erhaltener Staatshilfen vor. Bei der Hauptversammlung am 4. Mai sollen die Anteilseigner grundsätzlich einer Erhöhung des Grundkapitals um bis zu 5,5 Milliarden Euro zustimmen.

Raus aus den Schulden: Lufthansa will bei ihren Aktionären das OK für eine Kapitalerhöhung einholen, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Einladung zu dem Aktionärstreffen hervorgeht. Das Management soll diese Ermächtigung fünf Jahre lang nutzen können - bis 3. Mai 2026.

An der Börse kamen die Nachrichten schlecht an. Der Kurs der Lufthansa-Aktie sackte nach Bekanntwerden der Pläne am Nachmittag vorübergehend um fast sieben Prozent in den Keller. Zuletzt war das Papier mit einem Abschlag von mehr als drei Prozent immer noch größter Verlierer im MDax <DE0008467416>, dem Index der mittelgroßen Werte.

Zugleich hob Lufthansa hervor, dass über eine solche Kapitalerhöhung und deren Höhe noch nicht entschieden sei. Die beantragte Summe von 5,5 Milliarden Euro ergebe sich rein rechnerisch aus der Höhe der Stillen Einlagen I und II, die der deutsche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) dem Konzern zur Verfügung gestellt habe.

Dabei hat die Lufthansa die größere der Stillen Einlagen, die sich auf 4,5 Milliarden Euro belaufen würde, noch nicht in Anspruch genommen. Allerdings ist die Corona-Pandemie und damit die schwerste Krise in der Geschichte der Luftfahrtbranche noch in vollem Gange.

Die Aktionäre sollen Lufthansa nun in die Lage versetzen, sich flexibel Eigenkapital am Kapitalmarkt zu beschaffen. Der Emissionserlös aus der möglichen Kapitalerhöhung soll vor allem in die Rückzahlung der Hilfsgelder fließen. Die Aktionäre sollen ein Bezugsrecht erhalten, allerdings soll der WSF auch die Stillen Einlagen ganz oder teilweise gegen neue Lufthansa-Aktien eintauschen können.

Die Regierungen von Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien hatten den Lufthansa-Konzern im vergangenen Sommer mit einem insgesamt neun Milliarden Euro schweren Hilfspaket vor der Pleite bewahrt, nachdem der Flugverkehr in der Pandemie auf einen Bruchteil des Vorkrisenniveaus eingebrochen war. Der WSF stieg in diesem Zuge als Anteilseigner bei der Lufthansa ein und ist seitdem mit einem Anteil von gut 20 Prozent größter Aktionär des Konzerns.

Die Hauptversammlung von Lufthansa findet in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie erneut online statt. Damit trage das Unternehmen dem Gesundheitsschutz der Aktionärinnen und Aktionäre und den geltenden Infektionsschutzregeln Rechnung, hieß es.
© dpa-AFX | Abb.: Lufthansa | 01.04.2021 16:18

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Beitrag vom 01.04.2021 - 21:23 Uhr
Never ending drama sag ich da nur. Dieser Firma droht die Überschuldung. Wer weiß, wo das Eigenkapital nach dem Q1 Bericht stehen wird? Noch auf der Passiv-Seite? Laut Insolvenzrecht (ohne Corona) muss ein Unternehmen Insolvenz anmelden, wenn das EK auf die Aktiv-Seite kippt. Diese Regel ist aktuell ausgesetzt.
Ich denke, anstatt mehr Fremdkapital aufzunehmen wird hier der Weg übers EK versucht. Pure Verzweiflung sage ich. Und dann auch noch in dem Ausmaß! Diese Firma blutet sehenden Auges aus. Traurig irgendwie.
Weiß hier im Forum jemand mehr dazu? Bin gespannt auf Ihre Einschätzung. Danke.

Ja, ich weiß, dass es nicht notwendig ist über Bilanzen zu referieren. Das erledigt der Kapitalmarkt für Sie. Das Risiko von LH wir dort von Menschen, die nehmen alle so richtig viel Asche in die Hand um eine Wette auf die Zukunft der LH abzuschließen, als gering eingeschätzt. Von "sehenden Auges ausbluten" reden die nicht. Unternehmenswandelanleihen zu 3% gegen weg wie warme Semmeln (überzeichnet) und die Marktkapitalisierung, also der Aktienkurs, liegt ebenfalls auf einem für die LH akzeptablen Niveau. Das ist der Main Point. Mein Lieblingszitat zum Thema Bilanzen:

Burton G. Malkiel — "A firm's income statement may be, likened to a bikini- what it reveals is interesting but what it conceals is vital"
Beitrag vom 01.04.2021 - 20:26 Uhr
Never ending drama sag ich da nur. Dieser Firma droht die Überschuldung. Wer weiß, wo das Eigenkapital nach dem Q1 Bericht stehen wird? Noch auf der Passiv-Seite? Laut Insolvenzrecht (ohne Corona) muss ein Unternehmen Insolvenz anmelden, wenn das EK auf die Aktiv-Seite kippt. Diese Regel ist aktuell ausgesetzt.
Ich denke, anstatt mehr Fremdkapital aufzunehmen wird hier der Weg übers EK versucht. Pure Verzweiflung sage ich. Und dann auch noch in dem Ausmaß! Diese Firma blutet sehenden Auges aus. Traurig irgendwie.
Weiß hier im Forum jemand mehr dazu? Bin gespannt auf Ihre Einschätzung. Danke.
Beitrag vom 01.04.2021 - 19:48 Uhr
Gut so, raus mit dem Staat.


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