Mangelhafte 737-Vorflügel-Führungen
Älter als 7 Tage  

Boeing muss Zulieferer besser überwachen

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Boeing 737 MAX 9, © Boeing

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CHICAGO - Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA hat Boeing zu einer Strafzahlung in Höhe von 17 Millionen Dollar verurteilt. Der Flugzeughersteller habe seine Zulieferer nicht ausreichend überwacht, so dass ungeeignete Vorflügel-Halterungen an zahlreichen Boeing 737 MAX montiert worden seien.

Die Federal Aviation Administration (FAA) teilte mit, dass Boeing "mindestens" 17 Millionen Dollar Strafe zahlen und die Produktionsprozesse verbessern muss. Boeing sicherte dies in einer Mitteilung umgehend zu.

Die FAA hat eigenen Angaben zufolge ermittelt, dass in 759 Boeing 737 der Generationen NG und MAX Sensoren verbaut wurden, die für diese Flugzeugtypen nicht zugelassen sind.

Außerdem habe der Hersteller 178 Boeing 737 MAX zur FAA-Zulassung angemeldet, deren Vorflügel-Halterungen möglicherweise nicht regelkonform gewesen seien. Die fraglichen Bauteile seien unzureichend markiert gewesen, so die FAA.

"Die fliegende Öffentlichkeit zu schützen ist unsere Hauptaufgabe. Dies ist nicht verhandelbar", sagte der FAA-Administrator Steve Dickson. "Die FAA wird Boeing und die Luftfahrtindustrie dafür haftbar machen." Boeing muss den Betrag nun binnen 30 Tagen überweisen und bestimmte Änderungen und Verbesserungen nachweisen. Sonst drohen weitere 10,1 Millionen Dollar Strafe.

Im einzelnen verlangt die FAA von dem Flugzeughersteller eine Verbesserung der Kontrollen, damit keine nicht genehmigten Teile mehr verbaut werden können.

Zudem muss Boeing Risikoanalysen druchführen, um die Zuverlässigkeit der Überwachung der Lieferantenkette sicherzustellen, bevor bei Boeing die Produktionsraten erhöht werden.

Boeing muss das Herstellungsverfahren so ändern, dass die FAA die Bereitschaft zur Produktionserhöhung anhand von Daten nachprüfen kann. Boeing muss mit geeigneten Maßnahmen die Wahrscheinlichkeit senken, dass bei der Behörde Flugzeuge mit nicht konformen Teilen zur Zulassung angemeldet werden.

Schließlich muss der Hersteller die Herstellungsprozesse und die Qualität seiner Zulieferer besser überwachen. Die FAA kündigte an, dass sie Boeings Abteilungen für Konstruktion und Produktion weiterhin überprüfen werde. Gemäß des Aircraft Certification, Safety, and Accountability Act von 2020 werde man aktiv Kontrollverfahren einführen.

Boeing steht nach zwei Abstürzen der 737 MAX und erheblicher Qualitätsmängel bei der 787 derzeit unter erhöhter Beobachtung der FAA.
© FLUG REVUE - Sebastian Steinke | Abb.: Boeing | 09.06.2021 07:16


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