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A320neo-Triebwerken droht neuer Ärger

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IndiGo Airbus A320neo, © Airbus S.A.S.

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BANGALORE - IndiGo groundet nach einem Defekt am Triebwerk erneut einen Airbus A320neo. Piloten brachen am Montag einen Flug von Bangalore nach Ahmedabad wegen einer Öldruckwarnung ab. Die Spur führt offenbar zu einem Triebwerksteil, das 2017 bereits im Mitsubishi MRJ Probleme bereitete.

Am 21. August 2017 spuckt ein PW1200G des MRJ-Prototypen #2 bei einem Testflug entlang der US-Westküste Flammen. Mitsubishi zieht die Testflotte für zwei Wochen in Moses Lake zusammen, bis Pratt & Whitney den Flameout auf eine fehlerhafte Komponente des Anbaugetriebes zurückführen kann.

Es gehört nicht zum Fan-Getriebesystem, dem Herzstück des Triebwerks,
mit dem Pratt & Whitney deutliche Verbrauchsvorteile erreicht. Und im A320neo-Getriebefan PW1100G arbeitete das Anbaugetriebe bisher unauffällig.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur "Bloomberg" könnte das Bauteil nun aber für die Notlandung des IndiGo-Flugs verantwortlich sein.

Airbus und Pratt & Whitney gingen zunächst nicht näher auf den Verdacht ein. IndiGo ist mit 50 Flugzeugen der größte A320neo-Betreiber und wurde häufig von den Tücken des Triebwerks heimgesucht. Erst im August zog IndiGo zwei gerade gelieferte A320neo aus dem Verkehr, um Triebwerke zu wechseln.

Die indische Luftfahrtaufsicht DGCA hatte im Frühjahr 14 A320neo von IndiGo und GoAir vorübergehend gegroundet, nachdem Piloten Triebwerke auf mehreren Passagierflügen abschalten mussten.

Vibrationen irritieren Lufthansa

Die Krankenakte des Pratt & Whitney PW1100G ist lang: auf lange Anlass- und Leerlaufzeiten folgten Softwareprobleme, Metallpartikel im Ölkreislauf und vorzeitige Abnutzung von Brennkammerverkleidungen. Im Februar 2018 riefen defekte Dichtungen werksneuer A320neo die Aufsichtsbehörden auf den Plan.

Zuletzt erforderten Risse an Fan-Naben Sonderchecks, zeitgleich fahndet Pratt & Whitney nach der Ursache für Vibrationen, die in A320neo-Triebwerken von Lufthansa auftraten. "Die Ursache ist nach wie vor unklar", sagte Lufthansa-Chefstratege Detlef Kayer kürzlich dem Nachrichtenmagazin "Spiegel".
© aero.de | Abb.: Airbus | 11.10.2018 09:17


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