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Älter als 7 Tage

Airbus muss seine Beziehung zum Superjumbo klären

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Emirates A380: Erster Linienflug nach Wien, © Helmut Mitter

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Toulouse – Der Deal zwischen Airbus und Emirates über den Kauf von bis zu vierzig A380 ist nicht vom Tisch. Nach der öffentlichen Schelte für Airbus auf der Dubai Airshow verhandeln der europäische Flugzeugbauer und die arabische Airline weiter über die Zukunft des Superjumbos.

Für Airbus-Chef Fabrice Bregier war der Kauf bereits beschlossene Sache. Dass das Geschäft auf der Dubai Airshow nicht zustande kam, überraschte ihn laut der Agentur "Bloomberg“ ebenso wie das anwesende Fachpublikum.

"Wir sollten eine Absichtserklärung mit Emirates unterzeichnen und ich dachte, wir stünden kurz davor“, sagte Bregier der Agentur "Bloomberg“. "Wir brauchen noch ein paar Wochen. Wenn wir sie zum Abschluss bringen verpflichten wir uns, das A380-Programm für mindestens die nächsten zehn Jahre am Laufen zu halten.“

Verpflichtung für mindestens zehn Jahre


Airbus ist zwischen seinem Wunsch, das Leben des A380 zu verlängern und dem Widerwillen, sich langfristig dazu zu verpflichten, gefangen. Laut Bregier wäre ein solches Versprechen der wichtigste Punkt in einem Deal mit Emirates. Der Verkauf des Superjumbos läuft aber seit jeher schleppend.

Eine derartige Absichtserklärung würde bedeuten, dass Airbus auch neue Abnehmer für den A380 finden und das Flugzeug in den kommenden Jahren massiv verbessern müsste. "Das ist der Plan. Wir müssen vermutlich die Bleistifte etwas spitzen.“

Emirates ist laut Bregier daran interessiert, weitere 30 bis 40 A380 zu kaufen. Die Airline mit Sitz in Dubai betreibt bereits 100 der Doppeldecker und wartet auf die Auslieferung von 42 Flugzeugen diesen Typs.

Emirates will sich nicht auf den Kauf von Flugzeugen im Gesamtwert von 17 Milliarden US-Dollar nach Listenpreis einlassen, solange Airbus nicht klar seinen Willen zum Fortbestand des A380-Programms bekennt.

Clark fordert klare Bekenntnis von Airbus

Emirates-Präsident Tim Clark sagte dazu auf der Dubai Airshow, dass Airbus "am Zug“ sei. Seine Airline fordert eine Sicherheit ein, dass sie in zehn Jahren nicht vor dem Problem stehen wird, nicht zu wissen, wie sie ihre A380 weiter betreiben soll, weil es das Programm nicht mehr gibt.

Clark hatte Airbus zuvor aufgerufen, sich mehr für den Verkauf seiner A380 zu engagieren. Emirates interpretiert den fehlenden Pfeffer bei der Suche nach Neukunden für den Jumbo als Unsicherheit des Flugzeugbauers darüber, ob er am A380 festhalten will.

Laut Emirates sprechen für diesen Verdacht auch die Produktionszahlen, die in den vergangenen Monaten stetig heruntergefahren wurden. Außerdem hat Airbus es laut Emirates versäumt, einen Markt für gebrauchte A380 aufzubauen – zum Beispiel durch Vermietung.

Bregier räumte ein, dass Airlines trotz des positiven Feedbacks durch die Fluggäste oft nicht davon überzeugt sind, dass sie den Superjumbo wirtschaftlich einsetzen können.

"Das ist ein Flugzeug, das von den Passagieren gemocht wird, gleichzeitig aber von den Airlines als groß angesehen wird“, sagte er. "Wir müssen sie davon überzeugen, dass der Markt wachsen wird und dass sie tonnenweise Geld verdienen werden wie Emirates.“
© Bloomberg, aero.de (boa) | Abb.: P.Pigeyre/Airbus | 17.11.2017 11:57

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Beitrag vom 17.11.2017 - 23:31 Uhr
Seine Airline fordert eine Sicherheit ein, dass sie in zehn Jahren nicht vor dem Problem stehen wird, nicht zu wissen, wie sie ihre A380 weiter betreiben soll, weil es das Programm nicht mehr gibt.

Aus welchem Grunde soll man einen bestimmten Flugzeugtyp nicht "weiter betreiben" können, weil es "das Programm (irgendwann) nicht mehr gibt"? Geschätzte aero.de-Redaktion, wie schaffen es dann etliche Fluggesellschaften, A300, A310, A340, B757 , MD11 etc. weiter zu betrieben, OBWOHL es diese Programme (teilweise schon sehr lange) nicht mehr gibt?

Für ausgelaufene Produkte wird regelmäßig die Ersatzteilversorgung über einen vertraglich zugesicherten Zeitraum hinweg gewährleistet. Das ist für einen Weiterbetrieb völlig ausreichend. Darum geht es Emirates aber gar nicht, vielmehr wollen die Airbus dazu drängen, den A380 weiterzuentwickeln und v.a. die Triebwerke zu überarbeiten. Insofern liegt Ihre Darstellung leider ziemlich neben der Sache.
Beitrag vom 17.11.2017 - 22:39 Uhr
"Das ist ein Flugzeug, das von den Passagieren gemocht wird, gleichzeitig aber von den Airlines als groß angesehen wird", sagte er. "Wir müssen sie davon überzeugen, dass der Markt wachsen wird und dass sie tonnenweise Geld verdienen werden wie Emirates."
© Bloomberg, aero.de (boa) | Abb.: P.Pigeyre/Airbus | 17.11.2017 11:57

Ich habe da so meine Zweifel, das irgendein Flugzeug von Emirates tonnenweise Geld verdient.
Beitrag vom 17.11.2017 - 20:49 Uhr
@ Mhalblaub sagte: „Tim Clark hat wohl gedacht John Leahy macht Zugeständnisse, um bei seiner letzten Show noch einen großen Auftrag zu präsentieren.“

Genau das könnte der Fall gewesen sein!

Wir sind hier die Beobachter einer gigantischen Poker-Partie, von der wir alle aber nur den den Bruchteil der Karten schemenhaft durch die - von den Akteuren gesteuerten - Medien sehen. Auch die (Nicht-)Auftritte in Dubai waren wohl Inszenierungen zur Außen- und Innenwirkung.
Die echte Partie ist vermutlich extrem detailreich noch viel brutaler als wir uns das ausmalen können. Ein hochspannendes Geschehen. Alles deutet darauf hin, daß man weiterhin am (Poker-)Tisch sitzt.

Gruß Gustl


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