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Alitalia streicht 2.037 Jobs und kürzt Gehälter

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Alitalia Airbus A320, © Alitalia

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MAILAND - Alitalia trennt sich von jedem fünften ihrer 12.500 Mitarbeiter. Piloten und Flugbegleitern verlangt Airlinechef Cramer Ball heftige Zugeständnisse beim Gehalt ab. Völlig inakzeptabel, sagen die Gewerkschaften und rufen für den 05. April zum Streik auf. Zerschellt Balls Sanierungsplan?

Etihad Airways hat sich verkalkuliert. Die Beteiligung an Alitalia erwies sich für Etihad als finanzielles Desaster. Jetzt lässt Etihad Alitalia, wie zuvor schon Air Berlin, mit der Brechstange sanieren.

Doch hinter einem Rettungsplan, den Alitalia letzte Woche vorlegte, stehen viele Fragezeichen. Auf dem Papier will Alitalia ihre jährlichen Kosten um eine Milliarde Euro senken und ihren Umsatz um 30 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro steigern, um 2019 schwarze Zahlen zu schreiben.

Was ein wenig nach der Quadratur des Kreises klingt, soll unter anderem mit einer Verkleinerung der 122 Flugzeuge starken Flotte um 20 Kurz- und Mittelstreckenjets erreicht werden. Stattdessen will Alitalia ihr Langstreckenangebot nach Amerika ausbauen und auf bereits bestehenden Strecken mehr Flüge anbieten.

Alitalia bestätige am Freitag zudem Pläne zum Abbau von 2.037 Stellen in nicht-fliegenden Bereichen. In den Büros werde jeder zweite Job gestrichen. Außerdem will die Airline Zeitverträge von 400 Flugbegleitern nicht verlängern - effektiv stehen knapp 2.500 Jobs auf dem Spiel.

Alitalia fordert Lohnverzicht

Nach Gewerkschaftsangaben sieht Balls Plan ferner heftige Gehaltskürzungen in Cockpits und Kabine vor. Piloten der Europaflotte sollen für 28 Prozent weniger Geld arbeiten, die Bezüge der Langstreckenpiloten um 22 Prozent sinken. Den Flugbegleitern will Alitalia die Bezüge um 32 Prozent kürzen.

Die Antwort der Personalvertreter folgte prompt: am 05. April werden die Gewerkschaften Alitalia ganztägig bestreiken.

Unterdessen sind die Aktionärsbanken Unicredit und Intesa Sanpaolo laut italienischen Medien zwar grundsätzlich bereit, Alitalia in der Sanierungsphase mit neuen Krediten zu finanzieren - allerdings nur gegen staatliche Garantien.

Ein ehemals enger Verbündeter kehrt Alitalia hingegen den Rücken. Air France-KLM stellt ihre innereuropäischen Codeshareflüge mit Alitalia 2017 ein.
© aero.de | Abb.: Alitalia | 20.03.2017 10:22

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Beitrag vom 21.03.2017 - 09:56 Uhr
"Unicredit und Intesa Sanpaolo laut italienischen Medien zwar grundsätzlich bereit, Alitalia in der Sanierungsphase mit neuen Krediten zu finanzieren - allerdings nur gegen staatliche Garantien."

Also sind sie nicht bereit Alitalia zu finanzieren sondern den Staat. Gewaltiger Unterschied.


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