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Cockpit kippt Vereinbarung mit Eurowings zu Piloten-Übergang

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Eurowings Airbus A320-214, © Michael Lassbacher

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FRANKFURT - Für die Piloten der insolventen Air Berlin gibt es nun doch keinen geregelten Übergang zur Lufthansa-Tochter Eurowings. Der Vorstand der Vereinigung Cockpit hat die bereits mit dem Unternehmen getroffene Vereinbarung zu den Einstellungsbedingungen gekippt, wie die Gewerkschaft am Montag in Frankfurt mitteilte.

"Es darf nicht sein, dass ein Fast-Monopolist im deutschen Pilotenmarkt, wie die zum Lufthansa Konzern gehörende Eurowings, ihre Position eiskalt ausnutzt, um einen Betriebsübergang zu umgehen", sagte Vorstandsmitglied Jörg Handwerg zur Begründung. Eurowings verlangt, dass sich Air-Berlin-Beschäftigte neu bewerben.

Mit der VC hatte Eurowings vor wenigen Tagen vorläufig vereinbart, dass die Piloten bei der deutschen Tochtergesellschaft in Düsseldorf zu hiesigen Tarifbedingungen anfangen sollten. Zuvor waren die Jobs bei der Eurowings Europe in Wien geplant.

Ähnliche Tarifverträge hatten bereits die Gewerkschaften Verdi und Ufo für das Kabinenpersonal unterzeichnet. Die Verträge regeln nur die Standards bei individuellen Einstellungen und sind nicht mit einem regulären Betriebsübergang zu verwechseln. Die Lufthansa-Tochter sucht aktuell rund 400 Piloten.

Die VC hat den Air-Berlin-Piloten davon abgeraten, sich einzeln bei Eurowings zu bewerben.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Michael Lassbacher | 06.11.2017 12:43

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Beitrag vom 08.11.2017 - 10:34 Uhr
Das Problem haben sie richtig herausgearbeitet - nur nicht so direkt beim Namen genannt:
Das Problem der vergleichsweise geringer werdenden Gehälter sind WIR
In Summe sind niedriger werdende Gehälte für mich nicht das Problem. Natürlich an der unteren Grenze schon. Ich kann mich nur wiederholen, wenn ich mich auf die Annehmlichkeiten des Marktes einlasse, dann muss ich die Widrigkeiten auch in Kauf nehmen. Wenn hier die zu hohen Einkommen der Piloten angeprangert werden geht es ja nicht um den sozialen Ausgleich. Es geht darum, dass ich morgen mehr für mein Ticket bezahlen muss. Deswegen haut man auch auf die Gutverdiener ein und kümmert sich nicht um die Unterverdiener am CheckIn oder Loader usw. Wenn man die besser stellen würde (man muss) wird das Ticket ja auch teurer.
Kein Problem wenn man für seinen Vorteil argumentiert, das muss dann aber auch für alle gelten. Für den Kunden, den Mitarbeiter und das Unternehmen. Das da mit harten Bandagen gekämpft wird ist klar.
Nehmen wir AB. Die ganzen Zeit hat der Kunde von niedrigen Preisen im Markt profitet und den Vorteil lächelnd mitgenommen. Ohne Bewusstsein für mögliche Konsequenzen. LH jammert über niedrigen Ertrag durch den Wettberwerb. Jetzt ist AB weg, LH profitiert und nimmt lächelnd ihren Vorteil über hohe Preise mit. Jetzt jammert der Kunde über das Monoplol. Aber so ist es eben, einer wird als Konsequenz die Lücke füllen und dann schwingt das Pendel wieder in die andere Richtung.
Jetzt greife ich nochmal Ihren Post auf
So wie es hier läuft, finde ich es absolut schäbig. Ob die Ziele eine VC berechtigt sind oder nicht, möchte ich hier nicht weiter ausführen und ist auch unerheblich. Aber es geht mir darum, dass die VC nur an die Piloten denkt. Und das werfe ich ihr vor. Eine Gewerkschaft sollte nicht nur an eine Berufsgruppe denken müssen. Wenn man alle Vertreter eines Unternehmens vertritt, dann sollte man auch die Befugnis haben, das Unternehmen mit Streiks und Mitsprache steuern zu dürfen. Aber die Berufsgruppen-Sparten sorgen für ein sehr ungesundes Gehaltsniveau innerhalb eines Unternehmens.
Es ist der Job der Interessenvertretung die Interessen der Mitgleider zu vertreten. So wie wir das ja auch machen, siehe Ihr Bahnticket. Ist das berechtigt? Man bewegt sich im Rahmen der Möglichkeiten (Überzieher werden ja gerade untersucht), alle Beteilgten. Ist es gerecht Mitarbeiter in günstigeren Ausland anzustellen und dann hier einzusetzen?

Ich kann die Strategie der VC nicht nachvollziehen, da fehlt mir die Kenntnis. Mir geht es nur darum herauszustellen, dass hier keiner ein Waisenknabe ist.
Beitrag vom 08.11.2017 - 10:00 Uhr
Das Problem haben sie richtig herausgearbeitet - nur nicht so direkt beim Namen genannt:
Das Problem der vergleichsweise geringer werdenden Gehälter sind WIR

WIR alle - ich schließe mich da auch bewusst mit ein. Gerade erst eine Bahn-Fahrkarte 1. Klasse im ICE hin und zurück für 60€ in den nächsten 3 Wochen durch ganz Deutschland gebucht. Dem einen oder anderen ist das immer noch deutlich zu viel. Ich bin der Meinung, es ist um den Faktor 2 oder 3 zu niedrig. Und ich bin mir im Klaren darüber, dass diese Preise nur gehen, weil an vielen Stellen gespart wird - u.a. an inkludiertem Service, an Einstandspreisen im Einkauf (was dort bei den Auftragnehmern für die gleichen Folgen sorgt) und an den Mitarbeitergehältern.

Es wird auch oft bemängelt, dass eine Lufthansa einen großen Gewinn mache. Dies finde ich auch nicht so verkehrt, denn irgendwoher muss ja auch die Wirtschaftsleistung kommen, neue Flugzeuge zu beschaffen (die ja doch schnell mal über 100 Mio. US$) ausmachen können pro Stück. Diese Investition zu stämmen (die dann nur anteilig in der GuV/Bilanz einfliesst) geht nur auf diesem Wege. Ansonsten kommt man nicht auf eine so hohe Quote an Flugzeugen im Eigentum, was auch wiederum hilft im Falle von Krisen, wie es sie schon einige gab und wieder geben wird.
Beitrag vom 07.11.2017 - 10:57 Uhr
Das ist genau der wunde Punkt.
Solange man ständig die Rettung der Arbeitsbedingungen den Pilotengewerkschaften (oder auch anderen) auferlegt wird man hier zu keiner Lösung kommen.

Wenn man zurück blickt hatten wir genau diese großen Weltkümmerer, DAG oder ÖTV, aber die waren ob der großen Bandbreite der Mitglieder völlig aus der Realität entrückt. Die Busfahrer der Gemeinden und gutverdienende Luftfahrer waren in einem Topf. Es war schlicht nicht mehr vermittelbar wenn die selbe Gewerkschaft hohe Ergebnisse für die einen (LH) und schlechte Ergebnisse für die anderen (Busfahrer) erzielt hat weil die Gemeinden pleite waren. Daraus sind die Sparten entstanden. Die Diskussion um die LH Streiks belegen dieses Problem auch heute noch. Der Laie versteht gar nicht worum es geht und sagt, "Soviel Geld, was wollen die denn noch?"

Wie können Sie sagen, die Gehälter wären zu hoch, oder zu niedrig? Was ist Ihr Maßstab? Wo ist Null? Was geht gerade noch so?
Was wäre ein vernünftiger Preis für ein Flugticket, einen Liter Milch oder das Gehalt eines Paketzustellers?

Ich halte das für eine Stellvertreterdiskussion. Irgendwer soll es richten, das Ungleichgewicht zu beseitigen, aber ich suche weiterhin den besten Deal für mich. Das gilt natürlich nicht für Sie ;-) aber Ryanair, Wizz, Primark, Wisag, Amazon und wie sie alle heißen explodiern bei den Gewinnen. Irgendeiner muss so denken, und er/sie ist nicht allein.


Dieser Beitrag wurde am 07.11.2017 10:58 Uhr bearbeitet.


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