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Das Dilemma mit der konkreten Zusage

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Air France Airbus A350-900, © Airbus

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TOULOUSE - Die US-Regierung könnte direkte Krisenhilfe für Airbus als unlautere staatliche Subvention werten. Daher stecken die französische und die deutsche Regierung Milliarden in Lufthansa und Air France auch in der Hoffnung, Airbus so Aufträge zu sichern. Ob diese Rechnung aufgeht, ist längst nicht entschieden.

Wie die Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Berufung auf interne Quellen berichtet, ist es unwahrscheinlich, dass das Lufthansa-Management bis 2023 alle achtzig Flugzeuge annimmt, die es im Rahmen des staatlichen Rettungspaketes annehmen darf.

Die Priorität liegt demnach darin, die Schulden so schnell wie möglich zurückzubezahlen - denn die Zinsen für die staatlichen Milliarden steigen 2027 auf neun Prozent.

Alle Bemühungen der Airbus-Manager, verbindliche Zusagen zu Auslieferungen in das Rettungspaket zu integrieren: vergebens. Denn zum einen ist jede staatlich gestützte finanzielle Verpflichtung gegenüber Airbus heikel, weil Boeing und die US-Regierung dies als staatliche Subvention werten könnten.

Der Streit zwischen Boeing und Airbus um unlautere Subventionen ist seit Jahren anhängig - und hatte bereits Strafzölle auf die Einfuhr von EU-Produkten in die USA zur Folge.

Zum anderen hat sich die deutsche Regierung verpflichtet, nicht in die unternehmerischen Entscheidungen des Lufthansa-Managements einzugreifen - und ist auf diese Weise Kritikern aus Wirtschaft und Politik entgegengekommen.

Es liegt nun also am Lufthansa-Management, zu entscheiden, ob und wie viele neue Flugzeuge der Konzern in den kommenden Jahren in die Flotte aufnimmt. Ende 2019 hatte die Gruppe 198 offene Bestellungen, 156 davon bei Airbus.

"Airbus wäre es sicher recht gewesen, wenn Lufthansa mit dem Rettungspaket verpflichtet worden wäre, die meisten Flugzeuge abzunehmen", sagte Analyst Daniel Roeska. "Aber das hätte das Management in die Enge getrieben und möglicherweise sogar Bedenken bei der Europäischen Kommission hervorgerufen."

Interessenkonflikt

Zwar hat sich das Lufthansa-Management verpflichtet, durch die Verjüngung der Flotte CO2-Emissionen einzusparen. Der Druck, Lieferungen zu verschieben und das Geld für Rückzahlungen zu verwenden, ist jedoch immens.

Das Airline-Management hat bereits angekündigt, dass es etwa 100 der insgesamt über 760 Flugzeuge außer Dienst stellen wird. "Realistisch betrachtet wird Lufthansa in den kommenden vier Jahren kein einziges neues Flugzeug brauchen", sagte Analyst Roeska. "Investoren würde es besser gefallen, wenn sie ein paar Jahre lang keine Flugzeuge kaufen und die Gelder nutzen, um ihre Bilanz in Ordnung zu bringen."

Französische Hilfe

Auch die französische Regierung hält sich mit direkten Zusagen an Airbus zurück. Er hoffe, dass Air France-KLM "ein guter Kunde" von Airbus bleibe, sagte Finanzminister Bruno le Maire.

Die Airlines können auf ein insgesamt 10,4 Milliarden schweres Hilfspaket der französischen und der niederländischen Regierung zählen. Dennoch hat das Air France-Management angekündigt, dass es die Inbetriebnahme einiger Airbus A350 und Boeing 787 verzögern wird.

Bei Bedarf könne man zusätzliche Großraumflugzeuge beziehen, sagte CEO Ben Smith im Mai. Ob und wann es diesen Bedarf geben wird sind die großen Fragen, die sich alle Beteiligten derzeit stellen.
© aero.de (boa), Bloomberg | Abb.: Airbus | 18.07.2020 12:00


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