Ende der Krisenregelung
Älter als 7 Tage

Lufthansa Cargo streicht viele Flüge

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Lufthansa Cargo Boeing 777F, © Lufthansa Cargo

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FRANKFURT - Lufthansa Cargo baut den laufenden Sommerflugplan um. Auf den Rennstrecken nach Shanghai und Peking reduziert die Airline ab nächster Woche die Zahl der Flüge, weil eine Krisenregelung mit den Piloten ausläuft. Dabei hatten Management und Piloten laut aero.de-Informationen zuvor einen Durchbruch erzielt.

Lufthansa Cargo ändert die Flugplanung. "Die Fortsetzung des bisherigen Flugplans ist in vollem Umfang aus betrieblichen Gründen nicht möglich", informierte Lufthansa Cargo Kunden am Montag über kurzfristige Einschnitte. Das Schreiben liegt aero.de vor.

Konkret wird Lufthansa Cargo nächste Woche Shanghai nur sieben statt neun Mal anfliegen. Auf der Linie nach Peking halbiert Lufthansa Cargo die Flugfrequenz auf zwei Flüge pro Woche, Chengdu steht nur noch einmal statt zweimal pro Woche im Flugplan. Der Umlauf nach Kansai legt vorerst keinen Stopp mehr in Seoul ein.

"Insgesamt müssen wir unser Frachter-Flugprogramm in der nächsten Woche um etwa fünf Prozent reduzieren und einzelne Umläufe neu planen", sagte eine Lufthansa-Cargo-Sprecherin aero.de. Die Sprecherin begründete die Einschnitte mit dem Auslaufen der Regelungsabsprache Corona mit den Piloten zum 26. Juli.

Lufthansa Cargo hatte vergangene Woche versucht, die Krisenregelung mit den Crews zu verlängern. Die Regelungsabsprache Corona galt als wichtigster Hebel der Piloten in den Verhandlungen zum Abbau von rund 160 Cockpitjobs in der Lufthansa-Frachtsparte, die 2020 einen Rekordgewinn verbucht hatte.

Insbesondere der Wegfall der sogenannten 2-Leg-Regelung bringt die Flugplaner ins Schlingern. Cargo-Betriebsvorstand Harald Gloy hatte eindringlich vor einem drohenden Verlust von "begrenzten Slots" und "ganz erheblichen Verwerfungen" gewarnt. Nach Informationen aus Konzernkreisen bauen derzeit rund 30 Prozent des verdichteten Flugprogramms auf der Krisenregelung auf.

Einigung bei Lufthansa Cargo

Hinter Lufthansa Cargo und Piloten liegen inzwischen zwei Jahre Dauerstreit. In den Abendstunden des 15. Juli hatten die Verhandlungsteams beider Seiten letztlich aber den gordischen Knoten zerschlagen.

Ein nach Darstellung der Personalvertretung Cockpit "unter allen Gesichtspunkten" akzeptabler Kompromiss sah nach aero.de-Informationen einen leichteren Einstieg in die Übergangsversorgung für Piloten ab 55 Jahren vor. Piloten aus "rentenfernen Jahrgängen" sollten mit Abfindungen zum vorzeitigen Ausstieg motiviert werden.

"Dieser Durchbruch ging maßgeblich auf den Lösungswillen von (Vorstandschefin, Red.) Dorothea von Boxberg zurück", sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person aero.de. Das Freiwilligenprogramm sollte für mindestens 80 Piloten greifen. Im Gegenzug sagten die Piloten eine Verlängerung der Regelungsabsprache zum Corona-Flugbetrieb zu.

Konzern-Veto im Morgengrauen

Der Kompromiss hielt genau eine Nacht - Stunden nach dem Durchbruch wurde Lufthansa Cargo, so berichten es Insider, vom Konzernvorstand klassisch zurückgepfiffen. Mit dem Veto aus der Lufthansa-Zentrale im Morgengrauen hatte offenbar keiner der Beteiligten ernsthaft gerechnet.

Der Einspruch des Ressorts von Personalvorstand Michael Niggemann düpiert von Boxberg, die Lufthansa Cargo seit 01. März 2021 lenkt.

Lufthansa Cargo will jetzt noch retten, was zu retten ist. "Wir stehen mit der betrieblichen Mitbestimmung in konstruktivem Austausch", sagte die Sprecherin aero.de. Für das "Entgegenkommen und den Einsatz" über die letzten eineinhalb Jahre sei die Airline ihren Pilotinnen und Piloten "außerordentlich dankbar".

Unter den Cargo-Piloten sorgt der Vorstandsgriff in die Speichen für Kopfschütteln. "Das können wir nur so deuten, dass von der Zentrale keine Lösung für die Cargo gewollt ist, um die Erpressbarkeit der Piloten aufrecht zu halten", sagte ein Pilot aero.de.
© aero.de | Abb.: Lufthansa Cargo | 22.07.2021 15:45

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Beitrag vom 25.07.2021 - 19:41 Uhr
Na sie sind ja ein witziger Forist @ Rangirehua
Ich bin kein Pilot! Lufthansa besteht nicht nur aus Piloten, die allermeisten davon machen übrigens einen guten Job und können mehr als eine defekten ICE anhalten!
Ich bin auch seit 30 Jahren in der Luftfahrtindustrie tätig, habe übrigens keine 7 oder 8 Wochen Urlaub. Ebenso hatte ich noch nie eine 35 Std Woche, sondern schon immer mehr! Übrigens arbeiten wir in ihrem sozialistischen Deutschland bis 67 Jahren, nicht wie beispielsweise in Frankreich bis 62 Jahre. Ich nehme allerdings an, das es ihnen in dem sozialistischen Deutschland mit den schrecklichen Betriebsräten und Gewerkschaften auch sehr gut geht. Das ist auch für mich ok, lassen sie anderen Menschen das aber auch!
Nur so noch zur Info, wenn sie zum Beispiel an Weihnachten mit ihren Lieben zusammen sind, arbeiten zur selben Zeit sehr viele Menschen in der Luftfahrt, damit Sie evtl m - Feiertag Gut auf die Malediven kommen können.
Beitrag vom 25.07.2021 - 17:50 Uhr
Es ist richtig das die Konzernleiter den „Kompromiss“ gleich wieder zurückzogen. Der deutsche Kapitalismus war mir schon immer suspekt! Es ist mehr sozialistischer Arbeitsmarkt bei dem sogar die Angestellten mit den nur in Deutschland vorkommenden Betriebsräten in das Management reinpfuschen und so vielen grossen deutschen Grossfirmen die Möglichkeiten nimmt grösser und besser zu werden. Kein Wunder das die Anzahl von Start-Ups so niedrig sind! Welcher clevere Unternehmer will sich plötzlich, wenn die Firma wächst, mit den Mitarbeitern herumstreiten!
Die Lufthansa, wie auch andere grosse deutsche Firmen, zeigen sich ihren Mitarbeitern gegenüber äusserst kulant. In welchem Land arbeitet ,man nur 35 Stunden und hat 5, 6 oder 7 Wochen Urlaub!
Irgendwann ist ja wohl genug. Setzt euch ins Flugzeug und lasst den Autopiloten die Arbeit machen! Die Arbeit des Piloten ist heutzutage viel einfacher als einen ICE zu fahren. Stellt euch nicht so an...
Beitrag vom 23.07.2021 - 08:48 Uhr
Irgendwie wird man bei der Hansa nie das Gefühl los, dass dort alles dafür getan wird (ob vom Management oder den Piloten), um Gewinne zu vermeiden.


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