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Rostock-Laage bittet Land um Hilfe

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Terminal bei Nacht, © Flughafen Rostock-Laage

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ROSTOCK - Als Folge der aktuellen Krise des Flughafens Rostock-Laage sehen die drei Airport-Gesellschafter das Land Mecklenburg-Vorpommern in der Plicht.

Im Koalitionsvertrag sei eine landeszentrale Bedeutung mit unabdingbarer Notwendigkeit für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung des Landes festgestellt worden, hieß es am Montag zum Ende einer mehrstündigen Beratung von Vertretern der Stadt und des Landkreises Rostocks sowie der Stadt Laage.

Eine solche Verantwortung müsse sich sowohl in der Gesellschafterstruktur als auch in der finanziellen Sicherstellung des Betriebes des Flughafens widerspiegeln.

Gesellschafter sind die Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding RVV (54,1 Prozent), der Landkreis Rostock (35,5) und die Gemeinde Laage (10,4).

Die RVV ist eine 100-prozentige Gesellschaft der Hansestadt Rostock. Von den Gesellschaftern und dem Land wird der Flughafen mit insgesamt 2,8 Millionen Euro pro Jahr unterstützt. Das Land und die Hansestadt Rostock tragen davon jeweils eine Million Euro.

Rostock-Laage hat durch die Insolvenzen von Germania und flybmi seit Jahresanfang zwei wichtige Airlines verloren und Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt.
© aero.de, dpa-AFX | 18.02.2019 16:37

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Beitrag vom 22.02.2019 - 09:25 Uhr
Schwierig wird es jedoch wenn man den Einzefall betrachtet. Ihr Beispiel Hahn kann man wohl als Negativbeispiel gelten lassen, zwischen zwei Ballungsräumen die extrem gut angebunden sind. Gleiche gilt wohl für Kassel mit sehr guter Anbindung an Fankfurt und Hannover. Memmingen funktioniert wohl.
Die Frage wäre, welche Kriterien könnte man anlegen um das zu messen?

Hierzu müsste man denke ich unterscheiden ob die Infrastruktur dazu führt, dass weitere Entwicklungen in der Gegend angeschoben werden.

Hahn wird primär zum wegfliegen und wiederkommen genutzt. Wenn mal jemand ankommt, dann fährt er weiter an den Rhein, ins RMG oder nach Heidelberg. Die Folge ist ein Ausbleiben lokaler Folgeeffekte.
Auch Rostock als Landeplatz für Schiffsreisende, die direkt nach der Landung mit Bussen zur Küste weiterfahren dürfte rund um den Flughafen keine weiteren Investitionen nach sich ziehen.

Ich denke eine Region muss erstmal für Industrie oder Touristen attraktiv werden, damit überhaupt jemand dahin kommen möchte. Erst wenn das geschafft ist, kann man ihnen das uU mit einem kleinen Flughafen erleichtern.
Aber nur einen Flughafen in die Pampa zu stellen und zu hoffen er würde irgendwie zur Entwicklung der Gegend führen, scheint illusorisch.

Dass alle erfolgreichen Regionen einen Flughafen haben ist eine Korrelation. Daraus einen kausalen Zusammenhang Flughafen->Erfolg ableiten zu wollen, wie das oft versucht wird, ist mMn nicht korrekt.



Dieser Beitrag wurde am 22.02.2019 09:26 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 22.02.2019 - 09:06 Uhr
"Aber Sie haben nicht differenziert, sondern das alles grundsätzlich der Gewinnmaxime unterworfen. Das sehe ich jedoch anders."

Danke @contrail

ich hatte ehrlich gesagt keine Lust, dem kurzgedachten neoliberalen Blabla mit gelegentlichen Politiker-Bashing irgendetwas zu erwidern.
Insofern danke ich dir für deinen differenzierten Blick, glaube aber bei der Art der Kommentare von NeilA nicht an ein kritisches Hinterfragen der eigenen Sichtweise.

Wenn man alles auf Gewinn oder Verlust reduziert, sollte man seine Kinder ganz schnell zur Adoption freigeben, da zahlt man nur drauf!

Beitrag vom 20.02.2019 - 17:22 Uhr
Sinnhaftigkeit stellt sich nur ein wenn ein Produkt oder Dienstleistung Gewinn macht. Alles andere muß über kurz oder lang wieder aus dem Angebot eines Marktes zwangsläufig ausscheiden. Denn wir leben nur vom Gewinn und nicht von Verlusten, also auch Subventionen. Denn die sind nichts anderes als der Ausgleich von Verlusten. Ein Staatseingriff in die Witschaft macht uns alle nur ärmer und verzerrt den Markt zugunsten von einigen wenigen. Also es bleibt für alle immer die Gleichheit und die Gerechtigkeit auf der Strecke. Das aber herzustellen ist eine Grundanforderung der Bürger an den Staat.
Das ist aber eine hohe Forderung und es bleibt die Ungewissheit wie man so etwas messen könnte. Wie messen Sie den Gewinn einer Infrastruktur? Wirft jeder Autobahnkilometer auch Gewinn ab? Wäre die Straße, in der Sie wohnen oder auf der Sie zur Arbeit fahren je gebaut worden wenn man sie nach reinen Gewinnmaßstäben bewertet? Wo fängt Grundversorgung Infrastruktur an oder wo hört sie auf?

Meines Wissens (habe das jetzt nicht nochmals groß nachrecherchiert) wirft nur FRA und MUC Gewinne ab. Alle anderen nicht. Kleine Flugplätze wie Memmingen, Kassel, Erfurt, Laage, usw. werden mit Steuergeld ständig am Leben erhalten. Entweder macht man die Preise so hoch, daß diese Flugplätze sich nach 2 bis 5 Jahren selbst tragen oder sie müssen in die Insolvenz. Diese kleineren Plätze aber dauerhaft zu subventionieren, wie es gerade bei Hahn ist, ist inakzeptabel.
Ein paar mehr sind es schon, auch Memmingen arbeitet mit Gewinn. Aber auch hier kann man das durchaus von mehreren Seien betrachten. Muss jede einzelne Maßnahme für sich profitabel sein, wenn eine Region als Ganzes davon profitiert?
"Die Frage wäre, welche Kriterien könnte man anlegen um das zu messen?"

Das Kriterium gibt es schon lange: den Gewinn und nur den Gewinn. Alles andere ist ein Eingriff in die Wettbewerbsfähigkeit und damit in unser Privat- und Volksvermögen.
Jetzt kommen wir der Sache näher. Ist es nicht gut für das Volksvermögen, wenn man mit einer gut ausgebauten Infrastruktur den Standort D im internationelen Wettbewerb attraktiv hält? Woe soll hier Gewinn zugeordnet werden?

"Das alles nur populistisch auf die Unfähigkeit politischer Bürohengste zu schieben wird der Sache nicht gerecht."

Nun es ist nicht populistsich sondern marktwirtschaftlich und ja es kann nur den Bürohengsten zugerechnet werden. Denn diese belügen das Volk mit falschen Aussagen und Vorspiegelung von nicht zutreffenden Tatsachen und das nur um ihre egoistischen Interessen durchzusetzen. So wie es bei Rostosck-Laage gerade gemacht wird. Weshalb legen diese Leute nicht einfach beweisfeste Kostenkalkulationen vor anstatt nur Behauptungen von irgendetwas aufzustellen?
Den Ball könnte man jetzt zurück spielen ;-)
Das finden Sie alles hier
 https://www.rostock.ihk24.de/blob/hroihk24/standortpolitik/downloads/2641906/9d48690686956e380ee6f45753244abe/Regionalkonomische_Studie_Flughafen_Rostock-Laage_mit_Bild-data.pdf

Gerade erst entdeckt, beschreibt aber ziemlich genau den von mir beschriebenen übergeordneten Ansatz. Das heißt nicht, dass man jede Maßnahme ungeprüft gutheißen muss. Aber Sie haben nicht differenziert, sondern das alles grundsätzlich der Gewinnmaxime unterworfen. Das sehe ich jedoch anders.


Dieser Beitrag wurde am 20.02.2019 17:28 Uhr bearbeitet.


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