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Small Planet Airlines stellt Insolvenzantrag

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Small Planet Airlines Airbus A320, © Small Planet Airlines

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BERLIN - Für den Ferienflieger Small Planet Airlines Deutschland wird die Luft dünn. Die Airline hat einen Insolvenzantrag gestellt. Flüge sollen vorerst weiter starten. Über Small Planet Airlines brach nach einer Verspätungsserie eine Welle von Forderungen herein - tausende Passagiere machen Ansprüche geltend.

"Die Small Planet Airlines GmbH hat sich zu einer Unternehmensrestrukturierung entschlossen und daher heute einen Antrag auf (Eröffnung eines, Red.) Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt mit dem Ziel, den Flugbetrieb der Airline auch langfristig aufrechtzuerhalten", teilte Small Planet Airlines am Dienstagabend mit.

Das Luftfahrtbundesamt (LBA) hat gegen die Weiterführung des Flugbetriebs demnach "keine Einwände geäußert". Diese Angabe der Airline hat das LBA inzwischen bestätigt. Wie es selbst mitteilt, "nimmt (es, Red.) derzeit eine gründliche Bewertung der Finanzsituation vor und prüft den Status der Betriebsgenehmigung."

Small Planet Airlines Deutschland stockte ihre Flotte 2018 auf fünf Airbus A320 und zwei A321 auf. Die Airline wollte Lücken nach der Air-Berlin-Insolvenz füllen, verschuldete zuletzt aber zahlreiche Verspätungen. Mehrfach saßen Urlauber infolge operativer Probleme bei Small Planet Airlines an Flughäfen fest.

Das Management begründet den Insolvenzantrag mit einer "angespannten finanziellen Situation durch die Ereignisse des laufenden Sommers".

Das Fluggastrechteportal EUflight geht davon aus, dass derzeit rund 20.000 Passagiere Entschädigungen gegen Small Planet Airlines geltend gemacht haben. "Wir gehen von rund 9 Millionen Euro gemäß EU-Fluggastrechte-Verordnung bestehender Ansprüche aus", sagte Geschäftsführer Lars Watermann.

Für seine Firma wie auch für Fluggäste sei die Insolvenz nicht absehbar gewesen, weil Small Planet in der Vergangenheit regelmäßig gezahlt habe.

Vermutlich drohte nun bei der Airline wegen der notwendigen Rückstellungen eine bilanzielle Überschuldung, während Liquidität vorhanden gewesen sei. EUflight.de hat nach eigenen Angaben bis vor Kurzem Forderungen von Passagieren gegen Small Planet angekauft und muss nun mit einem weitgehenden Verlust rechnen.

"Die vollständige Übernahme des Ausfallrisikos von den Fluggästen gehört zu unserem Geschäftsmodell", erklärte Watermann.

Die deutsche Small Planet Airlines ist Teil eines Airlineverbunds, der Vollcharter für Touristikkonzerne anbietet. Unter der Marke Small Planet Airlines fliegen auch Ableger in Polen und Litauen.
© aero.de | Abb.: Small Planet Airlines | 18.09.2018 20:05

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Beitrag vom 19.09.2018 - 09:48 Uhr
Na ja, um eine "Airline", die Ihre Copiloten zwischen 15 und 20 Tsd. Euro ZAHLEN läßt, damit Sie Flugstunden im rechten Sitz des A 320 sammeln dürfen ist es wohl nicht allzu schade - Pay2Fly ist so ziemlich das Schlimmste, was es in unserem Berufsstand gibt - das hat sogar xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx die GERMANIA für Ihre bezahlenden CoPis auf Bobby wieder abgeschafft !

Modhinweis
Beitrag bearbeitet.
Fly-away Moderator

Dieser Beitrag wurde am 19.09.2018 10:10 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 19.09.2018 - 09:45 Uhr
Leider 2 mal keine Überraschung.
Beitrag vom 19.09.2018 - 06:51 Uhr
@Fly_United Ich wünsche Dir viel Kraft in dieser Situation.

Ich frage mich überhaupt, wie es heute möglich ist, ohne ein Flugzeug wirklich zu besitzen, eine Fluggesellschaft auf zu machen. Das Prinzig funktioniert nur in großer Masse. Die 7 Flugzeuge von Small Planet sind überall verstreut stationiert.
Azur Air, jetzt Small Planet und demnächst Sundair (?)


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