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Was ein Ausbilder Lufthansa-Flugschülern jetzt rät

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Pilotentraining bei Lufthansa, © Lufthansa

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BREMEN - Lufthansa lässt in der Luftfahrtkrise ihre Pilotenausbildung auslaufen - für Hunderte Flugschüler löst sich der sicher geglaubte Traumberuf in Luft auf. Warum trifft die Pandemie Bremen so viel härter als vorausgegangene Krisen? "planeTALK" ist dieser Frage mit einem besonderen Gast nachgegangen.

Generationen von Lufthansa-Piloten haben ihr theoretisches Fachwissen in seinen Kursen erworben: Detlef Carius, langjähriger Chief Ground Instructor bei Lufthansa Flight Training, hofft "inständig", dass auch künftigen Piloten die Chance einer Ausbildung bei Lufthansa erhalten bleibt.

"Der Vorteil dieser Schule ist, dass wir die Nähe in die Cockpits haben", sagte Carius planeTALK, dem Luftfahrt-Podcast von PilotsEYE.tv. Umgekehrt konnte sich Lufthansa stets darauf verlassen, den Pilotenbedarf über die Flugschule zu decken.

Der war auch in der Vergangenheit nicht immer konstant. In der 90er-Krise bildete Lufthansa noch 450 Flugschüler zu Ende aus. Die Warteliste baute Lufthansa später "relativ schnell wieder ab", erinnert sich Carius. Die aktuellen Jahrgänge der European Flight Academy werden laut Carius wahrscheinlich länger auf ihre Chance warten müssen.

EFA hängt an Fremdkunden

Der "Wiederanstieg" des Luftverkehrs werde nach der Pandemie "sehr viel länger" dauern als nach "V-Krisen" wie dem 11. September, sagte Carius. "Und dieses Mal haben wir noch einen anderen Faktor: 700 Flugschüler in der Pipeline plus 1.100 (...) mögliche Stellen, die bei Lufthansa abgebaut werden müssen."

planeTALK Folge 4, © planeTALK

Dem stehe ein durchschnittlicher Zulauf von rund 200 bis 220 Absolventen aus der EFA pro Jahr gegeüber, sagte Carius. Er rät betroffenen Flugschülern, "soweit wie möglich Unterricht zu bekommen" und diesen Status zu halten. "Wenn es dann wieder losgeht - und möglicherweise schneller als erwartet - dann kann man hier wieder aufsetzen."

Voraussetzung für eine spätere Wiederaufnahme der Ausbildung ist, dass es die Lufthansa-Flugschule durch die aktuelle Krise schafft. "Ich hoffe inständig, dass sich das Loch durch die Bundeswehr oder andere Kunden wie All Nippon Airways überbrücken lässt", sagte Carius planeTALK.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 12.10.2020 12:38

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Beitrag vom 13.10.2020 - 14:05 Uhr

Gut, setzen sie ihren Aluhut ab, und lassen sie uns wetten.

Was für ein Aluhut?

In 5 Jahren werden Piloten händeringend gesucht.
Einsatz können sie wählen.

An Ihrer Stelle würde ich lieber einmal die Tomaten von den Augen nehmen...

Wer so einen beschränkten Horizont hat, das er die Grundlegenden Mechanismen nicht versteht, tja.

1. Achtung Rechtschreibung...
2. Danke für das Kompliment. Ich stecke da selbst voll im Geschäft mit drin, mein Horizont ist wahrscheinlich deutlich weiter, als Sie vermuten. Auf die Argumentation des 1-Mann-Cockpits gehen Sie garnicht ein. Wenn das kommt, dann wirds düster auf dem Markt, und seien Sie versichert: DAS KOMMT! Schneller, als Sie alle denken können!

Sie können diese Story weltweit 1000 Mal nachvollziehen.
Krise, man bricht die Ausbildung ab, weil alles mega schlecht ist.
Die Erholung folgt dann doch immer überraschend schnell, und die grundlegende Problematik ist nicht im Ansatz gelöst.
In den USA stehen, analog zu Dtl. zahlreiche Piloten vor der Rente in den nächsten 5-10 Jahren. Wer soll die ersetzen?
Den Fehler in der Krise nicht weiter einzustellen haben schon viele Unternehmen gemacht.
Wer jetzt anfängt, hat in 5 Jahren sehr gute Karten.

Ihr Wort in Gottes Ohr...

Man muss halt den Mut haben antizyklisch zu handeln.

... und bereit sein, in 5 Jahren immer noch keinen Job zu haben...

P.S. In Q1 21 haben wir einen Impfstoff, es wird dauern zu impfen, aber in 2022 ist Corona kein Thema mehr. Und dann gibt es eine starker Erholung im Reise- & Touristik Markt.

Genau! Schwupps, weg das Zeugs! Und die Kosten, welche die Gesellschaft auf sich genommen hat, werden an den Portemonnaies der Bürger spurlos vorbeigegangen sein... klar!

Glückwunsch, wenn Sie Recht behalten würden, allein mir fehlt der Glaube daran.
Beitrag vom 13.10.2020 - 08:47 Uhr
Schweinezyklus at its best.

Wer jetzt weiter macht, hat in 5 Jahren wohl beste chancen schnell zum CPT zu werden.

Genau! Und die Erde ist eine Scheibe... ;-)

Wir haben hier keinen "Schweinezyklus" mehr.

Meine Einschätzung:
1. Die Rechnung für den Lockdown und alle Nachwirkungen von Corona, Kurzarbeitsentschädigungen, Hoch-Risikokredite etc. wird erst noch kommen und dann steigen die Preise erst einmal in ungeahnte Höhen.
2. Der Lockdown hat gezeigt, dass HomeOffice von heute auf morgen ebenso umsetzbar war, wie der grossteils durch Videokonferenzen ersetzbare Anteil an Dienstreisen. Das hilft der Branche auch nicht.
3. Die Präventivmassnahmen in den von Deutschen so geliebten "Billig Billig" Touristenregionen werden auch da die Preise über die 199 Euro für 1 Woche 5* All-Inclusive-Schallmauer heben.

Wer heute in der Ausbildung steckt, wird nicht in 5 Jahren kaum Captain auf einem Verkehrsflugzeug sein können...

Gut, setzen sie ihren Aluhut ab, und lassen sie uns wetten.

In 5 Jahren werden Piloten händeringend gesucht.
Einsatz können sie wählen.

Wer so einen beschränkten Horizont hat, das er die Grundlegenden Mechanismen nicht versteht, tja.
Sie können diese Story weltweit 1000 Mal nachvollziehen.
Krise, man bricht die Ausbildung ab, weil alles mega schlecht ist.
Die Erholung folgt dann doch immer überraschend schnell, und die grundlegende Problematik ist nicht im Ansatz gelöst.
In den USA stehen, analog zu Dtl. zahlreiche Piloten vor der Rente in den nächsten 5-10 Jahren. Wer soll die ersetzen?
Den Fehler in der Krise nicht weiter einzustellen haben schon viele Unternehmen gemacht.
Wer jetzt anfängt, hat in 5 Jahren sehr gute Karten.
Man muss halt den Mut haben antizyklisch zu handeln.

P.S. In Q1 21 haben wir einen Impfstoff, es wird dauern zu impfen, aber in 2022 ist Corona kein Thema mehr. Und dann gibt es eine starker Erholung im Reise- & Touristik Markt.
Beitrag vom 12.10.2020 - 19:26 Uhr
Ich würde eher das Gegenteil behaupten. Nicht jeder Fluglotse eignet sich zum Airline Piloten.

Würde ich so nicht unterschreiben. Die DFS hat, grade was die medizinischen Anforderungen angeht, strenger Maßstäbe als z.B. LH. Ein Beispiel: Wenn man aufgrund der Augen noch ein Medical Klasse 1 unter Auflagen bekommt und bei LH als Pilot anfangen kann, siebt die DFS selbigen Bewerber schon aus. Warum, wenn man idR vor einem Bildschirm sitzt? Fragen Sie mich nicht.


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