Beim Start fliegen die Fetzen
Älter als 7 Tage  

Osprey zerstört Heliport von Krankenhaus

CAMBRIDGE - Am Addenbrooke's Hospital in Cambridge können vorerst keine Rettungshubschrauber mehr landen. Schuld ist eine Bell-Boeing CV-22B der US Air Force. Die Osprey war während einer Übung am Krankenhaus gelandet - als sie wieder abhob, flog das Helipad gleich mit davon.

Das war so sicher nicht geplant: seit die US Air Force am vergangenen Mittwoch für eine Trainingsmission in Cambridge zu Gast war, hat das örtliche Addenbrooke's Hospital keinen Hubschrauberlandeplatz mehr.

Eine CV-22B Osprey vom 352nd Special Operations Wing der US-Luftwaffe, stationiert in Mildenhall, ließ bei ihrem Start vom Addenbrooke's buchstäblich die Fetzen fliegen: auf einem Video ist zu sehen, wie die Wucht der Osprey-Kipprotoren und die heißen, nach unten ausströmenden Abgase dem Hubschrauberlandeplatz gnadenlos den Garaus machen.

Rettungshelis mit Intensivpatienten an Bord müssen seither auf dem Cambridge City Airport landen und ihre Patienten dort in Krankenwagen umlagern.

V-22 Osprey zerfleddert Helipad, © YSL

Verletzt wurde bei dem Zwischenfall glücklicherweise niemand. Lokale Medien zitieren einen Augenzeugen, er habe so etwas noch nie in seinem Leben gesehen: "Alles entfaltete sich vor mir. Ich sah Trümmer durch die Luft fliegen." Seine größte Sorge habe dabei der Osprey gegolten. "Ich dachte, wenn die Trümmer die Rotoren treffen, könnten sie das Flugzeug, oder noch schlimmer, die Insassen schädigen."

Ein Sprecher der US Air Force bedauerte die Panne und versprach, man unternehme bereits Schritte, um die Sache schnellstmöglich wieder ins Reine zu bringen. Im Vorfeld habe man den Landeplatz allerdings ordnungsgemäß vermessen und für Osprey-tauglich befunden. Das war er, wie sich nun herausstellte, offensichtlich nicht.

Airport als Übergangslösung

Dr. Victor Inyang, Ärztlicher Direktor der East Anglian Air Ambulance, betont derweil die wichtige Rolle, die das betroffene Krankenhaus für die Gesundheitsversorgung spielt: "Addenbrooke's ist das wichtigste Traumazentrum in der Region. Daher ist eine schnelle und effiziente Überweisung kritisch kranker oder verletzter Patienten ins Krankenhaus von entscheidender Bedeutung."

Mit dem nahegelegenen Flughafen habe man zum Glück eine brauchbare Üergangslösung. Dass die Rettungsflieger nun vorerst auf den fünf Kilometer entfernten Flughafen ausweichen müssen, ist für die schnelle Versorgung in Lebensgefahr schwebender Patienten trotzdem nicht optimal - zählt in manchen Fällen doch jede Minute.
© Flug Revue - PZ | Abb.: YouTube | 23.04.2021 12:33

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Beitrag vom 25.04.2021 - 09:41 Uhr
Kosten Osrpey: 80 Millionen $
Kosten eines betonierten Helipad: 0,2 Millionen $
Beitrag vom 23.04.2021 - 21:04 Uhr
Alsi diesen Behelfslandeplatz "Helipad" zu nennen ist schon sehr gewagt. Es handelte sich um eine mit Lamellenplatten a gedeckte Wiese. Jeder Hubschrauber, welcher neben dem Pad landen würde, hätte diese Platten weggeblasen. Dieses Helipad liegt zu dem auf der Rückseite des Krankenhauses, die Patienten mussten sowieso in einen RTW umgeladen werden und dieser musste um das halbe Krankenhaus herumfahren um zur Notaufnahme zu kommen. Teilweise über schlecht ausgebaute Wege. Da wird der Transport vom Flughafen ggf. sogar noch schonender sein.


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