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Airlines verfügen über Liquidität bis 2022

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Lufthansa Airbus A380, © Lufthansa

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FRANKFURT - Ratingagenturen blicken skeptisch auf die kurzfristigen Aussichten für Europas Airlines. Anhaltende Reisebeschränkungen könnten Fluggesellschaften bald zwingen, neue Schulden aufzunehmen - oder Tafelsilber zu verkaufen. Vorerst haben die meisten Fluggesellschaften ihren Geldbedarf aber gedeckt.

"Die Situation im europäischen Flugreisesektor wird sich aufgrund des neuerlichen Anstiegs der Coronainfektionen und des bisher nur langsamen Impffortschritts bis Mitte August nicht wesentlich verbessern", erklärte die Ratingagentur Moody's am Mittwoch.

Denn die Erholung dürfte langsamer verlaufen und das Passagieraufkommen schwächer ausfallen als noch im November 2020 erwartet. Die Unternehmen verbrennen demnach weiter Bargeld und dies drücke auf die Bilanzen.

"Sofern es keine zeitnahe Erholung der operativen Performance und der freien Cashflows gibt, könnten die Fluggesellschaften wachsendem Druck zur Aufnahme von Kapital und zur Veräußerung von Vermögenswerten ausgesetzt sein, um eine höhere Verschuldung zu vermeiden und ihre Bilanzen zu schützen", sagte Stanislas Duquesnoy, Senior Vice President bei Moody's.

Die Ratingagentur geht davon aus, dass die Sommerreisesaison nur langsam in Fahrt kommt - angeschoben von touristischen Kurzstreckenflügen. Diese könnte ab Mitte August zunehmen, wenn 60 bis 70 Prozent der europäischen Bevölkerung geimpft seien. Dafür müsse sich das Impftempo aber deutlich beschleunigen.

Die meisten europäischen Fluggesellschaften mit einem Rating, wie Easyjet, Wizz Air, Deutsche Lufthansa und die British Airways-Mutter IAG haben laut Moody's "Liquidität für 450 bis 650 Tage zur Verfügung, um eine länger anhaltende Phase gedämpften Passagieraufkommens aufzufangen".

Die Analysten von Barclays gehen davon aus, dass Europas Fluglinien im ersten Quartal beim Umsatz durchschnittlich rund 80 Prozent unter dem Vorjahr liegen. Die meisten Airlines dürften nur mit einem Programm von 20 bis 25 Prozent des Vorkrisenniveaus von 2019 geflogen sein. Die Luftfahrt-Experten der Bank rechnen auch für das Frühjahrs- und Sommerquartal mit einer geringen Kapazität.

Die Kunden dürften wie bisher sehr kurzfristig buchen und die Preise stünden weiter unter Druck.
© Reuters | Abb.: Lufthansa | 24.04.2021 08:52

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Beitrag vom 25.04.2021 - 01:14 Uhr
Ryanair fehlt in der Aufstellung...


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