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Stratolaunch bereitet sich auf zweiten Flug vor

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Stratolaunch-Erstflug am 13.04.2019, © Stratolaunch

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MOJAVE - Seit bald anderthalb Jahren ist das – nach Spannweite gemessen – größte Flugzeug der Welt nicht mehr geflogen. Doch schon bald soll sich Stratolaunch Model 351 wieder in die Luft erheben. In der Mojave-Wüste laufen letzte Tests. Und es warten neue Aufgaben.

Fast hatte es so ausgesehen, als wäre der erste Flug von Stratolaunch am 13. April 2019 auch gleichzeitig der letzte gewesen. Die Zukunft des sechsstrahligen Trägerflugzeugs hing am seidenen Faden: Schon vor dem Erstflug war Initiator und Mäzen Paul Allen gestorben.

Die ursprünglich für Stratolaunch angedachte Aufgabe, maßgeschneiderte Trägerraketen aus der Luft Richtung All abzufeuern, wurde kurz darauf verworfen. Und der Jungfernflug des fertigen Jets schien nicht viel mehr als die postume Ehrung für Paul Allen, dessen letzter Wille damit verwirklicht war.

Im Herbst 2019 aber kam wieder Bewegung in das Stratolaunch-Projekt. Der Investmentfonds Cerberus Capital Management kaufte das Unternehmen Stratolaunch Systems und begann, dem in der Mojave-Wüste schlafenden Riesen, Spitzname "Roc", neues Leben einzuhauchen.

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Statt Trägerraketen den Weg ins All zu weisen, soll Roc künftig der Hyperschallforschung dienen und als Startplattform für entsprechende Flugkörper arbeiten. "Was wir im Wesentlichen vor Augen haben, sind anpassbare, wiederverwendbare und erschwingliche raketengetriebene Testvehikel, zusammen mit den damit verbundenen Flugdiensten", erklärte Stratolaunch-Vizechef Steve Bitterman dazu im Frühjahr. Wenig später enthüllte seine Firma mit Talon-A tatsächlich ein eigenes Hyperschallprojekt, das derzeit im Windkanal getestet wird.

"Zweiter Erstflug" steht kurz bevor

Aus den beiden Komponenten, Roc als fliegende Startrampe und Talon-A als Testplattform, will Stratolaunch Systems ein dynamisches Duo formen, das künftig Forschungsaufträge aus Regierungs- und Industriekreisen abarbeiten soll.

Doch zunächst gilt es, das Riesenflugzeug, dessen Spannweite 117 Meter beträgt, wieder in die Luft zu bekommen. Das dürfte in der Tat bald geschafft sein: Wie Stratolaunch Systems auf dem hauseigenen Twitterkanal dokumentiert, steht der Sechsstrahler bereits wieder im Freien und unterzieht sich dort den finalen Checks.

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Der "zweite Erstflug" scheint damit nur noch eine Frage der Zeit – und dieses Mal soll das Flugzeug nach dem Willen seiner Betreiber anschließend nicht wieder in der Versenkung verschwinden. Wie es langfristig weitergeht, hängt aber auch von der US-Luftfahrtbehörde FAA ab. Die muss das Flugzeug nämlich noch zertifizieren, bevor es seiner künftig zugedachten Aufgabe nachkommen kann.
© FLUGREVUE - Patrick Zwerger | Abb.: Scaled Composites | 03.10.2020 07:20


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