747-Piloten
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Lufthansa und Cargolux loten Personalkooperation aus

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Cargolux Boeing 747-8F, © Cargolux

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FRANKFURT - Lufthansa-Piloten der Teilflotten Boeing 747-400 und 747-8 sollen die Nachwehen der schweren Luftfahrtkrise nach aero.de-Informationen ab 2021 bei Cargolux überbrücken. Lufthansa-Chef Carsten Spohr pocht in einem Interview auf weitere Zugeständnisse der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit.

Lufthansa hat in der Krise den Rückbau der Teilflotte 747-400 beschleunigt, 747-8 fliegen nur sporadisch. Beim 747F-Betreiber Cargolux brummen hingegen die Geschäfte - Luftfracht verzeichnet einen starken Boom.

Unter diesen Vorzeichen arbeiten die Airlines nach aero.de-Informationen an einer zumindest temporären Arbeitnehmerüberlassung: Lufthansa-Piloten sollen zu Cargolux wechseln.

"Das hilft Lufthansa und Cargolux in der aktuellen Situation gleichermaßen", sagte eine mit der Sache vertraute Person aero.de. "Und die Piloten sichern den Erhalt ihrer Flugberechtigung für die 747." Das Frankfurter Lufthansa-Drehkreuz und Luxemburg trennen zudem nur drei Autostunden.

Die Gespräche befinden sich demnach in einem fortgeschrittenen Stadium. Cargolux hat auf eine Anfrage bisher nicht reagiert, Lufthansa hält sich bedeckt.

"Lufthansa-Pilotinnen und -Piloten genießen weltweit einen sehr guten Ruf", sagte Lufthansa-Sprecher Helmut Tolksdorf aero.de. "Daher fragen Airlines, die Bedarf an Cockpitcrews haben, regelmäßig bei Lufthansa an." Der Konzern werde sich nur zu "konkreten Vereinbarungen" äußern, die bestünden mit Cargolux "derzeit" nicht.

1.000 Cockpitjobs in Gefahr

Lufthansa ringt seit Monaten mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit um einen Krisentarifvertrag. Cockpit hatte Lufthansa zuletzt 450 Millionen Euro in Form eines bis Mitte 2022 befristeten "Unterstützungspakets" angeboten - fordert aber einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen. Die Verhandlungen gestalten sich zäh.

"Mangels Einigung wird es wohl erstmals in der Geschichte unseres Unternehmens im zweiten Quartal 2021 so weit sein, dass uns 500 Kapitäne und 500 Erste Offiziere verlassen müssen", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr der "WirtschaftsWoche." Nur durch "innovative Teilzeitmodelle" lasse sich der Überhang "mit möglichst wenig Kündigungen" kompensieren. In den anderen Beschäftigungsgruppen gelte der jeweils vereinbarte Kündigungsschutz.
© aero.de | Abb.: Cargolux | 11.12.2020 08:42

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Beitrag vom 13.12.2020 - 12:35 Uhr
Ah, Danke. Das ist doch mal was Konkretes.
Das wäre ein Faktor von 10:1, coronabedingt. Durch die Doppelcrew und evtl. Wachstum hat man temporär mehr Bedarf, den würde das abdecken bis die Zeiten normaler werden und man den eigenen Personalbedarf kennt und regulär ausgleichen kann. Die Seniorität wird damit nicht berührt.
Wird schon.
Beitrag vom 12.12.2020 - 15:17 Uhr
Sorry 20 Piloten/Flieger
Beitrag vom 12.12.2020 - 15:15 Uhr
Man weiß einfach zu wenig zu den Umständen.
Wenn es denn 50 Stellen sind, dann entspräche das, je nach Crewfaktor, einem Volumen von 4 Flugzeugen. Woher kommt dieser plötzliche Bedarf, das wäre mehr als 10% der aktiven Flotte? Hat Cargolux ihre Flugzeuge noch nicht voll genutzt, in den heutigen Zeiten? Oder man hat sich vielleicht neue Flugzeuge über Drylease beschafft, die nun ad-hoc und temporär bereedert werden müssen? Zuviel Spekulation.

Der Crewfaktor ist erheblich höher. (600 Piloten ca. 30 Flieger= 50 Piloten/Flieger) Die Umläufe sind ganz anders als vor Corona, da nicht alle Länder als overnight stop angeflogen werden. Daraus folgt, dass viel Double Crew geflogen wird und bei den langen Duties auch mehr Ruhezeit nötig ist.
Es sind wohl zwei zusätzliche -8 im Gespräch aus Saudi-Arabien aber das sind Gerüchte.
Es gibt bei CLX weiterhin den natürlichen Abgang durch Rente usw.
Neue Quellen sprechen von 20-30 Stellen die bei Lh angefragt wurden also nicht mal 50.


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