IT-Attacke auf Pipeline
Älter als 7 Tage

Am Flughafen Charlotte wird der Treibstoff knapp

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American Airlines in Charlotte, © CLT Airport

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CHARLOTTE - Onlinekriminelle haben eines der wichtigsten Pipelinesysteme in den Vereinigten Staaten lahmgelegt. Nach dem Hackerangriff auf die Bereiberfirma Colonial Pipeline wird am Charlotte Douglas International Airport der Treibstoff knapp. American Airlines leitet erste Flüge aus Charlotte um.

Die Colonial Pipeline ist die Lebensader der Wirtschaft im Südosten der USA - täglich fließen 2,5 Millionen Barrel Treibstoff von den Raffinerien am Golf durch das Netz.

Nach einer IT-Attacke auf den Netzbetreiber Colonial Pipeline vergangenen Freitag ist die Versorgung stark eingeschränkt.

Am Flughafen Charlotte werden Flugtreibstoffe inzwischen rationiert. American Airlines ändert deswegen zwei Langstreckenflüge: Passagiere auf der Linie von Charlotte nach Honolulu werden vorerst in Dallas in ein anderes Flugzeug umsteigen. Der tägliche Flug nach London legt in Boston einen Tankstopp ein.

"Wir behalten die Situation genau im Blick und arbeiten rund um die Uhr, um sicherzustellen, dass wir in unserem gesamten Netzwerk über eine ausreichende Versorgung an Treibstoff verfügen", teilte American Airlines mit. Die Airline rechnet mit einer Rückkehr zum Normalbetrieb am 15. Mai.

DarkSide

Hinter dem Angriff auf den Pipeline-Betreiber steckt die Hackergruppe "DarkSide". Die Cyberkriminellen haben die Colonial-Systeme mit einer sogeannnten Ransomware, einer Erpresser-Software, infiziert. "Unsere Absicht ist, Geld zu machen", bekannte die Gruppe inzwischen ihr Motiv.

Sicherheitsrelevante Steuerungssysteme der Pipeline sind zwar von der übrigen IT abgeschirmt, teilte Colonial mit. Vorsorglich habe man sich nach der Attacke dennoch zur Abschaltung der Pipeline entschlossen. Erst zum Wochenende will der Betreiber die Versorung wieder aufnehmen.
© aero.de | Abb.: CLT Airport | 11.05.2021 08:23

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Beitrag vom 11.05.2021 - 09:29 Uhr
Vor nicht allzulanger Zeit, ich meine es war Ende 2018?!, gab es das bspw. in MUC auch. Eine nahe Raffinerie war abgebrannt, der Rhein hatte zu wenig Wasser, stand als Transportweg aus dem Norden also kaum zur Verfügung und die übrigen Zugkapazitäten reichten nicht aus, um die Versorgung aufrecht zu halten.
Man musste also inbound-tankering betreiben, wo es möglich war. Bei Langstrecken geht das natürlich nur bedingt, aber zumindest auf Kurzstrecken sollte das kein Problem sein. Ökologisch und ökonomisch natürlich eine Katastrophe; das wären im Übrigen auch die wahrscheinlichsten Effekte eines nationalen Alleingangs beim Thema Kerosinsteuer, der Sprit wird dann halt aus Kostengründen aus dem Ausland mitgenommen.


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