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Lufthansa verteidigt harten Kurs gegen Condor

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Condor Boeing 757-300, © Condor

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FRANKFURT - Lufthansa verteidigt den Ausstieg aus dem Zubringervertrag mit Condor - und streut Zweifel an der Krisenstrategie des Ferienfliegers. Kooperationen, "die Passagierströme von Lufthansa auf andere Airlines verlagern", können aus Lufthansa-Sicht unter den Vorzeichen der Krise "nicht fortgeführt" werden.

Kein Anschluss unter dieser Flugnummer: Lufthansa beendet das "Special Prorate Agreement" mit Condor - zum 01. Juni wird es für Condor-Passagiere und Veranstalter erheblich komplexer, einen Lufthansa-Zubringer zu einem Condor-Langstreckenflug zu buchen.

Condor wittert dahinter "eine breit angelegte Missbrauchsstrategie", der Ferienflieger führt Kartellbeschwerde gegen Lufthansa.

Parallel hat Condor-Chef Ralf Teckentrup den EuGH eingeschaltet: Condor lässt die EU-Auflagen für staatliche Milliardenhilfen an den Konkurrenten überprüfen. Spätestens Teckentrups Gang nach Luxemburg dürfte man bei Lufthansa als offene Kampfansage aufgefasst haben.

Der Lufthansa-Konzern wirbt um Verständnis für seinen harten Kurs. Die Wettbewerbsbeschwerde des Ferienfliegers beim Bundeskartellamt habe "keine Berechtigung", erklärte Vorstandsmitglied Michael Niggemann in dem am Mittwoch in Berlin erschienenen "Lufthansa-Politikbrief".

Man könne der Lufthansa nicht den Vorwurf machen, dass sie in Konkurrenz zu Condor-Strecken trete, da es im Wettbewerb "keine Streckenmonopole" gebe. Lufthansa will selbst stärker in das Touristikgeschäft einsteigen, dem nach der Corona-Krise eine schnellere Erholung zugetraut wird als den Geschäftsreisen. Es gehe darum, eigene Arbeitsplätze zu sichern.

Der neue Ferienflieger Eurowings Discover tritt auf zahlreichen Langstrecken in direkte Konkurrenz zum Condor-Flugangebot.

Lufthansa stellt Condor-Strategie in Frage

Niggemann verteidigte ausdrücklich die Kündigung des langjährigen Kooperationsvertrags über Zubringerflüge für die einstige Tochtergesellschaft zum 1. Juni. "Es gilt Vertragsfreiheit", erklärte der für Personal und Recht zuständige Vorstand. Condor habe keinen Anspruch auf "Sonderkonditionen" bei Zubringerflügen und könne diese nun zu gleichen Bedingungen bei Lufthansa buchen wie viele andere Wettbewerber auch.

Der Lufthansa-Vorstand empfahl der deutlich kleineren Airline: "Condor kann alternativ eigene Zubringerflüge organisieren oder zu dem für sie zentralen Flughafen Frankfurt die Bahn als Zubringer nutzen."

Der Manager wies darauf hin, dass Condor selbst vom Staat gerettet worden ist und sich über einen Langfrist-Kredit der KfW-Bank finanziert. Er erklärte: "Die Frage der staatlichen Unterstützung darf auf kommerzielle Entscheidungen der Unternehmen keinen Einfluss haben. Das gilt für uns und für Condor gleichermaßen. Auch Condor sollte sich schlicht dem Wettbewerb stellen und damit den Beweis für die eigene Zukunftsfähigkeit antreten."

Lufthansa zog am Mittwoch zudem Teckentrups Krisenstrategie in Zweifel. Während Lufthansa sich von 150 ihrer 800 Flugzeuge trenne, "hält Condor bisher an ihren rund 50 Flugzeugen fest, und das obwohl die Flotte Modernisierungsbedarf hat, und das Unternehmen für einen Käufer attraktiv werden muss."
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Condor | 24.02.2021 14:15

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Beitrag vom 26.02.2021 - 09:39 Uhr
Aber das ist doch eine Scheindiskussion die für das feedern der DE Langstrecke garnicht relevant ist.
Ob Veranstalter jetzt Kap. bei der einen oder der anderen Airline buchen spielt doch keine Rolle.
Na doch, es ist sogar die entscheidende Relevanz, denn hier sieht man die Entwicklung bereits.
Wenn man sagt, Condor kann sich doch entspannen, da man über die Veranstalter verkauft und dass LHG nicht bei den Veranstaltern im Programm ist, dann ist das einerseits falsch und andererseits verkennt es die Situation. Es wird für Condor immer schwieriger bei den Veranstaltern Fuß zu fassen. Der Wettbewerb ist mit für die Veranstalter günstigen Paketen im Markt, Preise und Haftung. DER bietet FRA Male mit SQ an, das kann nur der Preis gewesen sein, der hier den Ausschlag gab. So steht man mit den Angeboten an erster Stelle der Vergleichsportale.
Wenn man Condor jetzt den Vorteil der attraktiven Zubringer nimmt, dann wird es noch schwieriger. Da LHG alles unter einem Dach hat kann sie attraktive Pakete schnüren und macht das auch. LH schlägt die Condor nach DomRep im Veranstalterpaket. Das zeigt zu was man bereit ist.
Die Frage ist doch, warum die LH verpflichtet sein soll, die Condor pax durchzuchecken, zu vergünstigten Konditionen zuzubringen, die Haftung für Verspätung etc. zu übernehmen, eine DE Flugnummer anzubieten, etc. etc.
Ja, das ist die Frage. Aber die Antwort ist nicht was wir darüber denken, sondern was später irgendwer entscheidet. Das muss sich nicht mit unserer Meinung decken. Daher bin ich hier vorsichtig. Für Condor ist es auf jeden Fall alternativlos hier mit allen Mitteln zu kämpfen. Wenn sie die Privilegien verlieren, dann wird es immer schwieriger.


Dieser Beitrag wurde am 26.02.2021 10:11 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 26.02.2021 - 06:50 Uhr

Da haben Sie natürlich recht. Aber raus sind sie trotzdem. Da wo sie fliegen, fliegt DER trotzdem mit QR. Nach Mauritius ist es auch nicht die Condor und Male auch nicht. Welche Veranstalter sollen denn da wöchentlich die Flieger füllen, wenn die Top 2 nicht die Condor nutzen?

Kann sein, dass die Kontingente bei Condor nicht ausreichen. Außerdem fliegt Condor auch nicht jeden Tag.
Als Hanseat würde ich mir eher Gedanken machen, warum DER und co nicht bei LH und Konsorten buchen. Könnte eventuell mit dem Verhalten von LH nach der TC Pleite zu tun haben. Darum auch die große Angst, dass es jetzt zum 4. mal wieder in die Hose geht.
Ah, erst die Kontingente der Condor und jetzt die Nicht-Kontingente der LH und Konsorten. Wo haben Sie bloß diese Infos her?
1. April DER Barbados, Airline EW. 2. April DER Punta Cana, Airline LH.

Aber das ist doch eine Scheindiskussion die für das feedern der DE Langstrecke garnicht relevant ist.
Ob Veranstalter jetzt Kap. bei der einen oder der anderen Airline buchen spielt doch keine Rolle.

Die Frage ist doch, warum die LH verpflichtet sein soll, die Condor pax durchzuchecken, zu vergünstigten Konditionen zuzubringen, die Haftung für Verspätung etc. zu übernehmen,
eine DE Flugnummer anzubieten, etc. etc.

Und genau darum geht es in dem jetzt beendeten Vertrag. Das die LH das bringen muss, unabhängig davon wer Kunde bei wem ist, halte ich für höchst Zweifelhaft.

Der Condor steht es jederzeit frei, bei der LH ihre Kunden zu buchen zu den selben Konditionen wie jeder andere auch. Sie werden nur nicht bevorzugt, aber auch nicht benachteiligt.
Daher kann ich die Diskussion nicht im Ansatz verstehen.

Die Condor fährt ein schwaches, volatiles Geschäftsmodell mit sehr geringer Marge das in meinen Augen keine Zukunft hat.
Sie ist zu klein um unabhängig zu bleiben, und zu gross um wirklich NIsche zu sein.
Die Flotte ist alt. Condor ist relativ teuer.
Die B767 ist am Ende ihres Lebenszyklus, die Flieger sind überwiegend aus den frühen 90gern, die gehen auf die 30 zu.
Einen effizienten 1zu1 Ersatz gibt es nicht, mittlerweile gibt es FLieger die 2-3 Generationen weiter sind, die COndor hat nicht genug Marge um die Ersatzinvestitionen zu tätigen.

Ich sehe nicht wie das bei der Condor gut gehen soll, langfristig. Da hilft auch alles bellen gegen die LH nicht.
Beitrag vom 25.02.2021 - 18:18 Uhr

Da haben Sie natürlich recht. Aber raus sind sie trotzdem. Da wo sie fliegen, fliegt DER trotzdem mit QR. Nach Mauritius ist es auch nicht die Condor und Male auch nicht. Welche Veranstalter sollen denn da wöchentlich die Flieger füllen, wenn die Top 2 nicht die Condor nutzen?

Kann sein, dass die Kontingente bei Condor nicht ausreichen. Außerdem fliegt Condor auch nicht jeden Tag.
Als Hanseat würde ich mir eher Gedanken machen, warum DER und co nicht bei LH und Konsorten buchen. Könnte eventuell mit dem Verhalten von LH nach der TC Pleite zu tun haben. Darum auch die große Angst, dass es jetzt zum 4. mal wieder in die Hose geht.
Ah, erst die Kontingente der Condor und jetzt die Nicht-Kontingente der LH und Konsorten. Wo haben Sie bloß diese Infos her?
1. April DER Barbados, Airline EW. 2. April DER Punta Cana, Airline LH.

Dieser Beitrag wurde am 25.02.2021 18:23 Uhr bearbeitet.


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