Tarifstreit und Sicherheitsbedenken
Älter als 7 Tage

Piloten schicken Brandbrief an Edelweiss

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Edelweiss Airbus A330, © Edelweiss Air

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ZÜRICH - Dicke Luft bei Edelweiss: Piloten, Kabinenbesatzung und Crewplaner rechnen mit der Unternehmespolitik des Schweizer Ferienfliegers aus dem Lufthansa-Verbund ab und sehen sogar die Flugsicherheit in Gefahr. Die Piloten haben kurzerhand den Gesamtarbeitsvertrag gekündigt.

Für Aeropers ist der Bogen überspannt: mitten in Verhandlungen über eine Neuauflage hat die Schweizer Pilotenvertretung den Tarifvertrag mit Edelweiss gekündigt. Zeitgleich wenden sich Flugbegleiter, Crewplaner und Piloten mit einem Brandbrief an die Geschäftsleitung.

Auf acht Seiten bringen die Mitarbeiter der Swiss-Tochter ihre Unzufriedenheit mit einer schleichenden Sparpolitik zum Ausdruck. Deren Ergebnis verfehle im besten Fall den Edelweiss-Standard, im schlechtesten Fall bleibe die Sicherheit der Passagiere auf der Strecke.

Stein des Anstoßes ist die Ausstattung neuer A320 und der A340. Wie "Blick.ch" aus dem Inhalt des Briefs berichtet, wurde bei den A320 an Bodenkollisions- und Vereisungswarnsystemen gespart. In den A340 müssten ruhende Piloten im Heck pausieren - und im Ernstfall 40 Meter ins Cockpit sprinten.

Die Kabinenausstattung entspricht den Mitarbeitern zufolge nicht dem Standard eines Premiumferienfliegers.

Aeropers wirft der Airline vor, zwar in Flugzeuge zu investieren, Mitarbeiter jedoch kurz zu halten. Seit 2009 hat Edelweiss den Piloten demnach keine Gehaltserhöhung gezahlt. Nach Gewerkschaftsangaben kehren erste Piloten Edelweiss bereits mit Aussicht auf bessere Arbeitbedingungen andernorts den Rücken.

Aeropers: Edelweiss droht Pilotenmangel

"Es zeigt sich, dass Angebot und Nachfrage, bedingt durch die nicht mehr konkurrenzfähigen Arbeitsbedingungen, in einem Missverhältnis zueinanderstehen. Edelweiss kann ihren Bedarf an zusätzlichen Piloten aktuell nicht decken", sagt Aeropers-Mediensprecher Thomas Steffen.

Die Lufthansa Gruppe fährt die Ausbildung des Nachwuchses gerade wieder hoch. 500 Piloten pro Jahr will sie in der European Flight Academy ausbilden. "Die 500 Piloten pro Jahr brauchen wir für die Lufthansa-Gruppe", sagte EFA-Chef Ola Hansson dazu im aero.de - Interview.

Edelweiss ist ein Ferienflieger - 68 Sonnenziele weltweit hat die Airline inzwischen im Programm. Seit November 2017 gehört auch Argentinien dazu. 

"Edelweiss kombiniert ein sehr ansprechendes Economy Class Produkt mit einer (...) Business Class, richtet sich aber mit Flugplan und Destination vermehrt einem touristischen Publikum. Und das ist dann auch ein Teil unserer Antwort auf das Low Cost Wachstum in Argentinien", sagte der Lufthansa Vertriebsleiter für Südamerika Tom Maes aero.de.

Edelweiss: Vorwürfe zur Flugsicherheit haltlos


Es scheint nun, dass diese Antwort auf das Low-Cost-Wachstum gemeinsam mit den Edelweiss-Mitarbeitern neu formuliert werden muss. Edelweiss hat infolge des Briefs eine Reihe von Informationsveranstaltungen angekündigt, auf denen sich das Management mit den Mitarbeitern austauschen will. 

Die Sicherheitsbedenken weist Edelweiss-Sprecher Andreas Meier vehement zurück. "Der Flugbetrieb von Edelweiss erfüllt jederzeit sämtliche gesetzliche Anforderungen in Bezug auf Technik, Sicherheit und Ausbildung", zitiert ihn "Blick.ch".
© aero.de (boa) | Abb.: Edelweiss | 25.05.2018 10:27

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Beitrag vom 27.05.2018 - 17:11 Uhr
Ich denke, das war von @A300-600 zum Verlauf dieses Threads das passende, richtige Schlusswort , um diesen jetzt auf „read-only“ zu setzen..
Es waren schon im Laufe des Freitag-Nachmittags ungewöhnliche viele Beiträge (ca. 30), die nicht Zeit-nah moderiert werden konnten, da die Moderation ja ehrenamtlich erfolgt, die Moderatoren aber vorrangig Ihrem Beruf nachzugehen haben.
Danach war eine sinnvolle Moderation ohne großen Zeitaufwand nicht mehr möglich, betrachtet man den Verlauf, die Themenbezogenheit, die Qualität, die Verletzung der Nutzungsregeln, -Bedingungen vieler Beiträge, die eingestellt wurden.
Danke an die wenigen User, die mit Ihren konstruktiven Beiträgen dem Zweck dieses Forums gerecht wurden, um diesen, und nur diesen Luftfahrt-Interessierten eine Möglichkeit des Themen-bezogenen Meinungsaustausches zu geben.



Dieser Beitrag wurde am 27.05.2018 17:58 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 27.05.2018 - 17:05 Uhr
Gott sei Dank!!!!
Es gibt sie noch, die Erfahrenen Forum Teilnehmer, welche, die wirklich was zu berichten haben.
Wenn es denn so ist, werde ich auch weiterhin in diesem Forum spökern!
Es macht mir immer wieder Freude was dazuzulernen, einen Dank an den vernünftigen.
Einen besonderen Dank an A300-600, welcher es nicht hätte besser beschreiben können.

Beitrag vom 27.05.2018 - 16:19 Uhr
Es ist immer wieder faszinierend, dass hier extrem viele (sicherlich luftfahrtinteressierte) vollkommen branchenfremde Laien hier ihre Meinung zu Arbeitsweisen an Bord, Sicherheitsverfahren, etc. wiedergeben und diese meist hanebüchenen Äußerungen auch noch als die einzige Wahrheit ansehen.
Komischerweise sind diese Forumsmitglieder, die hier den größten Unfug (wollte erst geistigen Dünnpfiff schreiben, habe es mir aber erspart) von sich geben, diejenigen mit die zur Gruppe der meistschreibenden Forumsmitglieder gehören.
Wahnsinn!

Liebe Möchtegern-Luftfahrtspezialisten,
ich selber interessiere mich unheimlich für Bergbau. Ich könnte mir tagelang stillgelegte Zechen im Ruhrgebiet anschauen und würde nur zugern einmal ins letzte aktive Steinkohlebergwerk einfahren um mir das ganze „unter Tage“ live und in Farbe anzuschauen.
Glauben Sie mir: Das ist ein echter Traum von mir! Leider beschränkt sich mein Bergbauwissen auf Reportagen, Erzählungen und das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum. Ich würde niemals Bergleuten erzählen wie sie ihre Arbeit zu machen haben und wie Bergbau funktioniert. Warum auch?
Ich bin seit 20 Jahren Flieger. Ich liebe meine Arbeit, mache was ich sehr gut kann und wovon ich wirlich Ahnung habe.
Gerne erkläre ich (und viele meiner Kolleginnen und Kollegen) Ihnen die Fliegerei und warum vieles bei uns in der Fliegerei anders ist als bei Ihnen. Aber bitte, liebe „Fußgänger“, erklären Sie nicht uns die Fliegerei.
Ich erkläre Ihnen auch nicht den Bergbau...

In diesem Sinne: GLÜCK AUF!!


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