Vertiefte Kooperation
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Air France-KLM stärkt Bande zu Jet Airways

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Jet Airways Boeing 777-300ER, © Ingo Lang

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PARIS - Air France-KLM und Jet Airways vertiefen ihre Zusammenarbeit und bieten gemeinsam Flüge zwischen Indien und Europa an. Der französisch-niederländische Flugkonzern verschafft sich damit breiteren Zugang zu dem Airlinemarkt, der weltweit am schnellsten wächst.

Die Codeshare-Vereinbarung zwischen Air France-KLM und Jet Airways erstreckt sich auf Verbindungen zu 44 Städten in Indien und 106 Städten in Europa.

Ein Pakt zwischen Air France-KLM und Delta Air Lines hebelt den Deal auf Anschluss in das transatlantische System über die Drehkreuze Paris und Amsterdam. Passagiere von Jet Airways können dann in einem einzigen Vorgang Flüge in die USA mit Stopp in Europa buchen.

Die beteiligten Airlines teilen sich den Gewinn, gleich, welche das Flugzeug auf der entsprechenden Strecke betreibt. Die verstärkten Bande mit Jet Airways bringen Air France-KLM näher an den indischen Luftfahrtmarkt heran, in dem die Zahl der Passagiere jährlich um über 20 Prozent wächst.

Etihad Airways ist dort ebenfalls bereits vor Ort: ihr gehören 24 Prozent von Jet Airways. Lufthansa dürfte der Schulterschluss hingegen missfallen - die Airline paktiert seit Februar ebenfalls mit Jet Airways. Allerdings arbeiten Air France-KLM und Jet Airways bereits seit 2014 zusammen.

Air France-KLM hat in den vergangenen Monaten ihre Verbindungen zu anderen Airlines massiv gestärkt. Im Juli 2017 hat sie angekündigt, 31 Prozent der britischen Virgin Atlantic Airways zu kaufen und zehn Prozent eigener Aktien an ihre SkyTeam-Partner Delta Air Lines und China Eastern Airlines Group zu verkaufen.

Jet Airways und Air India unter Druck

Etihad Airways überdenkt nach den Pleiten von Alitalia und Air Berlin ihre Beteiligungsstrategie, will die Aktien an Jet Airways aber behalten. Laut Jet Airways-Chef Naresh Goyal plant die indische Airline derzeit keine weiteren Anteilsverkäufe. Der Deal mit Air France-KLM werde Jet Airways eine Milliarde US-Dollar Gewinn in die Kassen spülen.

##chaviation[9W]## Jet Airways und die staatliche Air India mussten in den letzten Jahren Federn lassen, nachdem Golfairlines wie Etihad, Emirates und Qatar Airways damit angefangen haben, auch indische Passagiere zu günstigeren Preisen über ihre Drehkreuze in Dubai, Abu Dhabi und Doha in die Welt zu verteilen.

Auf Inlandsrouten haben hingegen Billigflieger wie IndiGo und Spicejet das Ruder fest in der Hand. Jet Airways konnte 2016 trotzdem zum ersten Mal seit zwölf Jahren einen Gewinn verzeichnen. Zu verdanken hatte sie den vor allem den niedrigen Spritpreisen.

Laut Goyal verhandelt Jet Airways mit Delta, Air France-KLM und Virgin Atlantic über gemeinsamen Einkauf von Treibstoff und eine Zusammenarbeit bei der Wartung. Jet Airways wird Mumbai, Neu Delhi, Bangalore und Chennai mit den Netzwerken von Air France-KLM und Delta in Europa verbinden.
© Bloomberg, aero.de (boa) | Abb.: Air France-KLM | 30.11.2017 07:43


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