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Ethiopian Airlines traut 737-MAX-Update nicht

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Ethiopian Airlines Boeing 737 MAX 8, © Boeing

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NEW YORK - "Überprüfung der gesamten Flugsteuerung": Ethiopian Airlines reichen Softwareupdates am Fluglagekorrektor MCAS nicht aus, um wieder Vertrauen in die 737 MAX zu fassen. In jedem Fall will Ethiopian "die letzte Airline sein", bei der die 737 MAX nach zwei Totalverlusten wieder fliegt.

Addis Abeba, 10. März 2019: Ethiopian Airlines Flug 302 stürzt sechs Minuten nach dem Start ab, alle 157 Insassen der 737 MAX sterben beim Aufprall. Nach dem zweiten Totalverlust einer 737 MAX innerhalb von fünf Monaten verhängen die Behörden ein faktisch weltweit gültiges Grounding über das Modell.

"So etwas darf sich bei keiner Airline wiederholen", sagte Ethiopian-Chef Tewolde Gebremariam jetzt in einem Interview mit dem US-Sender "NBC News".

Ein engerer Regelbereich der umstrittenen Trimmautomatik MCAS und zusätzliche Schutzmechanismen bei Fehlfunktionen des Systems - so will Boeing die 737 MAX und das eigene Ansehen als Konstrukteur retten. Nach Informationen des "Wall Street Journal" können Betreiber nicht vor August mit einer Wiederzulassung der 737 MAX rechnen.

Ethiopian Airlines hatte vor dem Absturz der ET-AVJ fünf 737 MAX 8 in Betrieb, 25 Auslieferungen sind noch offen. Die Airline prüft einen Ausstieg aus dem Programm.

"Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann ich nicht sicher sagen, ob die 737 MAX je wieder bei Ethiopian Airlines fliegen wird", sagte Tewolde. Ethiopian werde in jedem Fall "die letzte Airline sein", die, wenn überhaupt, die 737 MAX wieder aktiviert. Erst müssten die Fluggesellschaft, ihre Piloten und Flugbegleiter und nicht zuletzt die Passagiere "vorbehaltlos" in die Sicherheit des Flugzeugs vertrauen können.

Airline fordert grundlegende Systemchecks

Die Änderungen am MCAS greifen Tewolde dafür zu kurz. "Wir sind davon überzeugt, dass die gesamte Flugsteuerung überprüft werden muss", sagte der Manager. Wiederholte Eingriffe des MCAS in die Trimmung gelten als Ausgangspunkt der Kontrollverluste in den Cockpits der Unglücksflüge ET302 und JT610 mit zusammen 346 Toten.

Erneut stellte sich der Airlinechef hinter seine Piloten: "Sie haben sämtliche Verfahrensregeln korrekt ausgeführt." In einem Interview mit aero.de hatte Tewolde die hohen Trainingsstandards bei Ethiopian Airlines kurz nach dem Absturz gegen zweifelnde Stimmen in US-Medien verteidigt.
© aero.de | Abb.: Boeing, Ethiopian Airlines | 14.05.2019 19:54

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Beitrag vom 15.05.2019 - 20:36 Uhr
 https://aviationweek.com/commercial-aviation/ethiopian-max-crash-simulator-scenario-stuns-pilots
Beitrag vom 15.05.2019 - 12:53 Uhr
Es ist wie es ist. Der neuerliche Bericht: "Boeing lehnte Grounding-Vorstoß der Piloten ab", sagt alles!
Beitrag vom 15.05.2019 - 12:14 Uhr
Habsheim ist durchaus vergleichbar. Nur das hier der Pilot (glücklicherweise) überlebt hat und jahrelang um seine Reputation gekämpft hat. Das er damit nur teilweise erfolgreich war, liegt m.E. an dem zu kleinen Tisch an dem er allein saß und nicht mit an dem großen Tisch der Lobbyisten.

Natürlich kämpft er um seien Reputation,

er hat ein Funktionsfähiges Flugzeug, trotz erfolgter Schulung ausserhalb seines Befähigungsfensters, und ausserhalb jeder Genehmigung, in den Wald geflogen.

Er hätte diesen Überflug nicht machen dürfen, er war dafür nicht ausgebildet, der Überflug war nicht genehmigt und auch nicht genehmigungsfähig, der überflug war zu tief und vollkommen unzureichend gebrieft. Und das Briefing beinhaltete auch nicht die im Simulator und im Pilotentraining vermittelten Besonderheiten der neuen Flugzeuggeneration.

Insofern ist das überhaupt nicht vergleichbar. die ET Crew kämpfte mit unzureichden Verfahren gegen ein nicht beherrschbares schlampig konstruiertes und fehleranfälliges System. Die AF Crew hat die Schulung missachtet, und ausserhalb ihrer Kompetenzen und Fluggenehmigung ein funktionierendes Flugzeug von Himmel geflogen.


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